Sonntag, 29. Mai 2016

Weiter mit Neurofeedbackübersetzungen Thompson.

Low-Pass Filter
Der Low-Pass Filter hat die Aufgabe alle für uns relevanten Frequenzen unterhalb eines Cut Off Wertes durchzulassen. Viele ältere Biofeedback Instrumente besaßen einen Low-Pass Filter mit einer Cut Off Frequenz von 32 Hz. Die heute gebräuchlichen Instrumente besitzen in der Regel die Möglichkeit, den Cut Off Punkt bei 62 Hz zu setzen mit der Möglichkeit, ihn tiefer einzustellen, etwa bei 40 Hz, um das EEG sauberer (weniger elektrische oder Muskelartefakte) und damit leichter lesbar zu machen. Dadurch werden Frequenzen, die oberhalb der gesetzten Schwelle liegen nicht mehr registriert. Der F1000 besitzt einen digital einstellbaren Low Pass Filter. Er ist eingestellt auf 61 Hz für ein Online FFT Display, das bis 63 Hz reicht. Während des Feedbacks wird das Gerät aber auf 45 Hz eingestellt, um den Einfluss der Störungen aus dem Stromnetz 50/60 Hz zu unterbinden. Der ProComp+ und Infiniti von Thought Technology besitzen Low Pass Filter, die auch über 61 Hz liegen. Dieser höhere Cutoff Punkt erlaubt die Beobachtung der höheren Frequenzen des EEG. Das ist wichtig, wenn wir versuchen kortikale Aktivität zu unterscheiden; zum Beispiel Rumination, also Gedankenrasen, bei 30 Hz, oder kognitive Bindungsaktivität bei ca. 40 Hz (Sheer Rhythm), von Muskelaktivität der gleichen Frequenz (EMG Artefakt). Elektrische Aktivität von Beleuchtung, Computern, Verlängerungskabeln, etc. ist gewöhnlicherweise sehr regelmäßig und völlig anders als das EEG und wird in den USA und Kanada bei 60 Hz, in Europa, Asien und Australien bei 50 Hz zu sehen sein.
Andere Störquellen sind eher ein Problem bei sehr hochauflösenden Geräten, weniger bei den älteren Instrumenten mit sehr niedriger Rauschtoleranz. Der Verstärker, den Trucker zur Funkkommunikation benutzen, verursacht beispielsweise einen Anstieg bei hohen Frequenzen, die absinken zu niedrigeren Frequenzen, wie Meereswellen am Strand.

Band Pass Filters
Ein Band Pass ist die Frequenzbreite (beispielsweise 4 bis 8 Hz) die vom Anwender gewählt wird zum statistischen Vergleich oder während des Neurofeedback. Während des Neurofeedback wählt der Anwender Frequenzbänder die begrenzen oder verstärken. Wie diese gewählt werden, wird im Kapitel über Interventionen näher erläutert. Einige Neurofeedbacksoftwares erlauben es dem Anwender die Art des Filters (IIR, FIR, FFT) und die Weite des gewählten Frequenzbandes zur Erhebung statistischer Daten oder zum Neurofeedback einzustellen. In anderen Systemen ist die Art des Filters vorgegeben und kann nicht gewählt werden.

Sampling Rate
Das Original EEG kann als analog oder kontinuierlich beschrieben werden. Diese Welle muss in kleine Pakete oder Samples aufgesplittet werden, um vom Computer verarbeitet werden zu können. Dieses Aufbrechen der kontinuierlichen Welle in kleine Bestandteile nennt man Sampling. Dieses Sampling wird von einem analog zu digital (A/D) Konverter vorgenommen. Moderne Inputs zum Enkoder benutzen immer die weiblichen Stecker. Diese werden benutzt, weil sie nicht versehentlich mit einer Stromquelle verbunden werden können, ein Fehler, der Schäden am Equipment, aber auch bei der damit verbundenen Person auslösen könnte.
Eine schnelle Sampling Rate ist von erheblicher Bedeutung zur Erlangung präziser Informationen. Die maximale Frequenz, die im Filter rekonstruiert werden kann, basiert auf dem Nyquist Prinzip, das bedeutet, dass, zur Erstellung akkurater digitaler Resultate, die Sampling Rate mindestens das Doppelte der maximalen Frequenz des analogen Signals besitzen muss. Technisch betrachtet erlauben 128 Samples in der Sekunde also die Beobachtung von Frequenzen bis 64 Hz, obwohl in der Praxis Geräte mit dieser Sampling Rate eben Frequenzen bis 32 Hz abbilden. Das ist die Basis des F1000 Online Spectral Display und annähernd die Rate, die von Lexicor gelesen wird. Andere Instrumente wie ProComp+ und Neuronavigator haben eine Sampling Rate von 256 Samples pro Sekunde, manchmal mehr. Thought Technology’s Infiniti besitzt eine Sampling Rate bis zu 2500[M1]  Samples pro Sekunde. Schnellere Sampling Rates erlauben es dem Anwender hohe EEG Frequenzen mit größerer Genauigkeit zu beobachten. Beispielsweise kann eine Sampling Rate von 256 Cycles in der Sekunde (cps) sehr präzise Frequenzen darstellen, bis zu einem Viertel der Sampling Rate, also 64 Hz. Auch eine Division durch 2 ist akzepabel, aber als Daumenregel gilt, die meisten Hersteller teilen die Sampling Rate durch vier, um eine annähernd optimale Genauigkeit der EEG Auswertung zu erlauben. Wir halten fest: um ein EEG Spektrum zu erhalten, das genau bis 64 Hz reicht, benötigen wir ein Instrument mit einer Sampling Rate von 256 Samples in der Sekunde. Um 32 Hz darzustellen genügen 128 Samples pro Sekunde. Hohe Sampling Raten sind wichtig zur analytischen Auswertung einzelner Wellenformen. Das wird auch als Oversampling bezeichnet und 8x bis 16x [L2] die maximale Frequenz ist heute eher der Standard.

Die Sampling Rate von  64 Cycles pro Sekunde, die von einigen älteren Instrumenten benutzt wird, erlaubt eine schnellere FFT Kalkulation. Das war wichtig für ältere, langsamere Computermodelle. Das bedeutet also, dass in Anbetracht der Sampling Rate in Relation zur Weite des Frequenz Bandes eine höhere Sampling Rate mehr Zeit zur Berechnung benötigt und dass dadurch das Feedback verzögert werden kann. Durch die hohe Leistungsfähigkeit moderner Computer ist das aber kein großes Problem mehr.

Eine zu niedrige Sampling Rate lässt das umgewandelte Signal langsamer erscheinen, als es in Wirklichkeit vor der digitalen Umwandlung war. Dieser Effekt wird aliasing genannt.


Im oben dargestellten Diagramm ist die aktuelle Welle die fett gezeichnete Linie und die inkorrekte Darstellung ist die unterbrochene Linie. Tatsächlich ist die Welle eine Theta Welle bei 6 Hz. Das kann man sehen, wenn 13 Samples (oder x Punkte auf der Zeichnung) genommen werden. Wenn man nur 5 Samples nimmt, und die Punkte verbindet, erscheint die EEG Welle digital als Delta Welle bei 2 Hz.
Wenn Sie sich selber eine Welle malen, die mit 42 Samples in der Sekunde gesampelt wird und wenn sie dann eine zweite Welle zeichnen, bei der sie nur jeden dritten Sampling Punkt nehmen, also insgesamt 14, werden sie sehen, dass die erste Welle 21 Hz hat, während die zweite gerade noch 7 Hz.
Zusätzlich zu einer ordentlichen Sampling Rate besitzt der analog zu digital Konverter (ADC) eine voltage range und eine bit number. Die Zahl der “bits” bezieht sich auf die Zahl der Amplituden Level, die aufgelöst werden können. Ein 8-bit ADC wird 28 oder 256 Amplituden Level besitzen. Das würde ±128 Discrete Voltage Levels in der Voltage Range die der ADC erlaubt, bedeuten. Zu wenige Bits bedeutet, dass kleine Anstiege in der Spannung überbetont werden. Außerdem bedeutet ein zu enger Spannungsbereich, dass eine große Spannung nicht angezeigt wird.


Filter
Drei Arten er digitalen Filterung sind: finite impulse response (FIR), infinite impulse response (IIR) und fast Fourier transform (FFT). Der FFT Filter kann einen erheblich schärferen Cut Off darstellen als der FIR Filter.  Beide Filter sind gut, um eine hinreichend akkurate Phase Relationship zu erzeugen. Der FIR Filter computed einen veränderlichen Durchschnitt digitaler Samples. Die Anzahl der Punkte, die gemittelt werden, wird Order andere Filter genannt. Einige Programme der Neurofeedbackinstrumente so das originale ProComp+/Biograph Programm, erlauben es sowohl die order als auch den Typ des Filters zu wählen. Jeder Filter schwächt die gleiche Frequenz in einer leicht unterschiedlichen Art; beispielsweise besitzt ein IIR Filter eine erheblich schärfere Steigung als ein FIR Filter. 

Die Bedeutung für die Ausübung des Neurofeedback liegt in der Erkenntnis, dass, wenn wir ein bestimmtes Frequenzband, sagen wir 4-8 Hz sampeln alle Frequenzen außerhalb dieses Bandes abgeschwächt, aber nicht vollständig eliminiert werden. Teilweise werden die Frequenzen an beiden Rändern des gewählten Frequenzbereichs in einem geringen Umfang, durch Anstieg oder Absenkung, Einfluss haben.
Die folgenden zwei Diagramme sind Illustrationen eines alten Instruments. Sie vergleichen einen FIR Blackburn Filter im ersten Diagramm mit einem IIR Butterworth Filter für die gleiche Bandbreite 13-15 Hz.

 FIR Blackburn Filter for 13-15 Hz

 IIR Butterworth filter for 13-15 Hz

Wir benutzen den IIR Filter zur Erstellung von statistischen Auswertungen, weil wir der Meinung sind, dadurch konstantere Resultate zu erhalten. Dieser Filter wird inzwischen auch von Thought Technology Instrumenten benutzt. Wenn eine präzise Analyse gemacht wird, zeigt sich, dass der IIR Filter so eng und präzise ist, das angezeigte 13-15 Hz  in der Abweichung höchstens bei echten 14 Hz liegen. Die exakte Range ist auch von der Order des IIR Filters abhängig. Um es nicht zu detailliert zu machen, merken Sie sich bitte eine simple Daumenregel: egal welchen Filter sie benützen, sie müssen immer den gleichen Filtern nehmen, wenn sie statistische Daten erheben, weil unterschiedliche Filter zu unterschiedlichen statistischen Werten in jedem EEG Band führen.

Dieses Diagramm zeigt ein Referential Ableitung an drei Punkten. Die aktive Elektrode ist an Fz, und die Referenz ist am linken Ohr, der Grund am rechten Ohr.




Darstellung eines NFB Systems
Dieses Diagramm zeigt die Basis Funktionen die gewöhnlicherweise vom Software Programm in Enkoder und Computer ausgewertet werden.
Filterung digital (hexagon) oder FFT (oval).
[L3] 

Ein Fast Fourier Transform (FFT) Filter, ist ein Programm im Innern des Computers, das die Informationen des EEG nehmen kann, um sie mathematisch umzuformen, um eine durchschnittliche Amplitudenhöhe für eine spezifische Frequenz in einer bestimmten Zeit zu ermöglichen. In der Folge entsteht ein Histogramm, in dem die X Achse Frequenz in Hz und die Y Achse Amplitude in Mikrovolt oder Power in Mikrowatt ist. Diese Art der graphischen Darstellung kann Klienten und Eltern verständlich machen, wie sich unterschiedliche mentale Zustände aus dem EEG ableiten lassen. Beispielsweise können Sie den Schüler bitten, mathematische Aufgaben im Kopf zu lösen. Stoppen Sie die Aufnahme unmittelbar nach der Antwort. Nun zeigen sie die Aufzeichnung und wie die Hirnaktivität sich veränderte. Sie könnten eine Sequenz wie die Folgenden beschrieben erwarten: Theta steigt an in linken frontalen Arealen, während der Schüler die Frage aus dem Gedächtnis abruft. Während er geistig arbeitet, kommt es zu einem Beta Anstieg. Theta fällt rasch wieder, aber Beta bleibt hoch, während der Klient rechnet und später die Antwort gibt.
Computer waren lange zu langsam für FFT Filterung. Inzwischen arbeiten aber alle Computer über 700 Megahertz. Das hat die Berechnungszeit verkürzt, so dass es heute möglich ist, FFT Displays auch zum Training zu benutzen.

Montage
Montage [L4]  ist ein Prozess bei dem man unterschiedliche Blicke auf die gleichen Daten erhalten kann, indem man eine Elektrode mit einer anderen Elektrodenposition oder Anordnung vergleicht. Jede Montage ist eine andere Kombination, eine Referenz für die aktive Elektrode zu nehmen. Bei 19 Kanal Ableitungen nimmt man gewöhnlicherweise die Linked Ear Montage um Daten zu sammeln. Die Montagewahl wird nach der Sammlung der Daten vorgenommen.

Beim Ein Kanal- Assessment und -Training, die wir beim NFB häufig benutzen, nehmen wir normalerweise das Ohrläppchen oder die Haut über dem Mastoid Knochen als Referenz. Durch diese Anordnung vermeiden wir größere Muskel Artefakte. Wir dürfen deswegen schließen, dass alle Veränderungen, die wir im EEG beobachten, an der aktiven Elektrode aufgezeichnet wurden. Bei einem Full Cap Assessment werden Linked Ear Montagen oft benutzt bei Common Electrode Reference Montagen. Wenn wir eine sequentielle oder bipolare Aufnahme machen, vergleichen wir zwei aktive Elektroden miteinander. Bei einem Full Cap Assessment werden sequentiale (bipolare) Montagen erstellt, indem man verschiedene Paare von Elektroden im 10-20 System miteinander vergleicht. Bei einer 19 Kanal Ableitung kann der Computer eine ganze Reihe verschiedener Montagen ermöglichen. Beispielsweise kann er eine aktive Elektrode zu einem Durchschnitt aller anderen Elektroden in Referenz bringen (average reference montage). Er kann die aktive Elektrode auch mit allen unmittelbar benachbarten Elektroden in Referenz bringen, Laplacian montage. Zur Diskussion der Laplacian Mathematik die Bezug zur EEG Analyse besitzt, sehen Sie Hjorth’s Artikel von 1980. Jede Montage ist nur eine andere mathematische Aufarbeitung der Daten, die von der Computer Software vorgenommen wird. Beispiele der Aufarbeitung gleichen Daten in unterschiedlicher Montage wie der sequentiellen und der Laplacian Montage werden im letzten Kapitel dieses Buches gezeigt, in dem Beispiele für Messungen gegeben werden.
Jede dieser unterschiedlichen Arten, die Daten auszuwerten, hat Vorteile und Nachteile. Die sequentielle (bipolare) und Laplacian Montage sind gut, um hohe, lokale Aktivität zu beobachten, die mehr in das Aufgabengebiet des Neurologen gehören. Die common reference Montage, ist sehr gut dazu geeignet, weit verteilte Aktivität im EEG zu entdecken und Asymmetrien zu analysieren. Man kann mit dieser Montage auch Artefakte erkennen. Sie ist aber ungeeignet, wenn man lokale Aktivität betrachten will. Eine sequentielle (bipolare) Aufnahme, kann ein geringes Theta und ein höheres Beta anzeigen als eine referentielle Aufnahme, weil Theta eine generalisiertere Aktivität als Beta ist und vom Differential Verstärker bei der sequentiellen Montage ausgesondert, weil auf beiden Seiten ähnlich gefunden wird.


Ausdrücke für elektronische Vorgänge
Elektrische Begriffe
Elektrische Kabel sind farblich gekennzeichnet. Normalerweise ist der Leiter schwarz und das bedeutet, diese Leitung ist gefährlich. Weiß bedeutet normalerweise neutral. Diese Leitung transportiert die elektrische Spannung, die vom Instrument stammt. Grün wäre dann die Farbe des Grundes. Wie auch immer, trauen sie niemals einer scheinbaren Selbstverständlichkeit. Lesen sie immer nach, wie ein Gerät, das sie benutzen möchten, elektrisch verkabelt ist und rufen sie einen Elektriker, wenn es gilt, elektrische Leitungen in ihren Praxisräumen zu verlegen. Farben können verwirren. Die EEG Kabel, die wir benutzen, sind farblich gekennzeichnet und benutzen einen anderen Farbkode als ihn der Elektriker kennt.

Kondensatoren
Kondensatoren werden von zwei elektrischen Leitern gebildet, die durch einen Isolator (z.B. Luft) getrennt sind. Ein Kondensator speichert eine Ladung. Dieses Konzept erklärt, warum es gut ist, keine Verlängerungskabel für das EEG Instrument zu nutzen. Wenn es eine Lücke gibt zwischen dem Verlängerungskabel und dem Stecker, haben sie bereits einen Kondensator gebastelt. Strom kann zwischen den Kabeln fließen von schwarz zu grün.


Optischer Isolator
In unserer Arbeit tun wir alles, unsere Klienten zu schützen. Optische Isolation gehört zu diesen Schritten. Damit ist gemeint, dass wir den Computer und den Enkoder durch ein Glasfieberkabel als optischen Isolator trennen. Ein optischer Isolator dient dazu, elektrische Signale zwischen zwei isolierten Stromkreisen per Lichtsignalen zu transportieren. Dadurch verhindert der Opto-Isolator hohe elektrische Spannungen und schützt den Patienten, den Computer und die Instrumente vor jeder unerwarteten Fehlfunktion im Stromkreislauf.
Die digitale Information aus dem Enkoder wird in ein optisches Signal verwandelt, das zum Computer gelangt. Der Computer wandelt es wieder in ein digitales Signal um, das er analysiert. Abgesehen vom sehr schnellen Datentransport über das optische Kabel, hat das System den Vorteil, den Klienten vom elektrischen Kontakt mit dem Computer abzuschirmen und damit vom Stromnetz. Gewöhnlicher Strom kann über das Glaskabel nicht transportiert werden. Der Enkoder muss seine eigene elektrische Quelle besitzen. Das ist bei Thought Technology ein Batteriepack, der nur sehr geringe elektrische Spannung erzeugt.


Elektrische Artefakte
Der Hersteller Ihres EEG Instrumentes hat sich sicher darum bemüht, Artefakte in der EEG Aufnahme zu minimieren. Es gibt aber trotzdem Vorsichtsmaßnahmen, die sie ergreifen können, wenn sie Elektroden anlegen. Trotz aller Bemühungen wird man aber elektrische Artefakte niemals ganz vermeiden können. Man sollte in der Lage sein, Wellen, die nicht  zum EEG gehören können, zu erkennen. Dieses Kapitel widmet sich nur den elektrischen Artefakten. Andere Arten von Artefakten, etwa solchen, die durch Eye Blinks oder EMG verursacht werden, werden in einem anderen Kapitel behandelt.  


Was kann Interferenzen erzeugen?
Elektrische Kabel arbeiten wie Antennen. Sie nehmen 60 Hz Aktivität oder 50 Hz Aktivität in Europa auf, die in ihrem Büro immer vorhanden ist. 

Einer unserer Biofeedbacktrainer mochte keine fluoriszierende Beleuchtung im Büro. Er brachte eine alte Stehlampe mit. Wir brauchten einige Tage, ehe wir begriffen, warum wir auf einmal nicht mehr in der Lage waren, in diesem Büro ein sauberes EEG aufzuzeichnen. Eine schlecht abgeschirmte Verkabelung in einer alten Lampe kann ihr EEG ruinieren.!

Die Elektroden Kabel können auch Radio Frequenzen aufnehmen. LKW mit CB Funkgeräten können negative Effekte auslösen. Diese Verstärker können den High Pass Filter überlagern und für hochamplitudige Störungen in vielen Frequenzen sorgen.
Aber selbst Bewegungen von Menschen im Zimmer können das EEG beeinflussen. Potential Differenzen zwischen Objekten der Umgebung und den Elektrodenkabeln, die am Kopf des Klienten befestigt sind, können in den Kabeln elektrische Störungen erzeugen. Das einfachste Beispiel wurde bereits erwähnt. Es ist der Schuh, der am Teppichboden reibt. Die Berührung eines anderen Menschen kann einen Funkenflug verursachen. Was wir als Kinder, die das lustig fanden, nicht wussten, war, dass 3,000 bis 10,000 Volt Spannungsdifferenz entstehen können. Stellen sie sich sich selber als einen Behälter vor, der im Gegensatz zu ihrem Klienten mit negativ geladenen Ionen überfüllt ist. Wie wir wissen, stößt negative Ladung negative Ladung ab. Wenn sie sich dem Klienten nähern, erzeugen sie kurzfristig eine elektrische Spannung in den Kabeln. Ohms Gesetz sagt, dass die Stromstärke umgekehrt proportional zum Widerstand ist Strom=Spannung:Widerstand I=U/R. Sie verändern den Strom (I). Deshalb verändert sich die Spannung. Sie wird sich bei ihrer Annäherung verändern. Elektrische Verkabelung, Licht und andere Instrumente können unerwünschte Ladungen erzeugen. Sie werden Ladungen in den Frequenzen beeinflussen, die die Quelle besitzt. Das ist in Europa 50 Hz, dieses Artefakt wird als sehr hohe Amplitude auftauchen, bis sie die Quelle finden und abstellen.



































 [M1]Note change to 2500
 [L2]We’ve been talking about 2x and 4x, I’m not understanding where 8x and 16x came from?
 [L3]fuzzy
 [L4]suggesting unbolding because it’s immediately following the bold heading

Donnerstag, 26. Mai 2016

Werbung Cognionics: in etwa übersetzt. EEG Trockenelektroden.

High Signal Quality

EEG Messungen sind in der Praxis schwierig. Trotz kontrollierter Laborumgebung gibt es Störfelder von Computern und anderen technischen geräten, die leicht die Messungen eines konventionellen unabgeschirmten EEG System überlagern. Zusätzlich können Bewegungsartefakte des klienten das EEg Signal überlagern. Um ein Alltags EEG möglich zu machen benutzt das Quick-20 eine hochoptimierte Kombination aus Sensoren, Mechanik und Elektronik um unerwünschte Artefakte zu minimieren.
  • Kombination von aktiven Elektroden und aktiver Abschirmung
  • Unbeeinflussbar von Elektrischen- oder Bewegungsartefakten
  • Echtzeitmessung von Sensorenimpedanzen
  • Professioneller Qualitätsverstärker. 24-bit ADC, low-noise, high dynamic range inputs with flexible configuration of sample rates, bandwidth and channels

Schnell, leicht und mobil

TDas Quick-20 ist ein komplett transportables EEG System in einem tragbaren leichten Form. Die Daten können kabellos erhoben werden mittels Bluetoth oder einer Aufnahme auf eine MicroSD Karte.
  • Low-noise Trockenelektroden die nur eine minimale Vorbereitung und kein Gel verlangen
  • Kabellos, 
  • Komfortabel zu tragen ohne Einschränkung der Beweglichkeit für den Klienten
  • Leicht und tragbar

Versatile

Wie allel Cognionics, ist das Quick-20 so gestaltet, dass es mit jeder Hardware und Software die advanced neuroscience research ermöglicht komaptibel ist.

Specifications

Kanäle
     

Volle 10-20 Kanalanordnung(19- Kanal plus Referenz und Grund), 
Extension Channels


( Optional: add on modul für Biofeedbackanwendungen
Sensor Type


Aktive Trockenelektroden mit aktiver Abschirmung
Impedance Monitoring


In Echtzeit mit EEG Beobachtung
Bandwidth


0-131 Hz at 500 samples/sec, 0-262 Hz at 1,000 samples/sec
Sampling Rate


500 samples/sec at 64 channels, 1,000 samples/sec at 32 channels & below
Resolution


24 bits per sample
Noise


0.7 µV RMS from 1-50 Hz, shorted inputs
Data Interface


Bluetooth wireless, Isolated USB wired (optional)
Storage


microSD and microSDHC
Motion Sensing


3-axis Accelerometer, each axis an additional channel
Power Supply


Lithium-ion, 4-hr Wireless, 8-hr SD Card
Triggering


Compatible with Cognionics wireless trigger

Zweites Video Cognionics NFB 19 Kanal dry Electrodsystem

https://youtu.be/s8kK9ks44HM

Zur Illustration Cognionics Video EEG 19 Kanal Dry Electrode


Trockenelektrodenhaube zum Neuroguide Training

http://www.cognionics.com/index.php/products/hd-eeg-systems/quick-20-dry-headset

Hier, passend zum letzten Post, das neue EEG System von Cognionics.
Unser größtes Problem in der Praxis ist im Grunde die Compliance der Klienten. Beim SCP Training werden Elektroden im Gesicht des Klienten notwendig. Beim klassischen ein Kanal EEG Training recht mitunter eine Klebeelektrode an Cz und zwei Ohrelektroden. In jedem Falle wird das Haar des Klienten beeinträchtigt. Wenn wir ein 20 Kanal Training anbieten, bei dem ich, aus eigener Erfahrung, geradezu sensationelle Ergebnisse beim Neuroguide LORETA Z Score Training mitteilen kann, muss eine EEG Haube angelegt werden, die wie eine Badekappe aussieht und 19 Elektroden besitzt, die mit einem Gel befüllt werden müssen, das den Kopfkontakt herstellt. Das dauert mit ein wenig Übung nicht allzulang und führt auch zu ordentlichen Ableitungen, aber es bleibt problematisch, dass das Haar des Klienten nachher einer Wäsche bedarf.
Trockenelektroden sind da sicher ein Traum und Cognionics bietet zum Preis von 18000 € ein solches System an, das man sich im lLnk oben näher betrachten kann.
Die Impedanzen werden mit einem sauberen Screen für alle Elektrodenpostionen vor dem Training leicht korrigiert. Das Anlegen soll in unter einer Minute erfolgen. Die Verbindung zum PC geht über Bluetooth. Es gibt also keine Kabel. Die Artefaktunterdrückung soll sehr gut sein. Die Filterung von Störsignalen ebenfalls. Kein Wunder, dass ich in diese Richtung schiele, obwohl der Preis exorbitant ist, zumindest in meinen Augen. Es handelt sich aber um ein aktives EEG System. Es bedarf keines weiteren Verstärkers. Es gibt noch andere reizvolle Tools bei Neuroguide: Learnig discriminants z.B, oder das Training evozierter Potentiale.
Ich habe aber bereits so viel Equipment, dass ich die Hälfte gar nicht benutze.
Trotzdem sind die neuen Entwicklungen interessant und Neuroguide Training bedeutete tatsächlich einen Quantensprung im NFB, was die Erfolge angeht. Ob Schlafstörung oder Mild Head Injury, ob Migräne oder ADHS, nach 20 Sitzungen waren stets bleibende Erfolge zu verzeichnen, die verblüffend waren, selbst für einen alten Hasen.

Das EEG Gerät. Instrumente und Verstärkung des EEG. Fortsetzung der Übersetzungstätigkeit

Kapitel IV  
EEG Messung:
Instrumente und Elektroden




Wenn wir das EEG mittels einer Elektroenzephalographie beobachten, messen wir die Potentialdifferenz zwischen Paaren kleiner Messelektroden. Die gemessene Spannungsdifferenz bewegt sich im Bereich von einem millionenstel Volt. Wir sind in der Lage sehr hohe, womöglich tausende Volt betragende Spannungen selbst zu erzeugen, indem wir die Füße auf einem Teppich hin- und herbewegen und eine andere Person berühren. Das Dilemma und die entscheidende Frage ist also, wie ist das EEG Instrument in der Lage, minimale elektrische Spannungen, die eine Gruppe von Neuronen im Gehirn erzeugt, zu messen und dabei den Einfluss erheblicher elektrischer Spannungen, die in der Umgebung ständig erzeugt werden, zu eliminieren? Um das zu klären, müssen wir erst erläutern, was eine Potential Differenz, was Strom und was elektrischer Widerstand überhaupt ist.

Vielleicht erinnern sie sich aus dem Physikunterricht an den Gleichstrom, den wir bei Taschenlampen benötigen und den die Batterien liefern. Tatsächlich gibt es eine Beziehung zwischen Potential Differenzen, die man in Volt misst, Stromstärke, in Ampere und Widerstand gemessen in Ohm. Diese Beziehung wurde 1826 vom deutschen Physiker Georg Ohm als Potential Differenz (V) = Stromstärke (i) x Widerstand (R ) postuliert. Die gleiche Formel beschreibt diese Beziehung beim Wechselstrom. (AC).  AC oder Wechselstrom ist der Strom aus der Steckdose, aber auch das, was wir im EEG messen. Die Formel lautet: Volt (V oder E) = Strom (I) x Widerstand (z). Impedanz ist ein komplexeres Konstrukt als der elektrische Widerstand, weil in seine Berechnung nicht nur der Widerstand der Transistoren sondern auch andere Faktoren wie Kapazität, Induktivität und die Frequenz des Wechselstroms einfließt. Diese Begriffe und   Impedanzmessungen, werden in diesem Kapitel noch genauer beschrieben.
In diesen Formeln bedeutet Strom die Rate der Elektronen die durch einen Leiter fließen. Diese werden in Ampere gemessen. Potential Differenzen kann man sich als gerichtete Kraft vorstellen, die dafür sorgt, dass der Strom in eine Richtung fließt. Der Strom fließt abhängig von der Potential Differenz zwischen der Quelle (Minuspol) zum Ziel (Plus Pol). Der Widerstand (oder die Impedanz beim Wechselstrom) ist dasjenige im durchflossenen Material, das sich dem freien Fluss der Elektronen entgegenstellt. R und z meinen beide diese Kraft. Dieser Widerstand gegen den Fluss der Elektronen ist sehr hoch in Substanzen wie Gummi, bei denen die meisten äußeren Elektronenbahnen gut gefüllt sind.  Das erschwert das Herauslösen einzelner Elektronen aus den äußeren Bahnen. Solche Substanzen sind gute Isolatoren, aber sehr schlechte Leiter.

Stromstärke meint die Größe des Transports einer elektrischen Ladung von einem Punkt zum anderen. (Ihr Stromversorger misst die Anzahl der Elektronen die einen Meter in jeder Sekunde passieren. Sie messen dabei in Ampere, wobei ein Ampere = 6.28 x 1018 Elektronen [Reihen) sind. Elektrische Ladung bezieht sich auf die negative Ladung, die von den Elektronen transportiert wird. Elektronen umkreisen den Atomkern auf verschiedenen Bahnen. Die Bahnen haben unterschiedliche Distanzen zum Kern, die man sich als unterschiedliche Energie Level vorstellt. Jede Bahn beinhaltet eine genaue Anzahl von Elektronen. Ganz Nahe am Kern befinden sich zwei Elektronen. Auf der nächsten Bahn sind es acht Elektronen, auf der nächsten 16. Es sind die Elektronen auf den äußeren Bahnen, die den Strom erzeugen. Diese Elektronenbahn kann unvollständig gefüllt sein. Wenn dass der Fall ist, werden Elektronenkollisionen möglich, die das Elektron zur Verlassung seiner Bahn anregen. Stellen sie sich vor, dass ein solches Elektron wie eine Billiardkugel agiert. Es kollidiert mit anderen Elektronen und wird von dem Atom, mit dem es kollidierte eingefangen, aber dessen angeregtes Elektron löst sich aus seiner Bahn und trifft das nächste Atom usw. usw. in einer Kettenreaktion. Es ist dieser Ablauf, der das erzeugt, was wir einen elektrischen Strom nennen.
In unserer Arbeit als Neurofeedbacktherapeuten benutzen wir die Potentialdifferenz zwischen einer Plus und einer Minus Elektrode um die Amplitude einen EEG Signals zu messen. Bei Hirnwellen wird der gemessene Strom in Microvolt (mV) ausgedrückt, wobei ein Microvolt ein millionenstel Volt ist.
Eine vielgenutzte Analogie zur Erläuterung von Strom ist der Wasserdruck in einem System, zu dem ein Wasserturm gehört. Die Höhe des Wasserturms bestimmt den Druck des Wassers in den Leitungen. Dabei ist der Druck ähnlich der Potentialdifferenz (Volt) in einem Stromkreis. Die fließende Wassermenge entspricht dem Strom, der Durchmesser der Röhren ähnelt dem Widerstand im Stromkreislauf. Ein schmaler Durchmesser wird den Stromfluss begrenzen. Dieser kann nur angehoben werden durch Erhöhung des Drucks (durch einen höheren Wasserturm) oder durch ein Absenken des Widerstands (durch größere Leitungen).
Das Gehirn produziert Wechselstrom. Dieser Strom kann als eine Sinuswelle dargestellt werden. Um die Amplitude dieser Welle zu messen, messen wir gewöhnlicherweise von der Spitze der positiven Welle zur Spitze der negativen Welle und wir nennen das Peak to Peak Messung.


Das EEG Instrument
Wie liest mein EEG Gerät das Signal und filtert unerwünschte elektrische Aktivität heraus?

Die Kopfelelektroden, die wir beim Neurofeedback benutzen sind Makroelektroden (>5mm), die in der Lage sind Mikrovolt Differenzen zwischen den Elektroden an zwei unterschiedlichen Positionen zu erfassen. Wenn man sich dem Klienten nähert kann das zu veränderten Stromstärken in den Kabeln führen. Fast in jedem Raum, den man zum Neurofeedbacktraining benutzt, wird man andere elektrische Quellen haben, die die Messung beeinflussen. Das einfachste, aber auch dramatischste Beispiel ist die statische Aufladung. Wenn man die Füße auf dem Teppich reibt und seine Hand zu einem Menschen bewegt, der vor einem sitzt, wird ein elektrischer Funke überspringen Die Potential Differenz zwischen beiden Menschen kann 10,000 Volt betragen. Der Strom ist trotzdem extrem schwach. Die Potential Differenz liegt im Voltbereich, aber wir messen Microvolt. Es wird den anderen Menschen nicht umbringen, aber es wird einen großen Einfluss auf die EEG Messung haben.
 [L1] Der erste Schritt zur EEG Messung benötigt somit einen Präamplifier. Also einen Vorverstärker.  Dieser verstärkt die minimale Microvolt Differenz um das 100000 fache und verstärkt keiensfalls irgendein anderes elektrisches Signal.  Der zweite Schritt besteht darin, dass man den analogen Wechselstrom in digitale Signale umwandelt, mit denen der Computer arbeiten kann. Dieser Prozess nennt sich Sampling.  Der dritte Schritt besteht darin, dass man das digitale Signal leichter lesbar und auswertbar macht, indem man es filtert, das bedeutet, indem man die Anteile des EEG zeigt, die interessant für die Auswertung sind, während man den Rest heraus filtert. Das nächste Kapitel wird diese Vorgänge genauer beschreiben.


Verstärker
Was ist ein Vorverstärker? 
Der Vorverstärker verstärkt den EEG Strom um ein Vielfaches damit andere Einflüsse aus der Umgebung klein und unbedeutend im Vergleich zum verstärkten EEG Signal bleiben. Er verstärkt nur die Voltdifferenzen zwischen den Inputs. Die Elektrode misst winzige elektrische Spannungen. Wir messen Millionenstel eines Volts (Microvolt). Wie bereits beschrieben kann bereits die Annäherung an einen Klienten durch induzierten Strom, erzeugt durch die Reibung des Fußes am Teppich z.B., eine Voltdifferenz zwischen Therapeut und Klient von tausenden Volt schaffen. Das wird den elektrischen Strom, der durch das Kabel vom Patienten zum Verstärker läuft, erheblich beeinflussen. Lange Kabel sind problematisch, können sie doch mehr Induktionsstrom erfassen. Kurze Kabel zu einem Vorverstärker, der an der Schulter des Klienten befestigt ist, oder an einem Stirnband, sollte dieses Problem verhindern. (Es gibt dann weniger Kabel, das wie eine Antenne funktioniert!) Andere EEG Instrumente haben den Vorverstärker im gleichen Gehäuse wie den Enkoder, das bedeutet immer längere Kabel und damit eine größere Gefahr andere elektrische Einflüsse aus der Umgebung aufzunehmen. Ein gut abgeschirmtes Kabel ist eine Möglichkeit dieses Problem anzugehen. Die Kabel des Focused Technology F1000 Equipment besitzen beispielsweise eine zweite Kabelschicht, die von außen kommende elektrische Einflüsse abschirmt, so dass diese keinen Einfluss auf das Kabel haben, das das EEG Signal des Klienten zum Vorverstärker leitet. Andere EEG Instrumente, so z.B. Thought Technologies ProComp+ und Infiniti, besitzen einen Vorverstärker, der am Kragen des Klienten befestigt werden kann. Dadurch können die Kabel zum Enkoder kurz bleiben.
Entweder hat das Instrument einen Vorverstärker in der Nähe der Elektroden, gut abgeschirmte Kabel oder beides, das Ziel ist es den Anteil von elektrischer Spannung, die das System beeinträchtigt, zu reduzieren.
Der Vorverstärker ist eine kleine Einheit, die im Idealfall so nahe an der Elektrodenposition befestigt wird, wie möglich, weil andere elektrische Einflüsse, nach der Verstärkung des Signals nur noch einen geringen Einfluss auf das gemessene EEG haben können. In Stermans Studie mit Top Gun U.S. Navy Piloten wurde der Vorverstärker in den vom Piloten getragenen Helm eingebaut und zwar an jeder Elektrodenposition. Das ist eine elegante aber sehr teure Lösung des Kabelproblems zwischen den Elektroden und dem Vorverstärker, um unerwünschte elektrische Einflüsse auszuschalten.

Kalibrierung eines Full Cap EEG Instruments wird hergestellt durch das Erstellen einer Standardspannung an allen Input Kanälen. Das garantiert, dass die gelesene Spannung in Ordnung ist und dass alle Inputs das Signal auf gleiche Art und Weise verstärken und filtern. Die meisten Neurofeedbackgeräte verlangen nicht nach einer Kalibrierung vor jeder Benutzung. Man wird nur dann Kalibrieren, wenn es Probleme gibt. Wir vermuten, dass Anwender in der Regel zwei EEG Instrumente besitzen. Wenn ein Problem vermutet wird, kann der Trainer die Elektrode am zweiten Gerät anschließen, um die Werte zu überprüfen.
Aber wie arbeitet der Verstärker?
Der Verstärker entdeckt und verstärkt Unterschiede zwischen zwei Inputs. Er verstärkt Veränderungen der Signale von jedem Input um denselben Wert aber in unterschiedliche Richtungen, in Bezug auf eine elektrische Referenz innerhalb des Verstärkers. Das tut er indem er die Polarität des zweiten Inputs umdreht, so dass beide Messungen voneinander subtrahiert werden können. Der Verstärker verstärkt nur die Differenz zwischen beiden Inputs, deshalb wird er auch Differential Verstärker genannt.

Um es bildhafter zu machen stellen sie sich bitte vor, dass sie einen Klienten an ein EEG angeschlossen haben, wobei eine Elektrode an Cz liegt und das andere an einem Ohrläppchen. Eine starke elektrische Störungen beeinträchtigt beide EEG Kabel mit der gleichen Amplitude und der gleichen Frequenz, Phase und exakt gleichzeitig. Idealerweise wäre nun nach der Subtraktion beider Störeinflüsse an den Inputs, die einzige Differenz zwischen beiden Ableitungen die winzige Mikrovoltspannung von der Elektrodenposition Cz, die von der Aktivität von Pyramidenzellen des Gehirns stammt. Wenn der Verstärker die Polarität des Inputs von einem Kabel wechselt, wird jede interferrierende Störaktivität ausgeschlossen und es wird nur die winzige Mikrovoltaktivität der Hirnzellen übrigbleiben, die dann vom Vorverstärker um ein Vielfaches erhöht wird.
Das meint man, wenn man sagt, der Verstärker unterdrückt Signale, die auf beiden Seiten des Inputs gleich sind. Das ist die so genannte Common Mode Rejection. Die Maschine ist so verdrahtet, dass bei größerer Negativität an Input 1 gegenüber Input 2 eine aufwärtsgerichtete Ablenkung des Signals erfolgt.

(Bemerken Sie: Das dritte Kabel, der Grund, am anderen Ohr des Klienten, hat keine Verbindung zum Boden oder Grund in dem Sinne wie wir das dritte Kabel einer elektrischen Leitung Grund nennen. Stellen Sie sich den Begriff “Grund“ vor als ein elektrisches Wächterkabel. Der echte Grund ist nicht mehr der Referenz Punkt für Messungen (Frank Diets, der Ingenieur, der das F1000 biofeedback/neurofeedback Instrument schuf)

Die Common Mode Rejection Ratio ist das Verhältnis des Common Mode Input Spannung dividiert durch die Volt Spannung des Outputs (Fisch, p43). Dieses Verhältnis sollt größer als 100,000 sein. Fehler in diesem System zur Eliminierung externer Common Mode Artefakte stammen entweder von zu großen Impedanzunterschieden zwischen zwei Elektroden oder einer schlechten „Ground“ Verbindung.

Eine zweite Verstärkung erfolgt nach der Filterung des Signals. Das wir eine Single-Ended Amplification genannt, weil es nur einen einzigen Input mit dem “Ground” vergleicht und dieses Signal verstärkt.


Filter
Ihr Verstärker besitzt zwei Filter, die dabei helfen, Störungen zu minimieren, die es schwierig machen würden, das EEG zu lesen. Es gibt den High-Pass Filter und den Low-Pass Filter. In einigen Instrumen wird diese Filterung bereits im Vorverstärker vorgenommen, der den Input von drei Elektroden erhält (Positiv, Negativ und Grund) In diesem Fall liegt er zwischen den Kabeln und dem Enkoder, der auf dem Tisch steht. Bei anderen Instrumenten befindet er sich im gleichen Gehäuse. Das Filtern erfolgt nach der Differentialverstärkung und vor der Single ended Verstärkung. Eine dritte Art der Filterung erfolgt durch den so genannten Notch Filter, der dazu dient, bestimmte Frequenzen wie 60 oder 50 Hz (Netzstrom in den USA/Europa) herauszufiltern. Diese Filter filtern nicht nur Frequenzen oberhalb oder unterhalb. Es ist ein komplexer Prozess um unerwünschte Frequenzen auszublenden, das bedeutet, deren Amplitude um einen gesetzten prozentualen Anteil zu mindern. Nähere Erläuterungen können sie in einem Lehrbuch über EEGs wie etwa das von Fisch (p46-54) entnehmen. Ein unvermeidbarer, unerwünschter Effekt des Low-Pass-Filters ist, dass er störende Artefakte wie Muskel Artefakte durch das Absenken der Amplitude und das Verlangsamen der beobachteten Frequenz dahingehend ändert, dass sie wie Bestandteile des beobachteten EEG erscheinen.

High-Pass Filter
Der High-Pass Filter hat die Aufgabe, die Ampitude der Wellen zu mindern, die in einer Frequenz unterhalb des Cut Offs gemessen werden. Er lässt nur Wellen passieren, die oberhalb der Cut off Frequenz liegen. Es handelt sich nicht um einen Alles Oder Nichts Filter, er sorgt eher für eine graduelle Eliminierung der Frequenzen. Die meisten Instrumente besitzen High Pass Filter bei 1 oder 2 Hz weil wir normalerweise nur nach Wellen sehen, die oberhalb von 3 Hz liegen, wenn wir klassisches Neurofeedbacktraining betreiben. In Krankenhäusern werden aber auch niedrigere Frequenzen zur EEG Beurteilung heran gezogen. Instruments wie der ProComp+ oder auch der Infiniti haben den High-Pass Filter bei 0.5 Hz. Delta Wellen können mit diesem Verstärker gut erkannt werden, obwohl man sorgfältig unterscheiden muss zwischen Delta Aktivität und Artefakten, die durch Augenbewegungen erzeugt werden.

Einige EEG Instrumente wie Lexicor, ermöglichen es, den High Pass Filter während des EEG ein oder auszuschalten. Während des Feedback wird man ihn aber eingeschaltet lassen. Ein niedriger Cut Off ergibt ein EEG, das Delta Aktivität anzeigt, was sinnvoll sein kann. Trotzdem können Interferenzen dafür sorgen, dass der High Pass Filter überfordert ist, wie etwa durch das Anlaufen eines Klimageräts oder einer Pumpe, die ein falsches Signal erzeugen, das der Amplifier zu spät entdeckt. Das daraus resultierende EEG könnte eine vereinzelte hohe Welle zeigen, die längere Zeit andauert, mit eingestreuten Harmonien oberhalb von Beta. Es gibt für jedes Design der High Pass Filter Argumente pro und kontra. Wenn wir über die EEG Instrumente sprechen, werden wir sehen, dass die Ingenieure Entscheidungen auf Grund von Abwägungen treffen mussten. Merken sie sich bitte, dass ein High Pass Filter eine Schwelle bei 0,5 bis 2 Hz setzt. Er wird deshalb auch Low-Frequenzy Filter genannt.



 [L1]This is repeated in the next paragraph, and it works better there.

Mittwoch, 23. März 2016

Verbesserte Version Section III Thompsons Neurofeedbackbook

KAPITEL III
DAS EEG: Frequenzen und normale und auffällige Wellen



Der Elektroenzephalograph dient dazu die elektrische Aktivität von Neuronen, den Nervenzellen des Gehirns, zu messen. Die daraus resultierende Darstellung wird Elektroenzophalogram genannt. (EEG)

Definitionen und
Beschreibungen vielgenutzer Begriffe

Quantitatives EEG

Definition
QEEG ist die Abkürzung für Quantitatives EEG. Dieser Begriff wird immer dann benutzt, wenn die Analysesoftware das EEG Signal in den verschiedensten Aspekten quantifiziert. Bei diesem Prozess geht einiges an Information verloren, während andererseits Informationen gewonnen werden. Beispielsweise gibt dieser Prozess keinerlei Auskunft über bestimmte Aspekte der Morphologie der EEG Wellen oder über das Vorkommen von einzelnen Wellenformen wie Bursts von Wellen mit hoher Amplitude, die unregelmäßig erscheinen. Solche Ereignisse werden den Durchschnittswerten, die das QEEG zeigt, geopfert. Andererseits macht die Darstellung gemittelter Werte in zu beobachtenden Frequenzbereichen und deren Ratios, es dem Therapeuten leichter, zu sehen, was im Gehirn des Probanden geschieht. Der Computer stellt die unterschiedlichsten Werte in Grafiken dar als ein Spektrum  der Magnitude, also der durchschnittlichen Amplitude in einem bestimmten Zeitabschnitt oder der Power im Verhältnis zur Frequenz, oder er zeichnet eine topographische Karte, die die EEG Aktivität an verschiedenen Elektrodenpositionen zeigt.



Normative Datenbanken
Es können auch Vergleichswerte aus normativen Datenbanken zur Auswertung benutzt werden. Es gibt mehrere Datenbanken, die auf dem Markt erhältlich sind und die dazu genutzt werden können 19 Kanal Assessments auszuwerten. Diese Datenbanken sind, in alphabetischer Reihenfolge, die von Frank Duffy, William Hudspeth, E. Roy John, Yuri Kropotov (WIN-EEG),Sterman und Kaiser (SKIL), Robert Thatcher (NeuroGuide), Thompson und Hagedorn (Evoke Neuroscience).


Amplitude und Power
Normalerweise wird das QEEG die Amplituden in Mikrovolt (µV) darstellen und die Power in Pikowatt (pW) für jede spezielle Frequenz an jedem der Messpunkte. Berechnungen der Ratios, der Standardabweichungen und andere statitische Größen werden ebenfalls angezeigt. Das QEEG wird in der Regel durch ein 19 Kanal EEG Assessment gewonnen, aber es ist auch möglich, quantitative Auswertungen von einer einzigen Elektrodenposition zu erhalten. Eine Einzelelektrode an Cz wurd in der Metastudie von Monastra, Lubar, Green und Linden (1999) benutzt, um die Theta/Beta Ratios von ADHS Kindern mit denen einer Kontrollgruppe zu vergleichen. Der Begriff QEEG ist also unabhängig von der Anzahl der ausgewerteten Messpunkte anwendbar.

Die Interpretation eines 19 Kanal QEEG ist nichts für Anfänger im Feld des Neurofeedback, deshalb wird es erst viel weiter hinten in diesem Buch behandelt werden. Dort wird man auch graphische Beispiele für solche 19 Kanal Assessments finden.


Das EEG Spektrum (Frequenzen) – Fast Fourier Transformation

Transformation von Time-Related Domain zur Frequenzy Domain.
Die Transformation der time-related domain des Roh EEG zur frequency domain zur Erstellung von statistischen Auswertungen erfolgt durch eine mathematische Kalkulation, die Fast Fourier Transformation (FFT). Jean Baptiste Fourier entdeckte, dass jedes wiederkehrende Signal in eine Serie von Sinuswellen interptretiert werden kann. Die Aufsplitterung einer komplexen Welle in ihre Komponenten kann man eine Fourier Analyse nennen. Fisch bemerkte dazu: “Die FFT Funktion basiert auf der Tatsache, dass jedes Signal als eine Kombination von Sinus und Kosinus Wellen unterschiedlicher Phasen, Frequenzen und Amplituden dargestellt werden kann.” (Fisch, 1999, p 125[L1] ). Das Quadrieren dieser Fourier Koeffizienten erfolgt, um ein Power Spektrum zu erhalten, das die in Pikowatt (pW) gemessene Power verschiedener Frequenzen zu einem bestimmten Messpunkt anzeigt. Diese Art der Darstellung wird beispielsweise benutzt, in den Datenauswertungen der meisten Assessment Programme der unterschiedlichen Anbieter von Neurofeedbacksoftware. Der Begriff Power wird auch in Thatchers NeuroGuide Programm benutzt, steht dort aber für quadrierte Mikrovolt Daten, die nicht mit einem Konstantwert multipliziert werden. Die NeuroGuide Software nennt diese Einheiten Pikowatt. Andere Programme wie beispielsweise BioGraph benutzen als Messgröße Mikrovolt, ein Wert, der besser zum Roh EEG passt, der aber keine so dramatischen Differenzen zwischen den Magnituden der Frequenzbänder anzeigt, weil die gewählte Maßeinheit kleiner ist. (Das Quadrieren einer Mikrovolt Ration ergibt eine Ratio in Pikowatt; wie auch immer, leichte Variationen der Messbedingungen die zu den ermittelten Werten führten, können diese Differenz überlagern.) Es muss angemerkt werden, dass das EEG nicht tatsächlich nur aus Signalen von Sinus Wellen besteht. Nichtsdestotrotz ist das Power Spektrum beachtenswert genau und ein wertvolles Instrument zur Auswertung des EEG.

Absolute Messwerte in den Frequenzbändern
Absolute band values sind Berechnungen, die auf Werten unterhalb der Spektralkurve dieser Frequenz basieren (Beispielsweise 4-8 Hz).  Das Dividieren zweier absolute band values führt zum Wert der RATIO genannt wird (eine solche Ratio für Theta/Beta Werte wird berechnet durch den Wert der Aktivität bei 4-8 Hz geteilt durch den PW Wert der Aktivität zwischen 13 und 21 Hz) Theoretisch gleicht diese Berechnung die unterschiedlichen Messbedingungen verursacht durch Haut und schlechten Kontakt aus. Nur so werden Vergleiche zwischen den Ratios von Personen mit ADHS wissenschaftlich vergleichbar. (Monastra et al., 1999; Jansen, 1995; Mann, 1992).

Warnungen
Erinnern sie sich: nach dem Quantifizieren des EEG verfügen wir über Messwerte und Grafiken (spektrale und topographische Darstellungen) die aber keine Aussage über die Morphologie des EEG beinhalten oder über unvermittelt auftretende Einzelwellen. Spikes und Wave Komplexe sind nicht in dieser Information enthalten. Die topographische Karte hilft uns auch nicht dabei, eine Aktivität zu lokalisieren. Topographische Karten sind ein Hilfsmittel die EEG Aktivität unter einer großen Anzahl von Elektrodenpositionen darzustellen. Sie zeigen exakt, welche Elektrodenposition die maximale Power einer bestimmten Frequenz aufweist. Man sollte aber sehr vorsichtig sein, bei der Interpretation dieser Karten. Aber erinnern sie sich bitte daran, dass einige wenige Amplituden mit hoher Amplitude den gleichen Messwert haben können wie deutlich kleinere Amplituden derselben Frequenz. Die Analyse wird aber ebenso durch Artefakte erschwert, so dass es Pflicht ist, die EEG Daten sorgfältig zu erheben und von Artefakten zu säubern, ehe man eine quantitative Auswertung versucht. Es ist unabdingbar, dass man das Roh EEG immer im Auge hat, bevor man zu irgendeinem Schluss gelangt. Topografische Karten beeindrucken, aber sie sollten im Gedächtnis behalten, dass es in Wahrheit nur 19 Messwerte eines 19 Kanal Assessments sind. All diese Messwerte, die farblich dargestellt werden, sind Annäherungswerte (Schätzwerte) Die einzige Möglichkeit, die räumliche Auflösung zu verbessern, besteht darin, die Anzahl der Messelektroden zu vermehren. Wie auch immer, auf die Zielsetzungen der Neurofeedbackanwendungen hat das alles nur einen geringen Einfluss.


Wellenformen, Frequenzen, Phase und Synchronizität
Morphologie
Morphologie (oder Wellenform) meint die Form einer Welle. Die folgenden Begriffe werden nur kurz im Basistext definiert, weil sie diese wahrscheinlich nie benutzen werden, aber sie könnten in Fachbüchern auf sie stoßen.

Reguläre und irreguläre Wellen
Reguläre Wellen  können als Sinuswellen auftreten, bogenförmig oder auch asymmetrisch und triangular, wobei sie wie die Zacken eines Sägeblattes aussehen. Irreguläre Wellen verändern in einem bestimmten Rhythmus Frequenz und Morphologie. 

Monophasische/Biphasische/Triphasische, Transiente, und Rhythmische Wellenformen und Wellenkomplexe
Eine Welle ist monophasisch, wenn sie entweder auf oder abwärts geht, biphasisch, wenn sie auf- und abwärts geht und triphasisch, wenn sie aus dreien solcher Komponenten besteht. Eine transiente Welle hebt sich deutlich gegen das Hintergrund EEG ab. Ein Komplex ist eine Sequenz von zwei oder mehreren Wellen, die wiederkehren in einer bestimmten, gleichbleibenden Form (Fisch, p 145). Sinuswellen, wie z.B. Alphawellen oder Spindeln wie Schlafspindeln oder ähnliche Wellen wie die des sensomotorischen Rhythmus, werden als rhythmisch beschrieben. 

Aktivität: Generalisierte und lateralisierte Wellen
Die beobachtete Aktivität kann generalisiert, lateralisiert oder fokal sein. Generalisierte Wellen sind weitgefächert und diffus, erscheinen zur gleichen Zeit in den meisten Kanälen, die aufgezeichnet werden Die Quelle kann näher eingegrenzt werden, wenn man eine referentiale Montage zur Auswertung benutzt, die anzeigt, dass das Maximum dieser Welle nur an einer Elektrode gemessen wurde, oder bei einer Phasenumkehr, die man in einer bipolaren Montage erkennen kann. Lateralisierte Wellen sind solche, die hauptsächlich auf einer Seite des Kopfes beobachtet werden. Fokale Wellen treten nur an einem Messpunkt oder unter einem Areal auf.

Phase

Wenn Wellen in Phase auftauchen, bedeutet das, dass sie zur gleichen Zeit absolut identisch auf einer anderen Region des Gehirns auftauchen. Wenn sie nicht übereinstimmen sind sie „out of phase“. Wie auch immer, die Wellen können auf gleiche Art und Weise auf und ab schwingen, aber trotzdem nicht zusammenhängen.  In diesem Falle würde eine Zeitlücke bestehen, die als „phase angle“ bekannt ist. Wenn dieser Winkel 180 Grad beträgt, wandern die Peaks in die jeweilige Gegenrichtung und das Ganze würde „phase reversal“ genannt. 

Anmerkungen (Fisch): “Phase: (1) Zeit oder Polaritäts Verhältnis zwischen einem Punkt auf einer Welle, in einer Ableitung und dem identischen Punkt auf derselben Welle, die sich gleichzeitig  in  einer anderen Ableitung findet. (2) Zeit oder Winkelverhältnis zwischen einem Punkt auf einer Welle und dem Anfang der Bewegung auf derselben Welle, gewöhnlicherweise ausgedrückt in Winkelgraden oder Radien.” (Fisch, p450) 

Note: Für den Begriff Richtung kann man auch das Synonym Kanal benutzen. Derivation meint den Prozess der Messung von einem Elektrodenpaar in einem EEG Kanal. (Fisch, p 443).

Synchronizität
Wenn die gleiche Wellenform zur gleichen Zeit auf beiden Seiten des Kopfes erscheint, sind sie in Phase und bisynchron. Wellen, die in verschiedenen Frequenzbändern ohne eine konstante zeitliche Beziehung erscheinen, werden asynchrone Wellen genannt. (Fisch, p 152)


Dominante Frequenz und Alter
Alter ist ein bestimmender Faktor bei der Feststellung der dominanten Hirnfrequenz. Die dominante Frequenz, gemessen mit geschlossenen Augen, liegt beim Erwachsenen normalerweise im Alpha Band um die 10 Hz. Es ist allgemein beschrieben, dass höhere Alpha Peak Frequenzen bei intelligenteren Menschen gefunden werden, das ist hauptsächlich dann der Fall, wenn der Alphapeak bei geschlossenen Augen bei 11 Hz und höher liegt. Die Intelligenz eines solchen Probanden ist wahrscheinlich höher als die eines, dessen Alpha Peak Frequenz bei 9,5 Hz endet. Eine höhere Intelligenz ist aber nicht immer vorteilhaft. Tom Budzynski merkte an, dass einige der brilliantesten Köpfe des Silicon Valley, mit denen er gearbeitet hat, sehr hohe Alpha Frequenzen besaßen, dafür aber sehr fragil waren.

In frontalen und zentralen Regionen ist bei Kindern unter 3 Jahren Delta dominant. Von 3 bis 5 Jahren wechselt die dominante Frequenz zu Theta. Low Alpha wird dominant zwischen 6 und 8 Jahren und diese dominante Frequenz verschiebt sich dann Schritt für Schritt zu höheren Alpha Frequenzen, bis beim Herwanwachsenden 10 Hz erreicht worden sind. Es ist wichtig, dass man den Entwicklungsaspekt des EEG im Gedächtnis behält, wenn man mit verschiedenen Altersgruppen arbeitet. Was bei einem 12 jährigen als Theta Exzess gelten würde, wäre beim 4 jährigen völlig normal.


Ryhthmen und Asymmetrien

Alpha
Alpha ist normalerweise höher auf der rechten Seite, aber die Differenz zwischen den Hirnhälften sollte nicht größer als 1,5 sein (Gibbs & Knott, 1949).  Der Alpha Rhythmus sollte beim Erwachsenen höher als 8 Hz liegen. Wenn die Alpha Frequenz niemals 8 Hz überschreitet, ist das eine Auffälligkeit. Eine Differenz von 1 Hz zwischen beiden Hirnhälften im Alpha Bereich weist auf eine Auffälligkeit hin und zwar auf der Seite mit der niedrigeren Alpa Frequenz. (Fisch, p185, 187). Alpha wird in erster Linie in den posterioren Regionen gefunden und weit entfernt vom präfrontalen Alpha, das nach Fisch in erster Linie als Augen Artefakt zu interpretieren ist, zumindest, solange man das Gegenteil nicht festlegen kann. Frontale und zentrale Alphadominanz ist auffällig.

Der Alpha Rhythmus wird normalerweise geblockt, oder zumindest reduziert, wenn die Augen geöffnet werden. Die Abwesenheit jeglicher Abschwächung ist abnormal, ebenso wenn nur auf einer Seite Alpha geblockt wird (Bancaud’s phenomenon). Das Alpha bei geschlossenen Augen repräsentiert einen aufmerksamen Wachzustand, wenn die Person schläfrig wird, reduziert sich Alpha und Theta Aktivität steigt an.

Alpha wird mit dem visuellen System in Verbindung gebracht und scheint mit einem Ruhezustand bei vermindertem visuellen Input zusammenzuhängen.

Beta
Beta Aktivität im Bereich über 13 Hz wird vornehmlich beim Erwachsenen gefunden. Beta läuft eher desynchron als rhythmisch. Es ist fast immer ein Zeichen für eine normale Hirnfunktion. Sie Asymmetrie von Beta zwischen den Hirnhälften sollte nicht größer als 35% der Amplitude auf der Seite mit der höheren Amplitude sein. Wenn die Differenz größer ist, ist die Seite mit der niedrigeren Amplitude abnormal. (Fisch, p 181)


Bewusstseinszustände, Wellenformen und EEG Bänder

Historischer Kontext
Unterschiedliche Wellen werden in den unterschiedlichen EEG Bändern beobachtet. Eine sehr schöne Analogie ist die zu einer Seeoberfläche. Es gibt sehr große Wellen, zum Beispiel von einer Fähre, und kleinere regelmäßigere Wellen wenn ein Motorboot vorbeifährt, und leicht unregelmäßige und desynchrone Bewegungen, wenn ein Wind über den See fegt. Wechselnde Ladungen wechseln zwischen postiv, negativ und dann wieder positiv. Wechselnde Ladungen werden Wellen verursachen, wenn sie eine Zeitlang aufgezeichnet werden. Dieser Vorgang wurde erstmals von Richard Caton 1875 beschrieben, als er einen Galvanometer benutzte, um die elektrische Aktivität im Kortex eines Hasen nachzuweisen. Er zeigte die Wellen mit Hilfe eines Lichts, das die Wellen als Schatten auf der Wand sichtbar machte. 1920 war es Hans Berger, der als erster ein menschliches EEG aufzeichnete und darüber berichtete. Er benutzte Papieraufzeichnungen mit Hilfe einer Reihe von Stiften die mit den verschiedenen EEG Kanälen verbunden waren. Das war die allgemein übliche Methode, bis uns Computer ermöglichten, das EEG als digitalisiertes Signal einzufangen und auf dem Computerbildschirm darzustellen. Einige Krankenhaus EEG Geräte schreiben immer noch auf Papier, aber auch die Neurologen wechseln immer öfter zum Computer Display.


Frequenzbänder


Bevor wir Bandbreiten beschreiben ist es wichtig, zu verstehen, dass die Frequenz einer Welle nur die Anzahl des Vorkommens dieser Welle in der Sekunde ist. Wenn wir uns vorstellen, dass ein Motorboot 4 Wellen produziert, die in einer Sekunde ein Dock passieren, dann wissen wir, dass jede von diesen Wellen 250 ms dauerte. Die Frequenz dieser Welle würde bei 4 Zyklen in der Sekunde liegen. Das wird gewöhnlich als 4 Hz berzeichnet. Hz ist eine Abkürzung des Namens eines deutschen Physikers, Heinrich Hertz, der am Ausgang des 19 Jahrhunderts als erster Wellen auf diese Art beschrieb. Vier Hz liegt im Theta Band, wie weiter unten beschrieben werden wird. Das EEG ist größtenteils eine wellenförmige Linie. Diese Linie besteht aus Wellen mit vielen unterschiedllichen Morphologien und Frequenzen, gemessen nach der Anzahl des Vorkommens dieser Welle in einer Sekunde. Manchmal sieht man schnelle Wellen, die auf langsameren Wellen reiten. Alle Frequenzen sind in der schmalen Wellenlinie des EEG zusammengemischt anwesend. 

Bandbreiten beschreiben die Breite bestimmter Frequenzbänder. Beispielsweise wird die relativ hohe Amplitude einer synchronen Alpha Welle, die wir bei geschlossenen Augen des Probanden zu sehen bekommen, normalerweise in einem Frequenzbereich zwischen 8 und 12 Hz liegen 8-12 Zyklen pro Sekunde. Es gibt aber auch langsamere Alpha Wellen, speziell bei Kindern, die nur bei 6-7 Hz liegen oder auch schnellere, die bei 13-14 Hz liegen. Es ist die Morphologie, nicht die Frequenz, die entscheidet, was eine Alpha Welle ist und was nicht. Ort, Amplitude und Reaktivität wie beispielsweise beim Alpha Block durch Augen Öffnen, bieten weitere Hinweise. Eine typische Bandbreite ist niemals statisch. Der folgende Abschnitt diskutiert einige der typischen Bandbreiten und das Alter sowie den mentalen Zustand, der vorliegt, wenn eine bestimmte Bandbreite hauptsächlich beobachtet wird.

Das Spektrum
Um leichter sichtbar zu machen, welche Bandbreite hohe Amplituden aufweist und welche niedrige während unterschiedlicher mentaler Zustände und Tätigkeiten, wird eine Spektrum benutzt, also ein Histogramm, dass die Amplitude in jeder Frequenz normalerweise zwischen 2 und 32 Hz zeigt. Es kann hilfreich sein, ein Spektrum abzudecken, das bis 60 Hz reicht, so dass man elektrische Interferenzen aus dem Stromnetz oder Muskelartefakte besser erkennen kann. Hohe 60 Hz Aktivität kann aber auch ein Hinweis auf eine schlechte Impedanz sein, die von einem unzureichenden Kontakt zwischen Haut und Elektrode herrührt. (In Europa, Asien und Australien arbeitet das Stromnetz mit 50 Hz) Um zu verstehen, was ein Spektrum ist, stellen sie sich bitte 61 Container in einer Reihe vor. Dann fragen sie den Computer, aus dem sehr komplexen EEG all jene hervorzuheben, die 1 Hz haben, um diese in einem Turm zu stellen. Dann bitten sie den Computer dasselbe mit allen 2 Hz Wellen zu tun und diese als zweiten Turm aufzubauen, dann alle mit 3 Hz und so immer weiter bis 62 Hz.  Dann befehlen sie dem Computer daraus ein Histogramm der Höhe jeder Reihe zu erstellen, um die Power in Pikowatt zu repräsentieren (oder die Amplitude in Mikrovolt, abhängig davon, welches EEG Gerät sie benutzen.) Die schnellen, modernen Computer sind in der Lage, diese mathematische Leistung (Fast Fourier Transformation) in Millisekunden als Graphik zu präsentieren. Die Amplitude nimmt gewöhnlich kontinuierlich ab, wenn man sich von 2 Hz zu 62 Hz bewegt, weil Knochen und Haut schneller Frequenzen stärker reduzieren als langsame Frequenzen. Deshalb gilt, wenn man einen starken Anstieg oder eine Absenkung in irgendeinem speziellen Bandbereich wahrnimmt, dass diese Tatsache auffällig ist. Als Ausnahme gilt der Anstieg des Alpha Bands beim Erwachsenen mit geschlossenen Augen. Man wird einen steilen Anstieg der Alpha Aktivität sehen.


Magnitude und Amplitude
Wir sprachen bereits über die Magnitude der Welle als gemittelten Powerwert in Pikowatt innerhalb einer definierten Zeitperiode. Die Amplitude ist die Höhe der EEG Welle gemessen in Mikrovolt, einem Millionenstel Volt. In den meisten EEG Geräten, zeigt jede Grafik die durchschnittliche Amplitude dieser Frequenz in einer Sekunde. Das Verhältnis zwischen zwei Messungen ist das Power das Quadrat der Amplitudensstärke ist (x 6.14) Dementsprechend ist die Power erheblich höher.


Sensitivität und Gewinn 
Die EEG Geräte wurden so eingestellt, dass sie eine genaue Schätzung der Amplituden der EEG Wellen erhalten. Diese Amplituden Messung basiert auf dem Vergleich des EEG Signals mit der Höhe eine Welle eines Kalibrierungssignals. Ihr Verstärker vollbringt seine Arbeit in Kategorien der Sensitivität und des Gewinns. Dementsprechend haben Verstärker bekannte Sensitivitäten die in einer festen Einheit in µV/mm bekannt sind (Eine höhere Sensitivität bedeutet geringere Verstärkung der Aufnahme) Damit wird ein Kalibrierungssignal von 50 mv eine Abschwächung der Welle um 7 mm bedeuten, da der Verstärker eine Sesitivität von 7 mv/mm besitzt. Also wird jedes Signal, das 4 mm hoch ist zu einer Amplitude von 28 mv (7 mm x 4 mv)(siehe Fisch, 1999, p45, 149). (Diese Ausführungen setzen voraus, dass das Kalibrierungssignal mit demselben Filter und den gleichen Gains gesetzt wurde. Sie müssen die Sensitivität verändern, wenn sie mit verschiedenen Altersgruppen arbeiten, weil Kinder eine sehr viel höhere Amplitude besitzen als Erwachsene. Sie müssen die Sensitivität herabsetzen und damit die Verstärkung mindern, wenn sie mit Kindern arbeiten.

Gain oder Gewinn ist ein Begriff, der das Verhältnis der Voltstärke eines Signals am Verstärkerausgang in Beziehung setzt zur Voltstärke am Verstärkereingang. Beispielsweise ist ein gain of 10V/10mv = 1 Million. Man findet den gain Wert in den Spezifikationswerten Ihres Verstärkers. Ein gain von 1 Million (oder 106) entspricht 120 Dezibel. Ein einfacher Weg das zur berechnen ist die Multiplikation der Power mit dem Faktor 20 plus 10 (20 x 6 = 120 Dezibel)



Der Zusammenhang zwischen typischen Bandbreiten und mentalen Zuständen
Es gibt keine guten oder schlechten Frequenzen. Alle Frequenzen sind im richtigen Augenblick bei der Bewältigung einer bestimmten Aufgabe adäquat. Die effizientesten Gehirne zeigen Flexibilität und sind in der Lage, entsprechend jeder Aufgabe, zwischen den Frequenzen zu wechseln. Man könnte die Frequenzbänder mit den Gängen eines Autos vergleichen; man braucht alle Gänge und man wünscht sich, dass man sie leicht wechseln kann.


Delta
0.5-3 Hz (0.5-3 Zyklen in der Sekunde) Wellen werden Delta genannt. Delta ist bei Kleinkindern die dominante Frequenz. Diese Wellen werden wahrscheinlich im Kortex generiert (Layer V) und haben eine Korrelation mit Perioden verringerter Aktivität von Pyramidenzellen. Diese Wellen werden bei Menschen aller Altersgruppen im Schlaf gefunden. Im Stadium 4 Schlaf sind mehr als 50% der EEG Wellen im Delta Bereich. Im Wachzustand kommen sie bei Kleinkindern vor oder bei Kindern mit Lernschwierigkeiten sowie bei Menschen mit Hirnschäden. Delta Aktivität ist die dominante Frequenz bei gesunden Kleinkindern die älter als 6 Monate sind. Zu beachten sind Eye Blinks und Augenbewegungen, die Delta ähnliche Artefakte erzeugen.

Theta
3-7 Hz, 4-7 Hz or 4-8 Hz Wellen werden Theta genannt. Hauptsächlich stammt dieser Rhythmus wohl von Generatoren in Thalamus und dem limbischen System (Septal Area). Hippocampales Theta wurde bei Ratten und vor Kurzem auch bei Menschen beobachtet. Es scheint mit der Aktivierung von Erinnerungen und der Fähigkeit zusammenzuhängen auf Stimuli zu reagieren oder nicht. Theta Wellen dominieren das EEG zwischen 6 Monaten und 6-7 Jahren. Bei älteren Klienten ist das starke Vorkommen von Theta Aktivität mit Müdigkeit und Geistesabwesenheit z.B. im Unterricht oder bei der Arbeit assoziiert, aber auch bei mangelnder Aufmerksamkeit gegenüber dem äußeren Geschehen. Man denkt, dass diese Art des Theta von Nuklei des Thalamus stammt. Man wird trotz der hohen Theta Aktivität seinen Weg ohne Stolpern gehen können, weil man sich auf automatisierte Reaktionen verlassen kann.
      Zu erwähnen ist, dass der sehr Kreative eine hohe Theta Aktivität während eines Schaffensprozesses zeigt, weil dieser Bewusstseinszustand dem hypnagogischen Zustand vor dem Einschlafen ähnelt.Tatsächlich soll Thomas Edison  Sekundenschlaf mit einem kleinen Ball aus Metall, den er in der jeder Hand hielt, und einer Metallplatte am Boden überstanden haben. Seine Absicht war es, den Moment eines besonders kreativen Zustandes, kurz vor Einsetzen des Schlafes, zu nutzen. Durch die sich im beginnenden Schlaf entspannenden Muskeln, würde er seine Hände öffnen und der auf die Metallplatte aufschlagende Ball würde ihn wecken. Daraufhin würde er sehr rasch die Ideen, die ihm gekommen waren aufschreiben. Analytiker nutzen diesen Zustand bei Ihren Klienten zum freien Assoziieren von Erinnerungen und Fantasien. Wellen mit einer Frequenz von 7 Hz können aber auch bei einem Menschen beobachtet werden, der visualisiert. Während des Vollbringens von Spitzenleistungen wird man einen Anstieg der Theta Aktivität zwischen 6 und 8 Hz beobachten, als Hinweis auf eine intensive Verarbeitung von Informationen. Vielleicht ist das aber auch nur ein Zeichen, dass Visualisierungstechniken benutzt werden, oder Theta reflektiert in diesem Fall Prozesse der  Erinnerung und der kognitiven Verarbeitung. Der Zeitpunkt an dem das Powerspektrum der Alpha Amplitude sich mit der Theta Aktivität überschneidet wird die Transitionsfrequenz genannt: erwähnt werden muss natürlich, dass exzessives Theta typischerweise bei Menschen mit Aufmerksamkeitsstörungen zu beobachten ist.

Alpha
8-12 Hz  Solche Wellen werden Alpha Wellen genannt, wenn sie eine regelmäßige Sinusform zeigen. Der Generator dieses Rhythmus liegt wahrscheinlich ebenfalls im Thalamus. Diese symmetrischen Wellen werden bei 90% aller Menschen bei geschlossenen Augen beobachtet. Diese Wellen sind die dominante Frequenz des EEG (bei geschlossenen Augen) zwischen 9-11 Jahren und dem Erwachsenenalter. Wir stellen uns den Alpa Zustand gerne als Resting State, also Ruhezustand vor. Wenn wir eine Problemlösung beenden (beispielweise, wenn ein Pilot gelandet ist, oder wenn ein Kind eine Mathematik Aufgabe gelöst hat) scheint das Gehirn sich im Alphazustand auszuruhen. Wenn wir  Kindern die Gehirnwellen erklären, sagen wir manchmal scherzhaft, dass das Gehirn ein sehr faules Organ ist. Es ruht sich im Alphazustand immer dann aus, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt. Wir reflektieren oft über ein Problem, während unser Gehirn Alpha produziert, es kann also auch ein Zeichen für einen kreativen Zustand sein. Klienten mit Angst- oder Stresssymptomen zeigen oftmals abgeschwächte Alphaaktivität. Wenn ein Mensch tagträumerisch ist, zeigt er Alphaaktivität an zentralen Ableitungspunkten, ebenso, wenn er meditiert  (vor allen Dingen, bei den Meditationstechniken, die einen inneren Fokus verlangen wie z.B. Yoga.) Alphaanstiege zeigen sich auch nach dem Genuss von Marihuana oder Haschisch, wobei nach dem Drogenkonsum die Erhöhung oft längere Zeit anhält. (Auch bei geöffneten Augen) 

Low Alpha
8-10 Hz  Frequenzen werden meistens als Low Alpha bezeichnet. (Niedrig meint hier das Frequenz Band und nicht die Amplitude der Welle. Um es genauer zu sagen: was wir als Low Alpha bezeichnen, ist das Alpha das unter der Alpha Peakfrequenz des Probanden liegt die wir bei geschlossenen Augen ermitteln. Diese Peak Frequenz kann mit dem Alter oder dem kognitiven Abbau abnehmen. Wie bereits erwähnt haben intelligenter Menschen normalerweise eine höhere Alpha Peak Frequenz. Meditation wird oftmals mit Alpha Frequenzen in Verbindung gebracht. Es ist ein ruhiger und entspannter Zustand, aber es ist auch ein Zustand, in dem uns die äußere Welt wenig interessiert: Wir befinden uns sozusagen im eigenen Kopf. Wenn mich Studenten fragen: “Ist Alpha nicht wirklich eine gute Frequenz?” antworte ich, ja, das ist sie, aber man sollte im Hinterkopf haben, dass ein meditativer Zustand im Klassenraum oder in einer Vorlesung ungünstig ist. Man wünscht sich einen der Situation angemessenen mentalen Zustand. Sowohl Low Alpha als auch Theta zeigen im Tagesablauf schwankende Variationen. Gegen 11 Uhr vormittags werden höhere Amplituden beobachtetals um 13 Uhr oder um 15 Uhr. Die Höhe der Amplitudenveränderung und der exakte Zeitpunkt variieren zwischen den Individuen und hängen auch mit Erschöpfung zusammen. Die Peaks sind aber unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Die Veränderungen der Amplituden im Tagesablauf sind für den Therapeuten wichtig, der Pre und Post EEG Messungen vornehmen möchte. Vergleichbare Daten erhält man nur zur gleichen Tageszeit.

High Alpha
11-12 Hz (oder 11-13 Hz) kann als High Alpha bezeichnet werden. Frequenzen um 11-12 Hz können mit einem Zustand offener Aufmerksamkeit (open awarness) assoziiert werden. Mit open awarness ist ein Zustand gemeint in dem man in der Lage ist auf alle möglichen Veränderungen in der Umgebung rasch zu reagieren. Bei Athleten ist dieser Bewusstseinszustand assoziiert mit raschen Reflexen und exakten Reaktionen. Die Fähigkeiten Situationen zu erfassen, die ein Profi Hockeyspieler, ein Fußballstar oder ein Träger des scharzen Gürtels, der in der Lage ist mit mehreren Gegnern zu kämpfen, zeigt, wird gerne mit 12 Hz Aktivität in Verbindung gebracht. (Obwohl es in Situationen des wirklichen Lebens nicht nachgewiesen ist). Der Bewusstseinzustand, der durch eine erhöhte Aktivität im Frequenzband zwischen 10 und 12 Hz angezeigt wird, gilt als ein Zustand körperlicher und mentaler Ruhe, den man benötigt, bevor man handelt: beispielsweise der Moment, bevor und auch der während der Bogenschütze einen Pfeil abschießt. (Landers, 1991). Open Awareness ist ein Teil des Bewusstseinzustandes, den man die Zone nennt. Der ideale mentale Zustand den alle Top Leister aufsuchen um ihre besten Leistungen abzurufen. Die Produktion von Frequenzenzwischen 11-13 Hz EEG Aktivität ist wahrscheinlich das allgemeinste Ziel jeden Peak Performance Trainings im Neurofeedback.


Beta
Beta Wellen sind schneller als 12 Hz. Mit Ausnahme des sensomotorischen Rhytmus, der weiter unten näher beschrieben wird, werden Beta Wellen vom Hirnstamm und dem Kortex generiert. Im Kortex zeigt Beta lokale Aktivität in einer eingegrenzten Zone unter der aktiven Elektrode an. Wir produzieren Beta im Wachzustand, wenn wir geistig beweglich, nach außen orientiert, logisch, aufmerksam und lösungsorientiert sind. Es wird auch zu beobachten sein, wenn wir einem Vortrag zuhören oder ein Problem lösen. Es kann aber auch sein, dass wir angespannt und ängstlich sind. Beta ist ein Anzeichen guter Funktion, aber eine Asymmetrie von mehr als 35% kann auf eine Anormalität auf der Seite mit der niedrigeren Amplitude hinweisen. (Fisch, 1999, p 192). Excessives Beta kann auch eine Folge einer Medikation mitt Benzodiazepinen oder Barbituraten sein. Das breite Beta Band kann in schmalere Frequenz Bänder aufgeteilt werden, die mit anderen kortikalen Funktionen zusammenhängen, wie im Folgenden beschrieben.

Sensomotorischer Rhythmus
13-15 Hz wird Sensomotorischer Rhythmus genannt (SMR), wenn er am Sensomotorischen Streifen (C3, Cz, C4) gefunden wird. Wie bereits erwähnt besitzt diese Frequenz keinen griechischen Buchstaben, der sie bezeichnet, weil Sterman bereits 1967 die Bezeichnung SMR kreiert hat. Es handelt sich um eine sehr spezielle Form von EEG Wellen, die spindelförmig ist. Sie wird im ventral-basalen Nukleus des Thalamus produziert. Es handelt sich ebenfalls um eine Art Ruhemodus. SMR erscheint immer dann, wenn eine Aktivitätsverringerung der sensorischen und motorischen Bahnen, die durch den Thalamus laufen, zu beobachten ist; das bedeutet, SMR tritt immer dann auf, wenn dem sensorischen Input und dem motorischen Output weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es ist notwendig, aber nicht ausreichend, dass man sich ruhig verhält, um diesen Rhythmus zu produzieren. Ein Wechsel des Muskeltonus zeigt an, dass die Person (oder die Katze, bzw. der Affe in Stermans frühen Versuchen) mental aufmerksam ist, ohne dass sich die Muskelanspannung erhöht. SMR wird entlang des sensomotorischen Streifens des Kortex gemessen, die gleichen Frequenzen werden an allen anderen Ableitungspunkten Beta genannt. Die Form dieser Wellen, die im gleichen Frequenzband liegen, aber anderswo gemessen werden, ist normalerweise eine andere: es handelt sich um desynchrone schnelle Wellen, die keine Spindelform aufweisen. Anzumerken ist wohl, dass die Spindelform der Wellen deutlicher sichtbar ist, wenn die Elektroden, wie in Stermans Versuchen, implantiert werden. An der Kopfoberfläche ist es schwerer diese zu erkennen. SMR scheint mit einem ruhigen mentalen Zustand mit einer Tendenz, nachzudenken, ehe man handelt, assoziiert zu sein. Es ist also wichtig, SMR anzuheben, bei all den Klienten, die Probleme mit Hyperaktivität oder Impulsivität haben.

Low Beta
16-20 Hz Frequenzen nennen wir in der Regel Low Beta. Wir betrachten es als das Problemlösungs Beta. Natürlich wird Beta auch zwischen 12 und 15 Hz gesehen und manchmal auch bei Frequenzen über 20 Hz. Während des ersten EEG kann der Beta Anstieg dem Kind und den Eltern leicht demonstriert werden, indem man das Kind multiplizieren lässt, während eine Auswertung des EEG Spektrums in Einzelfrequenzen als Grafik oder Zahl sichtbar ist.  Das kann sehr beeindruckend sein, wenn eine 17 Hz Aktivität im gleichen Augenblick in der Amplitude anwächst, während Theta und Low Alphawerte (8-10Hz) sinken. 

High Beta
Beta Spindeln  
Damit sind Ausbrüche oder Bursts von Beta Wellen in einem raschem Steigen und Fallen, das wie eine Spindel aussieht, gemeint. Obwohl es auch unter 20 Hz liegen kann, liegen die meisten Spindeln von schnellem Beta über 20 Hz. Sie können mit einer epileptischen Aura in Verbindung stehen. Sie könnten auch zu einem Krankheitsprozess gehlren oder kortikale Irritabilität anzeigen. Sie werden bei ADHS beobachtet. Im zweiten Teil des Buches diskutieren wir, wie der Zusammenhang zwischen einem Herabtrainieren von Beta in betroffenen Regionen und einer Abnahme der Symptome.

19-21 Hz or 20-23 Hz Beta scheint bei ängstlichen Patienten anzusteigen (über das Beta Level von 16-18 Hz). Dieser Anstieg könnte mit emotionaler Intensität zusammenhängen. Man sollte bei jedem Klienten prüfen, ob dieser Anstieg mit produktiven Gedanken, die produktiv, aber zu intensiv sind, zusammenhängt oder mit unproduktivem, Angst besetzten Denken.

Anmerkung:
Wichtig für Neurofeedbacktherapeuten ist es, immer zu wissen, wie das innere Erleben des Klienten ist. Dabei sollte das Prüfen der Emotionen des Klienten ohne einen künstlich vorab hergestellten Bezug zu einer Hirnfrequenz erfolgen.

24-36 Hz Beta wird bei Menschen die besorgt sind oder an Gedankenrasen leiden oft als hohe Amplitude beobachtet. Solche Klienten fühlen sich oft ausgebrannt. Sie können an Hypervigilanz leiden. Wir müssen bei Menschen Mitte Zwanzig mit einer solchen Spitze auch daran denken, dass sie oder Familienmitglieder alkohol- oder drogenabhängig sind. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Klient eine Tendenz besitzt, Angst durch das Trinken von Alkohol oder die Einnahme von Drogen zu mildern. Aber bitte Vorsicht: solche hochfrequenten Bursts von Beta werden auch bei äußerst intelligenten Personen bei Multitaskingaufgaben beobachtet. Frequenzen über 30 Hz werden manchmal als Gamma Wellen bezeichnet.

Sheer Rhythmus
38-42 Hz Beta wird als Sheer Rhythmus bezeichnet, unter Bezugnahme auf David Sheer, der in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Studien über das Erhöhen von 40 Hz Frequenzen erstellte. Dieser Ryhthmus scheint wichtig für das Lernen zu sein. Er könnte einen Typ der Aufmerksamkeit anzeigen, der es dem Menschen erlaubt, verschiedene Aspekte eines Objekts in einer Zusammenfassung zu ordnen. Diese Frequenz wird deshalb, unter Bezugnahme auf einige Kliniker, Bindungs Rhythmus genannt, und wird mit Spitzenleistungen in Verbindung gebracht. Untersuchungen an der Penn State University, State College Campus, zeigten, dass Athleten, die auf einem Balance Brett angehalten wurden, sich so weit wie möglich vorzuneigen 40 Hz Aktivität immer dann produzierten, wenn sie ihre Balance korrigierten, um nicht zu stürzen. Einer der Athleten, der eine Hirnerschütterung ausheilte, zeigte schlechtere Balanceergebnisse und war tatsächlich nicht in der Lage 40 Hz Frequenzen zu generieren. Wir sind deshalb bedacht darauf, diese Frequenzen niemals in einen Inhibit der Artefakte einzubauen (EMG). 


Elektrische Aktivität
50 Hz sind in Europa, Israel, Asien und Australien, 60 Hz in Nord Amerika oft beobachtete Interferenzen des aufgezeichneten EEG mit der elektrischen Aktivität in den Stromleitungen. Wenn diese Frequenzen erhöht sind, ist das ein Hinweis alle unerwünschten Stromquellen, die Artefakte verursachen können, auszuschalten, und die Elektroden Verbindungen zu überprüfen. Manchmal genügt es, wenn man die Impedanzen jeder Elektrode verbessert, eine Common Mode Rejection, die man im Programm einstellen kann, führt dazu, dass der Verstärker diese Frequenzen außer Acht lässt. Anzumerken ist auch, dass unterschiedliche Impedanzen zwischen den Messpunkten zu Störungen in den elektrischen Zuleitungen führen können, die als elektrische Artefakte sichtbar werden. Andere mögliche Quellen wie Lampen, Stromkabel und andere elektrische Geräte können ebenfalls zu diesen Artefakten führen.


EMG
Schnelle scharfe Wellen oder ‘H’ Formen werden beobachtet, wenn es EMG (Elektromyogramm) Interferenzen gibt. Die Frequenz der meisten Muskelbewegungen liegt über 60 Hz, aber sie besitzen eine hohe Stromstärke, die den Filter überschwemmt und eine Interferenz mit den langsamen Frequenzen, die man im EEG beobachtet, eingeht. In unserer EEG Arbeit nennet man solche Interferenzen Artefakte. Damit ist ein Signal gemeint, das nicht vom EEG stammt.  EMG Artefakte werden eher die niedrigeren Amplituden hoher Frequenzen als die hohen Amplituden langsamer Frequenzen überlagern.

Allgemeine beschreibende Ausdrücke des Neurofeedback.

Slow Waves (langsame Wellen)
Damit sind alle Wellen gemeint, die langsamer als 12 hz sind, inklusive Delta, Theta und Alpha Wellen.

Fast Waves (schnelle Wellen)
Damit sind alle Wellen gemeint, die schneller als 12 Hz sind (12 Hz kann als langsam oder als schnell betrachtet werden, je nach der Wellenform, (Alpha oder SMR/Beta)


Wellen, die normalerweise in der Neurofeedbacktherapie keine Rolle spielen.

Lambda Waves (Lambda Wellen)
Lambda Wellen sind positive, sägezahnartige Wellen, die in den occipitalen Regionen des Gehirns gefunden werden. Sie werden hervorgerufen durch visuelles Scannen oder das detailgenaue Betrachten eines Gegenstandes. Sie dauern 100-250 ms. Sie werden im typischen Krankenhaus EEG selten beobachtet, weil diese immer bei geschlossenen Augen erhoben werden. Wenn wir ein Full Cap Asssessment machen, sehen wir diese Wellen oft, weil wir den Klienten dabei lesen lassen. Lambda ist nur dann als anormal zu betrachten, wenn die Wellen stark asymmetrisch sind. Die Anormalität liegt auf der Seite mit der niedrigeren Amplitude. (Fisch, p193). In diesem Text werden diese Wellen nur erwähnen, uns aber nicht weiter darüber auslassen.







In der unteren Grafik zeigt Gunkelman, dass Lambda Wellen scharf abwärts zeigen (elektrisch positiv), und sie werden gehäuft auftreten, wenn die Person liest.
[L2] 
Lambda ist die occipitale abwärts, also positive, scharfe Absenkung, die mehrfach zu beobachten ist. Danke an Jay Gunkelmann, der uns dieses Beispiel zeigt.




Mu Waves
Mu Wellen sind oftmals verwirrend. Sie ähneln Alpha Wellen und werden gewöhnlich zwischen 7-11 Hz gefunden. Mu wird meistens an C3 und C4. aufgezeichnet.  Da die meisten Lesen mit Menschen arbeiten, die Probleme mit der Aufmerksamkeit und Konzentration haben, ist es wichtig, diese Aktivität von zentraler Alpha Aktivität zu unterscheiden, die bei einigen Typen der Aufmerksamkeitsstörung zu beobachten ist. Mu wird immer dann geblockt, wenn der Proband die Faust ballt. Diese Blockade der Mu Wellen beobachten man meistens an der kontra lateralen Seite (der Kopfseite, die der geballten Faust gegenüberliegt) Man kann den Klienten auch dazu auffodern, seine Augen zu schließen und wieder zu öffnen. Wenn der Klient die Augen öffnet, wird Alpha geblockt, aber MU ist weiterhin in der zentralen Region sichtbar. Die einzige Anormalität im Zusammenhang mit Mu Wellen besteht dann, wenn diese Mu Wellen nur auf einer Kopfseite beobachtet werden. Obwohl die meisten Menschen keine Mu Wellen produzieren, gehörden sie zu den normalen Varianten des EEG. Mu Wellen werden bei ungefähr 7% der Bevölkerung gefunden. Tatsächlich sind es aber in 50% der Fälle ADHS Klienten, die Mu Wellen zeigen.

Morphologie
·         Mu Wellen haben eine deutlich erkennbare arkadenförmige Spitze und einen geschwungenen Boden (oder umgekehrt) Diese Wellen werden deshalb oftmals Wicked Rhythmus genannt.  Diese Wellen erscheinen eher monomorphisch als sinusförmig.
·         Vergleichen Sie bitte mit biphasischen Wellen, die zwei Spitzen besitzen wie z.B. EMG Wellen.
·         Vergleichen Sie mit den Alpha typischen Sinuswellen, die in der Regel keine Spitze aufweisen.
·         Man kann mit relativer Sicherheit davon ausgehen, dass man zentrales Alpha immer in Verbindung mit occipitalen und parietalem Alpha finden wird.









Die unten gezeigte Grafik zeigt Mu Wellen an F4-C4 [L3] aufgezeichnet in einer longitudinalen sequentiellen Montage.

Laplacian Montage, note Mu at C4 – aC4.



Im Neurofeedback selten zu beobachtende Wellen
Wie bereits ausgeführt können EEG Wellen regulär wie z.B. Theta Wellen oder irregulär, wie z.B. Burts von Theta mit aufgesetzten Beta Wellen, erscheinen. EEG Wellen können sinusförmig wie Alpha Wellen sein. Sie können wie Spindeln aussehen (SMR), die klein beginnen und in der Amplitudenhöhe wachsen, um in einen Spindelryhthmus überzugehen (in einen Webe Rhythmus). Seltener beobachten wir Sharp Waves oder Spikes oder gar Kombinationen beider Wellen als Spike Wave Komplexe oder Poly Spikes.





Spikes

Spikes:  Diese Wellen haben eine Dauer von 20-70 ms. Sie sehen genauso aus, wie es der Name suggeriert. Es ist eine Spitze und es würde weh tun, sich darauf niederzulassen. Die Spike Welle ist in Bezug auf den steilen Anstieg und den raschen Abfall eine Einzelerscheinung. Die Amplitude des Spike ist fast immer erheblich höher als die Hintergrund Aktivität (zwischen 40- und1 00 mv).






Obwohl diese EEG Aufnahme bei einer Frau die unter Epilepsie leidet gemacht wurde, handelt es sich hier um ein Muskealartefakt, weil der Spike in zwei Richtungen geht (myogenic spike biphasic). Er unterscheidet sich auch durch das Fehlen der nachfolgenden Slow Wave, dem Nachhall vieler zerebraler Spikes. Ein Spike mit nachfolgender langsamer Welle ist die für Epilepsie charakteristische Erscheinung. Dies ist eine interiktale (anfallsfreie Zeit) EEG Aufzeichnung eines Klienten mit teilkomplexen Anfällen. Beachten Sie die hochamplitudige Aktivität der langsamen Wellen. Wie auch immer, das Platzieren der Elektrode 1 cm oberhalb eines Punktes, der ein Drittel des Weges auf einer gedachten Linie vom gegenüberliegenden Ohr zum lateralen Augenwinkel (geeignet zum Messen interikaler Aktivität) beträgt, ist auch eine Elektrodenplatzierung, die dazu geeignet ist einen lateralen Augenwinkel Spike zu messen, der von den Augenmuskeln generiert wird. Dieser Spike kann ohne sichbare Augenbewegungen erzeugt werden, weil diese Spikes wie von einer Single Motor Unit (SMU) und nicht wie eine Kontraktion generiert werden. Es handelt sich also um ein Artefakt, nicht um eine Absonderlichkeit des EEG. Wir danken Jay Gunkelman für die Interpretation)




Spike und Wave

Regelmäßige im Ryhthmus von 3 mal pro Sekunde auftauchende Koppelungen von Spikes und Wellen sind ein charakteristisches Merkmal der Absence (Petit Mal) Beachten Sie bitte die sehr große Amplitudenhöhe dieser Wellen. (>160 mv)





Sharp Waves
Diese Wellen haben eine Dauer von 70-200 ms. Sie verlaufen nicht so spitz wie Spikes, ihre Spitze ähnelt eher dem Druckknopf eines Kugelschreibers als einer Nadelspitze. Sie werden als sehr schnelle Komponentenbeschrieben und sind bi direktional. (siehe die Grafik weiter unten)

Sharp Transients
Hierbei handelt es sich um Gruppen von sharp waves. Immer wenn sie in unregelmmäßigen Bursts erscheinen, werden sie gewöhnlicherweise unspezifisch genannt. Wie auch immer, Komplexe, die wiederkehrend Spikes und scharfe Wellen beinhalten könnten interiktal (zwischen den Anfällen) epileptische Aktivität beinhalten. Diese Art der Anktivität könnte sich zwischen den Anfällen eines Epilepsiepatienten zeigen. Es gibt Komplexe, die sekundenlang dauern, aber nicht zu einer manifesten, klinisch beobachtbaren Anfallsform zuzuordnen sind. In solchen Fällen kann der Begriff: subclinical electrographic seizure pattern benutzt werden.


Paroxysmale Entladungen
Paroxysmale Entladungen sind einzelne oder mehrere Wellen, die aus dem Rest EEG hervorstechen. Sie beginnen und enden gewöhnlicherweise plötzlich. Obwohl sie auch bei Patienten mit manifester Epilepsie beobachtet werden, werden sie auch bei Menschen gefunden, die niemals einen epileptischen Anfall hatten, die aber eventuell sehr erschöpft und müde sind.



i.  Epileptiform Paroxysmal Discharge
+[L4] 
This epileptiform paroxysmal discharge sample has been provided by Jay Gunkelman.




Paroxysmale hypnagogische Hypersynchronizität
Dieser Begriff bezieht sich auf synchrone, leicht gekerbte Sinuswellen, die höher in der Amplitude als die umgebenden Wellen sind und die eine Frequenz von 3-5 Hz haben. Die Bursts können einige Sekunden anhalten. Man beobachtet solche Burts in normalen Kindern, die sehr müde sind.
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Schlaf Spindeln, V Wellen und K Komplexe
Schlaf Spindeln sehen aus wie SMR Spindeln und laufen in der gleichen Frequenz: 12-15 Hz. Wie SMR findet man sie hauptsächlich über zentralen Regionen, anders als SMR Wellen sind sie aber überall und nicht nur am sensomotorischen Kortex zu finden. Anscheinend stammen sie von unterschiedlichen Generatoren und sind nur während des Schlafes im Stadium II zu beobachten. V Wellen erscheinen während des Schlafs, sind negativ mit einer Amplitudenspitze bis zu 250 mV und einer Dauer von weniger als 200 ms. K Komplexe werden im Stadium II Schlaf beobachtet und sind scharf, negativ und von hoher Amplitude, die gefolgt wird von einer Reihe positiver Wellen. Neurofeedbacktherapeuten sind keine Spezialisten im Feld des Lesens von Schlaf EEG`s. Sie werden hier erwähnt, aber die meisten Neurofeedbackanwender werden diesen Wellen in der Praxis niemals begegnen.

Square Wellen
Mit diesem Begriff ist eine Grundfrequenz plus Harmonien gemeint. Diese Terminologie ist Musikern sehr vertraut. Im EEG können diese Wellen wie langsame Theta Wellen oder Delta Wellen erscheinen mit aufgesetzten  Beta Wellen niedriger Amplitude. Eine Harmonie ist eine vielfache Variation der Grundfrequenz. Wenn mehrere Harmonien auf der tragenden Welle reiten, wird sie visuell angeglichen. Die erste Harmonie einer Theta Welle, die man im EEG sieht ist normalerweise von niedrigerer Amplitude als die Grundfrequenz und drei Mal so schnell. Beispiele werden im Abschnitt über Interventionen gezeigt werden.


Langsame Wellen

Lokalisierbare langsame Wellen
Diese Wellen sind langsamer als 8 Hz und könnten Hinweis auf eine fokale Lesion (beispielsweise einen Schlaganfall) oder eine Anormalität
(beispielsweise Migräne, transiente Ischämie Attacke, ein leichtes Gehirntrauma oder einen supratentorialen Hirntumor) sein. Das Tentorium ist eine ausgedehnte Einstülpung der Dura Mater  (Bindegewebe), die das Cerebellum unterhalb und oberhalb trennt. Tumore bei Kindern finden sich in der Regel unterhalb, Tumore bei Erwachsenen oberhalb des Tentoriums. (Die andere Vertiefung der Dura Mater trennt die beiden cerebralen Hemisphären an der dorsalen Oberfläche und werden falx cerebri genannt) In solchen Fällen werden Delta Wellen normalerweise von Theta Wellen eingerahmt. Das Delta reagiert nicht auf das Öffnen der Augen oder Hyperventilation. Tiefe Lesionen (etwa die in der inneren Kapsel - internal capsule) zeigen kein fokales Delta, könnten aber in hemisphärischem oder bilateralem Delta ihren Ausdruck finden.( Fisch, p 349)

Bilaterale synchrone langsame Wellen
Man findet sie bei müden Kindern. Wie auch immer, bei einem wachen, ruhenden Erwachsenen könnten diese Delta Wellen Hinweise auf eine strukturelle Schädigung tiefer Mittellinien Strukturen sein. Sie können in intermittierenden Burts erscheinen und sind meist höher in der Amplitude als die umgebenden Wellenformen. Dieses Phänomen kann mit diffusen Schäden der grauen Substanz zusammen hängen. Frontale intermittierende, rhythmische Delta Aktivität wird mit dem Acronym FIRDA belegt. Interiktale Wellen im Bereich von 3 Hz werden manchmal bei Patienten mit Absencen beobachtet.

Generalisierte asynchrone langsame Wellen
Diese Wellen (<8 Hz) erscheinen über beiden Hemissphären, aber zeigen keine zeitliche Beziehung zwischen den Hirnhälften. Sie werden bei normalen Individuen beobachtet, die schläfrig sind und bei Kindern, die Fieber haben. Wie auch immer, ein auffällig häufiges Auftreten dieser langsamen Wellen könnte ein Hinweis auf eine Anormalität sein (meist unspezifisch und beobachtet bei Migräne, Kopfverletzungen, hohem Fieber, Enzephalopathie, degenerative Erkrankungen, Demenz und manchmal bei Parkinson.) Generalisierte asynchrone langsame Wellen sind die am häufigsten zu beobachtende EEG Abnormalität. Man sollte solche Beobachtungen immer beim Neurologen abklären lassen. (Fisch,1999, p 363-376 detailierte Diskussion.)


Kontinuierliches irreguläres Delta
Polymorphes Delta stammt von Lesionen der weißen Substanz.


Anormales Beta
Neurologen mögen eine isolierte Beta Reduktion als ein ziemlich sicheres Kennzeichen einer lokalen Schädigung betrachten. Wenn Beta asymmetrisch auftritt ist das auffällig, wenn die Differenz größer als 35% ist.  (Asymmetrien im Alpha Band müssen größer als 50% sein, um als anormal zu gelten.) Absenkungen im Beta Band können manchmal bei Migräne Attacken beobachtet werden. Eine Reduktion der Amplitude aller Wellen kann wenige Sekunden nach einem Anfall auftreten und eine lokalisierte Absenkung von Alpha und Beta kann kurze Zeit (Sekunden oder Minuten) nach einem fokalen Anfall auftreten.)

Anormale Amplitude
Es gibt, um es allgemein zu sagen, kein oberes Limit. Das untere Limit beträgt 20 Mikrovolt in jedem Kanal und bei jeder Montage während des Wachzustandes mit geschlossenen Augen, mit Ausnahmen, die Aufmerksamkeit, mentale Anstrengung, geöffnete Augen, Ängstlichkeit oder Müdigkeit beinhalten.

Eine bilaterale Absenkung von Alpha kann ein Zeichen von Ängstlichkeit sein oder es kann mit einer Störung im Zusammenhang mit Giften oder metabolischen Störungen zusammen hängen. Ein genereller Anstieg von Beta hängt oft mit der Einnahme von Tranquilizern oder Sedativa zusammen (Fisch, 1999, p 407). Verlangsamungen im Alpha Band, die mit einer niedrigeren Alpha Peak Frequenz einhergehen, können ein Zeichen für eine Kopfverletzung sein.

Eine einseitige Reduktion von Alpha kann ein Hinweis auf eine Anormalität sein. Wenn dieser Zustand anhält, während des Bearbeitens arithmetischer Aufgaben bei geschlossenen Augen, kann es eine Anormalität im ipsilaterlaen parietalen oder temporalen Kortex anzeigen. (Westmoreland, 1998). Wenn das Blockieren von Alpha bei geöffneten Augen auf einer Seite nicht gelingt, kann das ein Hinweis auf eine Lesion in diesem Bereich sein, dem Bancaudschen Phänomen.



Schlaf

Normale Schlafstadien
Die meisten Leser werden keine EEG Aufzeichnung bei schlafenden Menschen machen. Wir werden deshalb nur einen kurzen Überblick über normale Wellen während der Schlafstadien geben.
Wachzustand mit geschlossenen Augen: Alpha dominiert und ist am Höchsten in occipitalen Regionen, während Beta den frontalen Bereich dominiert.
Stage I:    Alphaaktivität nimmt ab und irreguläre langsame Wellen dominieren das EEG mit einer Frequenz zwischen 1 und 7 Hz.
Stage II:    Diese Phase leichten Schlafs zeigt sich durch das Erscheinen von V Wellen, Schlaf Spindeln, und posterioren occipitalen Sharp Transients (POSTs).
Stage III:  In diesem Stadium erscheinen Delta Wellen mit hohen Amplituden. POSTs sind immer noch präsent ebenso wie Schlaf spindeln.
Stage IV:  Mehr als die Hälfte der Aufnahme wird aus Delta Wellen mit einer Frequenz von 2 Hz und darunter bestehen.

REM:        Dieser Begriff bezieht sich auf rasche Augenbewegungen, die Traumphasen anzeigen und in denen der Mensch Tagerinnerungen in den Traum einflicht. Das EEG zeigt niedrige Power und wirkt, abgesehen von einem Übermaß an Theta Aktivität und langsamer Alpha Frequenz, wie ein Wach EEG. Ein deutliches Fehlen des Muskeltonus ist ebenfalls ein Unterschied zum Wachzustand.

Der Schlaf verläuft zyklisch im Laufe der Nacht. Er beginnt mit Stadium I, geht über in Stadium II, III und IV, geht dann zurück zu Stadium III und II und wird dann zum REM Schlaf, bevor der Zyklus wieder mit Stadium I beginnt. Jeder Zyklus dauert zwischen 80-120 Minuten. Der Anteil der Zeit die man in den Schlafstadien III und IV beginnt nimmt mit dem Lebensalter ab.


Schlafstörungen

Viele Neurofeedbacktrainer arbeiten mit Menschen, die an ADS oder ADHS leiden und man sollte auch andere pathologische Bedingungen im Auge behalten, wenn man eine Differentialdiagnose macht. Die Marker für ADS (angehobenes Theta) werden auch bei Menschen mit Narkolepsie oder Schlaf Apnoe beobachtet. REM Schlaf kann einsetzen, wenn Schläfrigkeit auftritt. Wie auch immer, Menschen, die nicht an Narkolepsie leiden, die aber an Sekundenschlaf leiden, können ebenfalls ein Einsetzen von REM zeigen, wenn sie einschlafen. Multiple Phasen von Sekundenschlaf, die ohne großen Vorlauf (weniger als fünf Minuten) einsetzen, beginnen fast immer mit REM Schlaf und können einen Hinweis auf Narkolepsie geben. Schlafentzug jeder Art kann in exzessiver Tagesmüdigkeit und in Sekunden des REM Schlafs münden.
Längere Perioden (>10 Sekunden) ohne Atmung können ein Hinweis auf Schlaf Apnoe sein. Bei Menschen, die Schnarchen und bei fettleibigen Menschen ist diese Störung häufig anzutreffen.) Dieser Erkrankung liegt eine Versperrung der Atemwege während des Schlafes zugrunde. Beim Erschlaffen der Muskeln dehnt sich das Fett aus und verschließt den Atemweg, oder die Person hat zu große Rachenmandeln die diese Blockade verursachen. Daraus resultiert eine schlechte Schlafqualität mit Phasen der reduzierten Sauerstoffversorgung des Gehirns und dadurch ein Tages EEG das Müdigkeit anzeigt und viele langsame Wellen aufweist. Wenn sie den Verdacht haben, ihr Klient könnte an einer solchen Störung leiden, schicken sie ihn zu weiteren Untersuchungen zu einem Facharzt.

 

Ein exzellentes Buch, das alle Aspekte des Schlafs erklärt ist das Buch The Promise of Sleep von William Dement.

 

 

Anormale EEG Muster


Diese sind nicht das Thema dieses Buches. Der einzige Grund einige Anormalitäten zu zeigen und zu beschreiben ist der, Neurofeedbacktherapeuten auf Warnhinweise zu schulen, damit diese in solchen Fällen den Klienten zum zuständigen Facharzt weiter schicken. Sie können oft jahrelang Neurofeedback praktizieren ohne jemals anormale EEG Muster zu entdecken, es sei denn, sie therapieren Epilepsiepatienten oder Menschen mit Hirntraumata. Wenn sie auf anormale EEG Muster stoßen, wird das hoffentlich bei Menschen sein, die bereits neurologisch untersucht worden sind, damit sie wissen, womit sie es bei dem EEG zu tun haben. 

Es ist natürlich trotz allem möglich, dass sie ungewöhnliche EEG Muster sehen. Wie könnten diese aussehen? Im Folgenden gebe ich ihnen einige ausgewählte Beispiele.

Epileptische Anfälle – ein kurzer Überblick.
Epileptische Anfälle sind normalerweise kurze Perioden motorischer, sensorischer, mentaler oder Störungen des autonomen Nervensystems, die plötzlich und unerwartet einsetzen und die oftmals begleitet werden von einem Wechsel des Bewusstseinszustandes und ungewöhnlicher paroxysmaler EEG Aktivität. Sie können von kurzen Perioden der Paralyse der Fuktionen, die am meisten vom Anfall betroffen sind, gefolgt sein. Wiederkehrende Anfälle in Folge zerebraler Auffälligkeit werden Epilepsie genannt.  Abgegrenzt werden muss die echte Epilepsie von epileptischen Anfällen auf Grund verschiedener Umstände wie Alkoholentzug, Hypoglykämie oder Fieber. Ein singulärer Fieberkrampf eines Kindes ist somit kein Hinweis auf eine Epilepsie.

Anfälle werden mit verschiedenen Termini bezeichnet. Die wichtigsten Ausdrücke, mit denen sie eventuell konfrontiert werden sind: symptomathisch, idiopathisch und cyrogenisch. Symptomatische Epilepsie werden Anfälle bezeichnet, die von einer Hirnerkrankung ausgelöst werden. Idiopathische Epilepsien sind Anfälle ohne einen feststellbaren Auslöser bei einem Patient, der ansonsten neurologisch unauffällig ist. Cryptogenische Epilepsie  bezeichnet Anfälle bei Patienten, die keinen feststellbaren Herd aufweisen, die aber an kognitiven Problemen und neurologischen Auffälligkeiten leiden.

Generalisierte Anfälle

Es gibt mehr als 100 unterschiedliche Arten von Anfällen  Obwohl Epilepsie sicher eine unerwünschte Anormalität ist, gibt es eine ganze Reihe berühmter Persönlichkeiten, die an Epilepsie litten, beispielsweise Charles Dickens, Vincent Van Gogh und Sir Isaac Newton.
Generalisierte Anfälle betreffen beide Hemissphären. Beispiele sind tonisch-klonische Anfälle, myoklonische Anfälle oder Absenzen. Tonische Anfälle beinhalten Muskelkontraktionen. Diese Kontraktionen können bis zu einer Minute anhalten begleitet von einer Bewusstseinseinschränkung. Ein klonischer Anfall zeichnet sich durch rhythmische myoklonische Bewegungen aus, die zwischen einer und mehrerer Minuten anhalten und die ebenfalls mit einem Bewusstseinsverlust einhergehen. Die Kombination, der tonisch-klonische Anfall (oder Grand Mal Epilepsie) wird man, wenn man einen solchen Anfall einmal gesehen hat, nicht mehr vergessen. Der Klient verliert das Bewusstsein, gefolgt von heftigen tonischen Kontraktionen. Die Haut färbt sich auf Grund des Sauerstoffmangels blau und Herzrate und Blutdruck steigen. Nach 15 Sekunden beginnen klonische Bewegungen. Das Ganze gipfelt in schrecklichen Geräuschen und der Klient verbeisst sich, wenn das nicht verhindert wird in seiner Zunge. Diese Phase  dauert ungefähr 30 Sekunden. Es kommt oft zu spontanem Einnässen.
Atonische Anfälle gehen mit einem plötzlichen Verlust der Muskelspannung einher.
Der Myoklonische Anfall zeichnet sich aus durch plötzliche, kurze Muskelkontraktionen. Diese können den Patienten zu Fall bringen und gelten deshalb als gefährlich.

Partielle Anfälle

Partielle Anfälle betreffen eine singuläre Region einer Hemissphäre. Wenn das Bewusstsein nicht betroffen ist, werden die Anfälle einfache partielle Anfälle genannt. Wenn das Bewusstsein betroffen ist, werden die Anfälle komplexe partielle Anfälle genannt. Ein partieller Anfall kann motorisch, sensorisch (brennen, zittern oder andere Sensationen)), autonom (schwitzen, Flush, epigastrische Sensationen) oder psychologisch (Bewusstseinsstörungen inklusive eines veränderten Zeitgefühl, Angstgefühlen, Wut und Ärger oder gar Halluzinationen) sein. Ein Beispiel  eines einfachen partiellen motorischen Anfalls könnte ein plötzlicher Verlust der expressiven oder rezeptiven Sprachfähigkeit sein (aphasische Anfälle).

Komplexe partielle Anfälle (Temporallappenepilepsien ) umfasst normalerweise den inferioren und medialen Teil des Temporallappens. Man nimmt allgemeinhin an, dass Jean d Arc an dieser Art der Epilepsie litt, die zu ihren Visionen führte. Inzwischen hat man die Quelle religiöser Inbrunst im Bereich des Temporallappens lokalisiert. ( Rita Carter, p 13), Es scheint mir interessant, über den genauen Herd der Anfälle von Joan d Arc zu spekulieren.


Das EEG bei epileptischen Anfällen


Spike und Wave Muster

Die auffällige EEG Aktivität kann iktal (während der Anfälle) oder interiktal (zwischen den Anfällen) sein. Sie kann lokalisiert oder generalisiert sein. Thalamische Projektionen können involviert sein, weil die Unterdrückung thalamischer Funktionen Spike und Wave Entladungen hervorruft. Diese frühe centrencephalische Theorie (Penfield & Jasper, 1954) wurde modifiziert um die primäre Rolle der Kortex bei der Ausbreitung des Anfalls und der retikulären Formationen bei der Modulation kortikaler Erregbarkeit. (Corticoreticular Theorie, Fisch, p 300).

Fokale epileptiforme Aktivität besteht oftmals aus lokalisiert auftretenden Spikes und scharfen Wellen an wenigen nebeneinanderliegenden Elektroden. Diese Aktivität kann von irregulären langsamen Wellen umgeben sein, oder gefolgt sein von einer langsamen Welle. Fokale Spike und Sharp Wave Komplexe können vor und auch nach einer generalisierten Entladung auftreten. (Fisch, 1999, p 271)

Es gibt viele Störungen, die epileptiforme Aktivität zeigen. Das sind Aufgabengebiete der Neurologen nicht der Neurofeedbacktherapeuten. Eine seltene Störung ist das Landau-Kleffner Syndrom, das charakterisierte wird durch zunehmende Störungen des Sprachverständnisses und der expressiven Sprache. Die Spike und Wave Komplexe treten in temporalen Regionen auf.

Ein weiteres EEG Muster, das mit Sprachstörungen einhergeht und zentrale bisynchrone Spikes zeigt, ist das Rhett’s Syndrom. Diese Störung, die bei Frauen auftritt, ist gekennzeichnet durch eine allmähliche Abnahme der motorischen und sprachlichen Fähigkeiten und beginnt in der Regel in der zweiten Lebenshälfte. Hände Wringen ist das eindrücklichste Symptom. Es zeigen sich generalisierte komplexe partielle oder einfache motorische Anfälle, die im Alter von zehn Jahren enden. Nach dieser Zeit wird das EEG von Delta Aktivität dominiert.

Absencen
Generalisierte  Spikes im  3 Hz Rhythmus mit hoher Amplitude sind ein Muster, das man oftmals sehen kann, wenn man das EEG vieler Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen des unaufmerksamen Typs aufzeichnet.  Dieses Muster ist charakteristisch für Absencen (petit mal Epilepsie) Jemand mit diesem Problem wird oftmals des Tagträumens verdächtigt, obwohl es die unerkannte Absencen sind, die die Unaufmerksamkeit in der Schule verursachen. Es zeigt sich dabei keine Abnahme des Muskeltonus. Die Unaufmerksamkeit ist nur zeitweise vorhanden. Wenn man dem Klienten während eines solchen Anfalls etwas mitteilt, kann er sich nachher daran nicht mehr erinnern. Solche Kinder blicken während einer Absence starr vor sich und registrieren für einen Augenblick nichts von dem, was um sie herum vorgeht. Sie können darüber hinaus auch ADS haben, aber die Anfälle müssen für den Behandler zuerst im Fokus stehen.





Y Achse. Mikrovolt;  X Achse Zeit;
Die oben gezeigte EEG wurde bei einem 8 jährigen Mädchen aufgezeichnet. Es zeigt eine 11 minütige EEG Aufnahme mittels eines F1000 Instruments. Diese Aufnahme zeigt das typische Muster von 3 Spike und Wave Komplexen pro Sekunde der Absencen (petit mal). Das Kind wurde vom Hausarzt ins ADD Centre mit der Diagnose: ADHS überwiesen. Das Kind war zeitweise unaufmerksam (mehrmals in einer Stunde) Achten sie auf die sehr hohe Amplitude >160 mV der Spike und Wave Aktivität.


F1000 Diagramm; Y Achse Amplitude, X Achse Zeit
Die obere Linie repräsentiert langsame Wellen (4-8 Hz), un die untere schnelle Wellen (16-20 Hz). Dieses Diagramm soll die Frequenz und die hohe Amplitude der Wellen bei Epilepsie zeigen.



Bemerken sie:  Spike und Wave Muster erscheinen manchmal ohne Bezug zu Epilepsien. (Fisch, p 333)



Non Spike und Wave Muster

Non-Spike und Wave Muster werden auch in einigen Epilepsien gefunden. Beispielsweise werden rhythmische langsame Wellen in temporalen und frontotemporalen Regionen bei komplexen partiellen Anfällen beobachtet. Detailierte Beschreibungen des EEG bei Epilepsien können in jedem neurologischen Handbuch gefunden werden.



Illustrationen einer einfachen partiellen Epilepsie
In der unteren Darstellung sehen wir das EEG eines 11 Jahre alten Jungen der einfache partielle epileptische Aktivität im linken Frontallappen zeigt. Achten sie auf die Spikes mit den folgenden langsamen Wellen.
Auch dieser Junge wurde von ärztlicher Seite mit der Diagnose ADHS ins ADD Centre überwiesen. Seine Lehrer haben den Eltern mitgeteilt, er sei unaufmerksam.
Als wir diese Aktivität im EEG sahen, schickten wir ihn zum Neurologen, der auf Epilepsien spezialisiert war.



Sample eines EEG: eyes closed, Monatge: Linked ears

Die zweite Darstellung zeigt das gleiche EEG in einer longitudinalen sequentiellen Montage. Zu sehen ist eine Quelle der Anfälle in der Nähe von F3. Wir schauen uns jedes EEG in mindestens drei Montagen an. Einige Aspekte sieht man in einer anderen Montage besser. Die Darstellung zeigt sehr hohe Amplituden der Spike und Wave Komplexe am Zeitpunkt 1:41verglichen zum regulären EEG bei 1:45.

Longitudinal Sequential Montage






Die nächste Darstellung ist eine topometrische Aufnahme mittels SKIL (Sterman Kaiser Imaging Laboratory). Sie vergleicht das Subjekt mit den vergleichsdaten für Theta, 4–8 Hz. Die dünnen grauen Linien sind 2 Standarabweichungen oberhalb und unterhalb der dicken schwarzen Linie, die den Durchschnittswert der Datenbank zeigt. Die rote Linie sind die Werte des Probanden im Theta band bei 4-8 Hz. Achten sie auf die hohen Werte an F3 und P4.




[L5] 



Unten sehen sie eine “brain map” der gleichen Daten.
.   F3                  P4               
In dieser Brain Map ist die Amplitudenhöhe zwischen  0 and 28.5 mV. Die hohe Amplitude ist rotgefärbt, die niedrige Amplitude grün. Achten sie auf die hohen Theta Werte an F3und P. 
Bei Brain Maps ist die Spitze anterior und frontal, der Boden ist posterior und occipital. Man sieht 19 kleine Punkte in jedem Zirkel. Jeder Punkt zeigt einen Punkt des 10-20 Elektroden Systems (sehen sie das genaue Diagramm in Section VI) und repräsentiert die Elektrodenposition.

Unten werden die gleichen Daten in 1 Frequenz Schritten dargestellt und verglichen mit den Werten der SKIL Datenbank bei 3 Standardabweichungen. Rot ist oberhalb des Durchschnittswerts und dunkelöblau unterhalb. Die stärkste Färbung zeigt den größten Abstand zum Standardwert an.





Die darstellung unten zeigt einen Vergleich mit der SKIL Datenbank bei 3 Standardabweichungen. Achten sie auf das sehr hohe tehta und die Beta Aktivität in der linken, frontalen Region (Frontal in dieser Brain Map steht am Anfang dieses Zirkels).


           1 Hz                2                    3                     4                    5                    6                    7


            8                      9                     10                  11                      12                  13                 1 4

             15                 16                      17                     18                   19                     20                    21

           21                     22





 [L1]Do we need a year, at least on first reference in this section? It is only text by fish and s in the reference list
 [L2]Graphic extends beyond the margins. I cropped out and replaced the caption to correct it.
 [L3]Do you think the reader can see the graphic well enough to tell where F4-C4 is on the left? I can’t, not at 100%. Same comment for the next graphic, which also extends beyond the margin for the page. I can make that one smaller to fit the page, but want to check that the arrow shows up where it’s supposed to before moving anything.
 [L4]Table extended beyond the margins; I moved it & made it a little smaller to fit. Also cropped out the repeated heading
 [L5]Graphic extends beyond the margin

Warum ein 1 Kanal Training