Sonntag, 14. August 2016

BA 40, Neurofeedback Book Thompson deutsch

BA 40: Supramarginaler Gyrus Einleitung


Das Brodmann Areal 40 befindet sich im inferioren Parietallappen und beinhaltet den supramarginalen Gyrus. In der dominanten Hemissphäre hat diese Region Bedeutung bei der Wahrnehmung von Phonemen, der verbalen Kreativität, der Konstruktion von Sätzen, der Kategorisierung und bei semantischen Prozessen. Dieses Brodmann Areal ist von entscheidender Bedeutung für das Rechnen mit ganzen Zahlen. Der linke (in der dominanten Hemissphäre liegende) supramarginale Gyrus ist ein Knotenpunkt für das auditive Kurzzeit-Arbeitsgedächtnis das sowohl an musischen als auch an sprachlichen Prozessen beteiligt ist. Er hat Bedeutung für das Kurzzeitgedächtnis für die linguistische Phonologie und das Kurzzeitgedächtnis für Tonhöhen. Dieses Areal verbindet kinästhetische Erinnerungen mit auditiven Befehlen. Es ist wahrscheinlich Teil von Netzwerken für die bewusste Erinnerung an frühere Erfahrungen.
In beiden Hemissphären ist dieses Areal wichtig für deduktive Schlüsse und für die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aufrecht zu halten. Diese Areale sind ebenfalls von Bedeutung bei anderen kognitiven Aktivitäten, wie denen das Gleiche und das Trennende auseinanderzuhalten, der Konflikt Erkennung und dem emotionalen Arbeitsgedächtnis.
Läsionen können zur so genannten ideomotorischen Apraxie führen, und damit zu Defiziten in der Fähigkeit, motorische Tätigkeiten zu planen oder zu vervollständigen, wenn sie einen Bezug zum semantischen Gedächtnis haben. Solche Patienten können eine Handlung automatisiert ausführen, etwa Schnürsenkel zubinden, aber diese Handlung kann nicht auf Anforderung ausgeführt werden. Wenn die Läsionen von BA 40 in der dominanten Hemissphäre liegen, macht der Patient Schreibfehler, zeigt Probleme beim Buchstabieren, bei der Wortwahl und in der Syntax. Probleme der Rechts-Links Unterscheidung sind üblich, ebenso wie die Akalkulie (Schwierigkeit bei simpelsten Rechenaufgaben, sowohl der Addition, der Subtraktion, der Division als auch der Multiplikation.)
Nichtdominanter Supramarginaler Gyrus
In der nicht dominanten Hemissphäre ist der supramarginale Gyrus von Bedeutung für das visuelle Erfassen, die Imitation von Bewegungen, die visuell motorische Planung, die Musikalität und bei der Empathie. Defizite können zur konstruktiven Apraxie führen, also zu Problemen  wie etwa dem der Unfähigkeit, Designs zu kopieren, Bauklötze zu stapeln oder Punkte auf Landkarten zu finden. 

Hauptsächlich in der nichtdominanten Hemissphäre ist BA 40 von Bedeutung für die Bewegungsimitation und die Unterscheidung von Gleichem und Ungleichem. Astereognosis kommt vor. Bei dieser Störung ist der Patient nicht in der Lage, bekannte Objekte zu ertasten. In der nicht dominanten Hemissphäre ist der supramarginale Gyrus in der Nähe der temporal-parietal Verbindung beteiligt an der Prosodie, also dem Bezug zur Intonation der Sprache und zu deren Rhythmus, sowie zur Betonung. Dysfunktion kann zu sensorischer Aprosodie führen, die Schwierigkeiten beim Verstehen des emotionalen Gesprächsinhalts bedeutet. Dieser wird in der Regel durch die Stimmlage, Nuancen und Anspielungen, aber auch durch Körpersprache vermittelt. Beeinträchtigungen der Empathie und des Verstehens von Intentionen anderer Menschen, kommen ebenfalls vor.

Lateraler Aspekt, Nichtdominanter Lappen, temporal-parietal Verbindung; annähernd am Zentrum eines X gezogen zwischen T8-P4 und C4-P8
Das ist eine Region, die unmittelbar über dem angularen Gyrus und dem supramarginalen Gyrus in der Nicht Dominanten Hemissphäre liegt. Bei den meisten Menschen also in der Nähe der temporal-parietal Verbindung der rechten Hemissphäre oberhalb der BAs 40, 39 und 22. Es ist die Entsprechung des Wernicke Areals der dominanten Seite. Die Funktionen dieses Areals wurden schon bei der Erläuterung von BA 39 und 40 aufgezählt. Sie beinhalten: räumlich-emotionale Kontextwahrnehmung, Symbolwiedererkennung, die Fähigkeit emotionale Töne zu verstehen und die Erfassung von Anspielungen, Nuancen und den emotionalen Aspekten von verbaler Kommunikation oder von Gesten. (Ross, 1981). Sie kann auch für das nonverbale Gedächtnis von Bedeutung sein. Unteraktivierung dieses Areals, die sich durch hochamplitudige langsame Wellen (Theta oder Alpha) zeigt, wird, unserer Erfahrung nach, oft bei Patienten beobachtet, die am Asperger Syndrom leiden. Die gleichen Symptome von sensorischer Aprosodie können nach einem Schlaganfall dieser Region auftreten,  Ross (1981).


Samstag, 13. August 2016

Wernicke Areal Brodmann 39, Übersetzung deutsch, Lernschwierigkeiten

Das Wernicke Areal ist bekanntlich wichtig für das Sprachverständnis. Am Prozess des Verstehens sind der inferiore Parietallappen und das auditive Assoziationsareal des superioren Temporalgyrus beteiligt. Wenn diese Areale beschädigt sind, bleiben Sprache und Grammatik flüssig, aber die Person wird Unsinniges von sich geben. Sie benutzt (ohne dass es ihr bewusst ist), einen Jargon, der aus inadäquaten und unpassenden Wörtern besteht, mit dem Ergebnis, dass sie ihre eigene Sprache nicht versteht. Die gleichen Probleme beim Sprachverständnis treten auch beim Lesen und Schreiben auf.
Eine Läsion in der Nähe des Wernicke Zentrums im posterioren Teil des linken Temporallappens führt dazu, dass der Betreffende nicht mehr in der Lage ist, Wortbedeutungen zu erkennen.
Schäden der Verbindungen zwischen dem auditiven Kortex und dem Wernicke Areal führen dazu, dass ein Mensch Töne hört, aber wortblind wird. Er kann die Bedeutung eines gesprochenen Wortes nicht mehr erfassen, obwohl ser in der Lage ist, normal zu lesen, zu schreiben oder zu sprechen. 

Schäden an der Verbindung zwischen Wernicke Areal und Broca Areal machen es dem Betreffenden unmöglich, Spracheinheiten zu wiederholen, die mehr als ein Wort umfassen, insbesondere, wenn die Wörter wenig vertraut klingen. Der Grund dafür ist die dann fehlende Möglichkeit, die Bedeutung auf einem Umweg zu entschlüsseln.
Kommunikation zwischen Wernicke und Broca Areal liegen in den superioren longitudinal Faszilien und einem Teil davon, der arcuate Faszilius genannt wird, einem Band mit sehr langen Assoziationsfasern, die in jeder zerebralen Hemissphäre von anterior nach posterior reichen. Diese Fasern führen vom Frontallappen durch den Parietallappen über und unter die Insula und um das Ende des lateralen Sulcus. Einige Äste führen zu den Temporallappen, andere Äste reichen den ganzen posterioren Weg zurück zum Occipitallappen. Diese Kommunikationsverbindung in der linken Hemissphäre ist entscheidend für die Sprache. Es gibt zwei Pfade, einen direkten und einen indirekten, zwischen dem Wernicke und dem Broca Areal. (Catani & Jones, 2005). Eine Beschädigung des direkten Pfades führt zu einer Leitungsaphasie, während eine Beschädigung des indirekten Pfades die Fähigkeit, Sprache zu wiederholen, verschont, aber das Sprachverständnis verhindert. Die Symptome der Leitungsaphasie legen nahe, dass die Verbindung zwischen dem posterioren temporalen Kortex und dem frontalen Kortex eine unersetzliche Rolle für das Kurzzeitgedächtnis von Wörtern spielt, aber auch für Sprachmelodien, die neuartig sind oder das erste Mal gehört werden. Der Arcuate Faszilius verbindet diese beiden Regionen und lässt Informationen hin und her zirkulieren, wahrscheinlich als Tribut an das Kurzzeitgedächtnis.
Bei der Mehrheit der Menschen mit  Musiktaubheit ist die Funktion des superioren Arcuate Fasciluus der rechten Hemissphäre beeinträchtigt. Das kommt von einer Unterbrechung der Verbindung zwischen dem posterior superioren Temporalgyrus und dem posterioren inferioren Frontalgyrus. Der posteriore superiore Temporalgyrus könnet die Quelle dieser Störung sein.
Die Fähigkeit zu verstehen kann bei diesen Patienten durch das Visualisieren dessen, worüber gesprochen wird, verbessert werden. Sie bleiben aber weiterhin unfähig, auch nur die kleinste Reihe beziehungsloser Wörter zu wiederholen. Auf der anderen Seite ist es aber gut möglich, dass sie das Gesagte verstehen und dass sie in der Lage sind, verständig zu sprechen und intelligente Antworten zu geben
Hingegen kann bei manchen Patienten das gegenteilige Problem auftreten. Eine überaktivierte Verbindung zwischen Wernicke und Broca Areal kann zur automatischen Wiederholung von Wörtern oder Phrasen führen, der Echolalie.
Broca Areal (BAs 44, 45)
Wie bereits im Abschnitt über den Frontallappen beschrieben, beeinträchtigt eine Beschädigung des Broca Areals die Fähigkeit, den motorischen Kortex adäquat zu aktivieren, was zu Artikulationsstörungen führt. Schädigungen des Broca Areals und von dessen Assoziationsarealen können dazu führen, dass eine Person in der Lage ist, Gesagtes zu verstehen und dass sie genau weiß, was sie sagen will, aber nicht dazu in der Lage ist, das auch zu tun. Die Person gibt abgehackte Töne und Wörter von sich, so dass der Sprachfluss verloren geht, bis die Sprache sich dem Telegrammstil nähert, also ohne Verbindungswörter (wenn, oder, und, aber) gesprochen wird. Grammatikfehler in der Aussprache und Schreibfehler können beobachtet werden. In einigen Fällen verliert die Person das grammatikalische Verständnis bei Geschriebenem oder Gesprochenem. Es zeigt sich oft ein Problem bei den Präpositionen. Die Broca Aphasie wird normalerweise von motorischen Ausfällen (rechtsseitiger Hemiparese und rechtsseitige Gesichtslähmung) begleitet
Beschädigungen der Verbindungen des umgebenden Kortex zu den Spracharealen können zur Unfähigkeit der Person führen, Sprache zu verstehen. Wie auch immer, die Person kann weiterhin Wörter wiederholen oder bekannte Phrasen vervollständigen. (z.B. “Rosen sind rot...”).

BA 39: Angularer Gyrus, Einleitung


Brodmann Areal 39 ist die Region des Parietallappens die an der occipital-parietal-temporalen Verbindung hinter (posterior zu) der Lateralspalte liegt. Sie befindet sich unmittelbar posterior zum supramarginal Gyrus. Sie ist beteiligt an räumlich visuellen Sprachaufgaben und deshalb an der visuellen Wortwiedererkennung. Der linkshemissphärische Angulargyrus wird zum Lesen benötigt. Beschädigungen dieses Areals können zur Alexie führen (der Unfähigkeit zu lesen) oder aber zur Agraphie (der Unfähigkeit zu schreiben). In der dominanten Hemissphäre ist diese Region wichtig zu Generierung von Sätzen und zur verbalen Kreativität. Sie ist an Netzwerken höhere exekutiver Funktionen beteiligt wie denen der schlussfolgernden Begründung. Dieses Areal ist auch für arithmetische Aufgaben und numerische Fakten notwendig. (Beachten sie, dass BA 44 auch für Arithmetik wichtig ist.)
Lernschwierigkeiten
Dysfunktionen dieses Areal können auch zu einer ganzen Reihe von Lernschwierigkeiten führen. Das kann Probleme beim Rechnen (auch durch das Intraparietale Sulcus Areal) bei der links rechts Unterscheidung und auch bei der technischer Kompetenz beinhalten. Diese Menschen könnten Symptome der Agraphie zeigen, einschließlich der Buchstabenwiederholung, der Vertauschung der Reihenfolge von Buchstaben, Probleme haben beim Kreuzen von Linien und beim Kopieren von Bildern. Auch Symptome der Apraxie (Unfähigkeit eine erlernte Bewegung auf Kommando auszuführen) können auftreten, wie Dysphasie, inklusive der Unfähigkeit Wortbedeutungen zu verstehen (ein Problem der semantischen Aphasie), Problemen der Objektbezeichnung oder der Interpretation von Bildern z.B. Comics. Die Identifikation von Umrissen, Größe und Textur kann erschwert sein. Einige Betroffene haben allgemeinere Probleme. Sie sind oft ungeschickt, besitzen ein schlechtes Orientierungsgefühl, malen schlecht und haben Probleme beim Buchstabieren. Alle aufgeführten Lernschwierigkeiten, die hauptsächlich von der dominanten Hemissphäre stammen, können auch die nichtdominante Hemissphäre betreffen. Beschädigungen dieses Areals und ebenfalls von BA 40 führen zum Gerstmann Syndrom, das bereits gekennzeichnet wurde als Problem in vier Bereichen: Schreiben (Agraphie oder Dysgraphie), Rechnen (Dyskalkulie) Fingererkennung und Benennung (Finger Agnosie) und der Links-Rechts Unterscheidung. Tatsächlich zeigen die meisten Patienten nicht alle vier Symptome. (Zur detaillierteren Ausführung: Mayer, Martory, Pegna, Landis, Delavelle & Annoni, 1999).

In Bezug auf autistische Spektrumsstörungen ist interessant, dass dieses Areal Bedeutung für die Funktion der „Theory of mind” besitzt, der Fähigkeit sich die Beweggründe und Emotionen einer anderen Person vorzustellen. Die Funktionen dieses Areals beinhalten auch das räumliche Fokussieren, Handlungsabfolgen und die Erfassung des situativen Kontextes.
Action authorship – die Beurteilung, ob eine Handlung von einem selbst oder einem anderen begangen wurde - ist ebenfalls eine Funktion dieses Areals. Nach Notenblatt musizieren ist eine weitere Funktion (hauptsächlich eine der nicht dominanten Hemissphäre) Diese Region ist auch beteiligt an reflexiver Selbstwahrnehmung und daran, Dinge einmal anders zu betrachten als andere, einer Funktion des Default Netzwerkes.

Wenn es eine Verbindungsunterbrechung zwischen dem linken angularen Gyrus und dem linken visuellen Kortex gibt, können Wörter nicht auf die übliche Weise erkannt werden. Tatsächlich kann ein intakter rechter visueller Kortex trotzdem dafür sorgen, dass Buchstaben erkannt werden und dass diese Information über das Corpus Callosum zu den Sprachregionen der linken Hemissphäre geleitet wird. Es ist dem Betroffenen dadurch möglich, die Buchstaben richtig zu benennen. Wenn der Patient die Folge der Buchstaben laut ausspricht, kann er das Wort auditiv rekonstruieren. Vorsprechen kann ebenfalls helfen. Obwohl der Betreffende nicht leise lesen kann, ist es ihm eventuell möglich, ganz langsam laut zu lesen und dadurch zu verstehen, was er liest. Er ist oftmals dazu in der Lage,  Sätze und Wörter richtig abzuschreiben

Freitag, 12. August 2016

Parietallappen Medial Dorsaler Aspekt, wichtig für alle NFB Therapeuten, die u.a. LRS therapieren



BA 7: Cuneus, Precuneus


Die medialen superioren Areale des Parietallappen werden Cuneus und Precuneus genannt. Diese Areale haben die Aufgabe auditive, visuelle und kinästhetische Inputs und die Orientierung im Raum zu organisieren, zu integrieren und zu synthetisieren. Sie sind eine der Regionen, die zuletzt myelinisiert werden. BA 7 ist eine bedeutende Region für High Level Funktionen inklusive der Aufmerksamkeit, selbstbezogener und selbstreflektierender Aufgaben, der „Theory of Mind“, dem Arbeitsgedächtnis und vieler anderer kognitiver Prozesse. Der Precuneus hat eine Bedeutung für die räumlich-visuelle Vorstellungskraft, das episodisches Gedächtnis und die innere Selbstbetrachtung. Diese posterioren medialen Areale haben eine sehr hohe metabolische Aktivität. Es kommt zu einer Abnahme dieser Default Mode Aktivität während nach außen gerichteter, zielorientierter Aufgaben. Deshalb vergessen Patienten während kognitiver Aufgaben in der Regel eine eventuell vorhandene Angst.
Dieses Areal besitzt extensive Verbindungen zu anderen medialen und lateralen Arealen des Parietallappen, den temporalen Hirnrinden, den medialen und auch den dorsolateralen frontalen Hirnrinden, den orbitalen Oberflächen der Frontallappen und dem anterioren Cingulate (Cavanna, 2006). Mit anderen Worten, sie sind ein wichtiger Teil des Default Netzwerkes.

BA 5 (Bereits besprochen bei der Diskussion der zentralen Regionen)
Der posteriore Teil von BA 5 ist wichtig zur Erfassung taktiler Objekte, des Körpers und zur Orientierung im außerpersonalen Raum. Wie bereits erwähnt, führt eine Beschädigung dieses Areals zu Agnosie und Apraxie.



Gray’s Anatomy (1918)
Gray’s Anatomy (1918), midsagittal section to view medial aspects of parietal lobe



Der Precuneus, Cuneus und der posteriore Cingulate sind während der Ruhephasen  aktiver. Während motorischer oder kognitiver Aufgaben nimmt ihre Aktivierung kontinuierlich ab. Diese Areale dienen dem Kernbewusstsein und repräsentieren das „Selbst“ in seinem Verhältnis zur Welt. Sie sind beteiligt am Erfassen der äußeren Welt und haben eine Bedeutung für die psychologische Beurteilung und Einschätzung des „Selbst in der Welt Seins“. Das ist eine Form der Analyse visueller und emotionaler Reaktionen und beinhaltet die Entscheidungsfindung über das Verhältnis einer anderen Person im Vergleich zu sich selbst. (Seger, Stone & Keenan, 2004). Eventuell ist es wichtig, dass von dort direkte Verbindungen zum inferioren rechten Parietallappen (zwischen P4 und T6/P8) bestehen, der ein Teil der rechtslateralen von parietal nach frontal verlaufenden Netzwerks von Spiegelneuronen zur Imitation ist. Solche Imitationen beinhalten die Interpretation von Anspielungen und das Verstehen der Bedeutung von verbaler und non verbaler Kommunikation bei anderen, um in der Lage zu sein, deren Verhalten zu imitieren. Probleme in diesen funktionalen Bereichen werden bei Aspergerstörungen oder autistischen Spektrumsstörungen beobachtet.
Ein siebenjähriges autistisches Mädchen entwickelte einen Exzess von hochfrequentem Beta im Areal um P4 während des Neurofeedbacktrainings. Das Phänomen trat in dem Moment auf, als sich ihre sozialen Fähigkeiten verbesserten und sie ein annähernd ununterscheidbares Verhalten gegenüber ihrer begabten, sozial kompetenten, nicht autistischen Zwillingsschwester zeigte. Auch die Mutter erkannte den Zusammenhang und sagte: “Bitte trainieren sie High Beta nicht herunter. Alles läuft fantastisch!” Dieser Aktivitätsanstieg an P4 scheint einen kompensatorischen Prozess repräsentiert zu haben. Wir benutzen diesen Fall gerne als Beispiel, um Therapeuten davor zu warnen, beim Z Score Training alle Vorsicht fallen zu lassen und nach der Rasenmähermethode vorzugehen um ALLES zu “normalisieren”. Es ist ratsam die Probleme des Klienten sorgfältig einzugrenzen und erst danach zu entscheiden, welche Frequenzen und Elektrodenpositionen bei speziell diesem Klienten zum Neurofeedbacktraining geeignet sind.
Der Precuneus scheint an selbstbezogenen mentalen Repräsentationen während der Ruhe beteiligt zu sein- in anderen Worten, am Selbstbewusstsein. Bei unserer Einschätzung von Klienten mit exzessiver Angst, achten wir auf hochamplitudiges High Beta in dieser posterioren medialen Region. Manchmal beobachten wir High Beta Spindeln mit mehr als 2 Standardabweichungen oberhalb der Normwerte zwischen P4 und P8(T6) in der gesamten Umgebung des rechten angularen Gyrus. Wir haben erwähnt, dass diese Entdeckung mit der Hypervigilanz dieser Patienten zusammenhängen könnte und dass sie damit einen Bezug zu deren Angst besitzt. Das kann auch bei hypervigilanten Klienten beobachtet werden, die Schwierigkeiten beim Einschlafen haben, aber wieder einschlafen, nachdem sie mitten in der Nacht erwacht sind.


 

Temporal-Parietale Verbindung, Lateraler Aspekt

(Mit Bezug zum Lernen, zum Sprachverständnis der dominanten Hemissphäre, zur Prosodiefunktion der nichtdominanten Hemissphäre)

BAs 39, 40
T7-P3 x C3-P7;
Die Grafik zeigt temporal-parietale Verbindungen. Aus Gray’s Anatomy genommen, um den angularen und den supramarginalen Gyrus zu zeigen.  Markiert wird auch der pars orbitalis



Einleitung

In der dominanten Hemissphäre umfasst die temporal-parietale Verbindung das Wernicke Areal. Dieses Areal umgibt Teile der BAs 39 und 40 in den supramarginalen Regionen und den Regionen des angularen Gyrus und  dehnt sich inferior in posterior-superioren Aspekt des Temporallappens aus, dabei einen kleinen posterioren Anteil der BAs 41,42 und 22 berührend. Die Aufgaben dieses Areals und des gleichen auf der nichtdominanten Hemissphäre unterscheiden sich. Bei der bei den meisten Menschen dominanten linken Hemissphäre behindern linksseitige Läsionen das Sprachverständnis und Erinnerungsprozesse, während Läsionen auf der nicht dominanten Seite (meistens rechts) räumlich visuelle (nonverbale) Fähigkeiten und das Verstehen und die Interpretation emotionaler Sprachaspekte und Gesten, Nuancen und Anspielungen in der Kommunikation behindern.

Das linke, frontale Operculum Areal (F5, oder Broca Areal) ist die Schlüsselregion für die Artikulation von Sprache. Wie auch immer, der Temporallappen (BAs 21 und 22) der supramarginale Gyrus, der angulare Gyrus und die Insula sind an auditiven und verbalen Repräsentationen beteiligt. Diese Areale (betrachten sie das Bild weiter unten) und deren Verbindungen, etwa durch die Arcuate Faszilien sind alle beteiligt an der Buchstaben- und Worterfassung und deren Erkennung. Diese Areale und deren Verbindungen zum Frontallappen wurden in anderen Sektionen dieser Monographie bereits beschrieben. Sie sind wichtig für das Verstehen abstrakter verbaler Ausdrücke, Objektbenennung, Worterinnerung (unter Einbeziehung des Hippocampus zur auditiven Information links und der visuellen Information rechts) und der Wahrnehmung komplexer verbaler Beziehungen.

Patienten mit Frontallappenschädigung haben Probleme in der zeitlichen Organisation von Informationen, etwa der Auflistung von Wörtern. Ein Name kann das Wernicke Areal passieren und dann über den angularen Gyrus Assoziationen in anderen Regionen des Kortex entstehen lassen. Auf diese Art und Weise ist der angulare Gyrus eine Verbindungsbrücke zwischen sensorischem Input und Arealen der Sprachproduktion. Es ist ein bedeutender Assoziationskortex der auditive und visuelle Informationen kombiniert, die beide für das Lesen und Schreiben notwendig sind. Er ist beteiligt an allen Schritten zwischen dem Lesen und dem Sprechen. Schädigungen des angularen Gyrus können zu Alexie (Unfähigkeit zu lesen) und zu Agraphie (Unfähigkeit zu schreiben) führen. Der Patient ist nicht in der Lage gehörte Laute den Schriftzeichen zuzuordnen. Er kann nur die allerkleinsten Wörter buchstabieren.

Läsionen der rechten Hemissphäre im parietal-temporal-occipital Kortex können zu der Unfähigkeit führen, zeitliche Zusammenhänge zu verstehen (Zukunftsplanung), zu räumlich-visuellen Defekten und Problemen der visuellen Merkfähigkeit. Eine Studie, die angesetzt wurde, um die neuroanatomischen Zusammenhänge von Schwierigkeiten mit beim Uhrentest (CDT), der normalerweise als Test der Parietallappen in Betracht gezogen wird, führte zu dem Ergebnis, dass eine auffallend schlechte Leistung beim CDT am deutlichsten mit der Beschädigung rechter parietaler Rindenfelder (supramarginal Gyrus) und linken inferioren frontal-parietalen opercular Rindenfeldern zusammenhing. Beim CDT soll der Proband eine Uhr zeichnen und die Zeiger auf 20 Minuten vor vier stellen. Fehler beim Setzen der richtigen Zeit traten am häufigsten bei Menschen mit Läsionen in der linken Hemissphäre auf, eventuell wegen der Interpretation der sprachlichen Anweisung in Bezug auf das Setzen der Position zwanzig vor 4. Räumlich visuelle Fehler dominierten bei Menschen mit Beschädigungen der rechten Hemissphäre; beispielsweise indem sie Zahlen auf der linken Uhrseite ausließen oder indem sie alle Zahlen auf die rechte Seite bündelten. (Tranel, Rudrauf, Vianna & Damasio, 2008).   

Läsionen der linken Hemissphäre in den gleichen Arealen führen zur Aphasie, einer Unfähigkeit ein Bilder Wörtern zuzuordnen, der Unfähigkeit sequentiell zu organisieren und der Unfähigkeit, Winkel korrekt zu zeichnen oder Zeichnungen zu kopieren.

 

Einleitung: laterale Aspekte der dominanten Hemissphäre, temporal-parietal Verbindung, die ungefähr im Zentrum eines gedachten X zwischen T7-P3 und C3-P7 liegen


Wernicke Areal
Ungefähr in der Mitte eines vorgestellten X zwischen T7-P3 und C3-P7 befindet sich eine Seite die unmittelbar über dem angularen Gyrus und dem supramarginalen Gyrus liegt. Eine Region, die Wernicke Areal genannt wird, nach Carl Wernicke (1848 – 1905) einem deutschen Psychiater und Anatom, der dieses Areal als das Gebiet entdeckte, das zum Verständnis der Sprache wichtig ist.
Carl Wernicke (1848 – 1905)
Das Wernicke Areal liegt hauptsächlich im posterioren superioren temporalen Gyrus und überspannt die Region zwischen Temporal- und Parietallappen. Diese Region spielt eine Schlüsselrolle (zusammen mit dem Broca Areal im Frontallappen) bei der Sprache. Sowohl Wernicke Aphasie als auch Broca Aphasie wurden bereits an anderer Stelle abgehandelt. (Um es dem Leser leichter zu machen ist ein  Teil dieser Ausführungen weiter unten noch einmal kopiert.) Die Funktionen des linken Temporallappens beschränken sich nicht auf die simple Wahrnehmung dessen, was jemand hört, sondern weiten sich aus zum Verstehen, zum Benennen, dem verbalen Erinnern und anderen Sprachfunktionen






Laterale Ansicht der linken cerebralen Hemissphäre um das Broca und das Wernicke Areal zu zeigen (Amanda Reeves gemäß Smith, 1962; Carlson, 1986). Das linke frontale Operculum Areal (F5, oder Broca Areal; BAs 44 and 45), bildet den Schlüssel zur Artikulation von Sprache. Wie auch immer, der Temporallappene (BAs 21 and 22) und der supramarginal Gyrus, angulare Gyrus und die Insula sind an auditiven und verbalen Repräsentationen beteiligt. Diese Areale und deren Verbindungen, etwa die über die Arcuate Faszilien zwischen Wernicke und Broca Areal, sind alle beteiligt an der Buchstaben- und Worterkennung und Wiedererkennung. Diese Areale mit ihren Verbindungen zu den Frontallappen sind wichtig zum Verstehen abstrakter Sprachkonstruktionen, zur Objektbennennung, zur Worterinnerung (unter Einbeziehung des Hippocampus für die auditive Information auf der linken und der visuellen Information auf der rechten Seitet), sowie dem Verständnis komplexer verbaler Beziehungen. Die Nähe des Wernicke Areal zum auditiven Kortex ist bedeutend für alle diese Funktionen.

Donnerstag, 11. August 2016

Parietallappen, Funktion, Lage, Erkrankungen, überarbeitete Version

Parietal Lappen




Einleitung

Brodmann Areale unter Pz, die von einem Neurofeedbacktraining beeinflusst werden können, umfassen: BA 7, somatosensorischer Kortex und Arbeitsgedächtnis, BA 31, posteriorer cingulate Gyrus, sowie die BAs 23, 26 sowie 28, die medial liegen und in sagittalen Schnitten der cerebralen Hemissphären sichtbar werden. BAs 26 und 28 sollten, auf Grund ihrer Lage, mittels LORETA Neurofeedback trainiert werden.

Anatomische Grenzen

Der Parietallappen wird durch 4 anatomische Grenzen bestimmt: der zentrale Sulcus (Rolando Spalt) trennt den Parientallappen vom Frontallappen; der parieto-occipitale Sulcus (Sylvian Spalt) ist die laterale Grenze zum Temporallappen, die mediale longitudinal Spalte trennt beide Hemissphären und damit beide Hälften des parietalen Kortex.

Unmittelbar posterior vom zentralen Sulcus befindet sich der postzentrale Gyrus, der der anteriorste Teil des Parietallappens (Brodmann Areal 3) ist: das sekundäre somatosensorische kortikale Areal. Der postcentrale Sulcus trennt diese Region vom posterioren parietalen Kortex. Er befindet sich direkt posterior zum centralen Sulcus in der Grafik aus  Gray’s Anatomy.

Aus Grays Anatomie (1918). Diese Zeichnung zeigt den zentralen Sulcus.


Funktionen

Der Parietallappen spielt eine wichtige Rolle bei der Integration von sensorischen Informationen, die von äußeren Reizen oder von verschiedenen Regionen des Körpers kommen. Er ist wichtig, um Zahlen und deren Beziehungen zu erkennen. Rechtsseitig im NDH wird die Bewegung von Objekten im Raum und die Lokalisierung des "Selbst" in Relation zu anderen Objekten wahrgenommen. Diese Areale können die Lage von Objekten enkodieren. Obwohl im Grunde multisensorisch wird der posteriore parietale Kortex als die dorsale Sehbahn beschrieben (gegenläufig zur ventralen Bahn in den Temporallappen). Diese dorsale Bahn wurde als “Wo” Strom (in der räumlichen Wahrnehmung) und als „Wie“ Strom (beim Beobachten von Ereignissen) bezeichnet. Das ventrale intraparietale (VIP) Areal erhält Input von verschiedenen Sinneskanälen (visuell, somatosensorisch, auditiv und vestibulär)

Die Neuronen des medialen intraparietalen (MIP) Areals sind Bestandteil der zentralen Mittellinien Strukturen (CMSs) und, weiter dorsal gelegen, könnten sie noch stärker beteiligt sein an der Integration und Synthese einkommender sensorischer Informationen und bei der Weitergabe dieser Informationen zu den temporalen und frontalen Kortices. 

Das anteriore intraparietale Areal (AIP) enthält Neuronen, die Schatten, Größe und Form von berührten Objekten erkennen, aber auch die Bewegung der Hände. Diese Region reagiert auf beobachtete und erinnerte Stimuli. Sie besitzt die notwendigen Verbindungen zum Frontallappen und den frontalen Augenfeldern so dass die zielorientierte Handlung bei Augenbewegungen beigehalten werden kann. Es wird ebenso vermutet, dass sowohl das linke als auch das rechte parietale Neuronensystem eine Rolle bei der Selbsttranszendenz spielen, die vermutlich eine Prädisposition zur Spiritualität anzeigt.

Der Parietallappen ist in zwei Hemissphären geteilt – eine Rechte und eine Linke. Die linke Hemissphäre ist bei Rechtshändern wichtiger und ist beteiligt an Symbolerkennung in Sprache und Mathematik. Der rechte Parietallappen ist für echte Linkshänder bedeutsam, und ist spezialisiert auf das Erkennen von Bildern und das Verstehen und Lesen von Karten. Das sind Funktionen die für die Wahrnehmung und Speicherung räumlicher Beziehungen zuständig sind. Der parietale Assoziationskortex ermöglicht es uns zu lesen, zu schreiben und mathematische Probleme zu lösen. Die sensorischen Inputs der rechten Seite wandern zur linken Seite des Parietallappens und die der linken Seite zur rechten.

Verletzungen des rechten Parietallappens können dazu führen, dass man die Fähigkeit verliert, räumliche Beziehungen zu visualisieren oder sie sich vorzustellen. Das war auch eines der Probleme der 44 Jahre alten Frau, die in jungen Jahren eine Hirnhautentzündung gehabt hatte, und von der bereits berichtet wurde. Extreme Beschädigung dieser Region führt zu einem Neglect des linken Wahrnehmungsfeldes und der gesamten linken Körperseite. Dabei wird diese Person den Verlust nicht einmal bemerken und diese Störung wird Anosognosia genannt. Auch beim Zeichnen wird das Fehlen der linken Seite auftreten. Eine neue Behandlungsmethode dieser Störung ist die Spiegeltherapie, bei der ein Spiegel dem Gehirn die fehlende Seite vorgaukelt, so dass das Gehirn doch nach Wegen sucht, diese Seite zu integrieren oder zu bewegen.  

Schäden des linken Parietallappens führen zu verschiedenen Problemen, inklusive Problemen beim Rechnen, Lesen Schreiben und dem Verstehen von Symbolen. Eine Beschädigung der linken Seite des Parietallappens wird aber nicht zu einem Neglect der rechten Seite der Körpers oder Raumes führen.

Kortikaler Informationsfluss

Es gibt beachtliche Hinweise darauf, dass der gesamte Kortex in zwei funktionale Bahnen geteilt ist: einen occipital-parietal-frontalen Pfad der “Wo” Prozesse für das Individuum generiert und einen occipital-temporal-frontalen Pfad, der “Was” Prozesse für das Individuum generiert. (Ungerleider and Mishkin, 1982, in Kim & Robertson, 2001).










File:Gray727.svg
Gray’s Anatomy (1918)
Gray’s Anatomy (1918), midsagittal section





Parietal Lobes, Dorsal Lateral Aspect

BA 7; BA 7:

Pz:

Somatosensory Association Cortex


                      BA 7                                                        BA 7
   






Dorsale und laterale Aspekte von BA 7
Der somatosensorische Assoziations Kortex ist ein Schlüsselareal des Default Netzwerks Er besitzt neben motorischen Funktionen Erinnerungs-, Aufmerksamkeits-, und Verständnis Funktionen (emotional). Er ist an der Schmerzwahrnehmung beteiligt. In der nicht dominanten Hemissphäre, ist er von Bedeutung für die bewusste Wahrnehmung räumlich visueller Ereignisse und für das Verstehen von Emotionen. Er hat Bedeutung für das Arbeitsgedächnis und das Verstehen. Er ist beteiligt an der räumlich-visuellen Koordination (Greifen nach Objekten) und der Bewegung beider Hände.

In der dominanten (linken Hemisspähre) enthält dieses Areal verschiedene Netzwerke, die an solchen Funktionen wie dem verbalen Verstehen, dem episodischen Gedächtnis, der Handschrift, dem Buchstabieren, der Sprache, der Vorstellungskraft, dem Schwenken der Aufmerksamkeit, sowie dem Benutzen von Werkzeugen beteiligt sind.
In der nicht dominanten (rechten) Hemissphäre hat dieses Areal Anteil am Verstehen von Emotionen, Gesten, Nuancen und Anspielungen. Es ist wichtig für das räumlich visuelle Verständnis inklusive der Aufmerksamkeit, dem geistigen Perspektivenwechsel, dem räumlichen Sehen und Urteilen oder Einschätzen von visuellen oder räumlichen Aspekten in Zeichnungen oder in der realen Umgebung. Diese Region ist auch wichtig für das räumlich-visuelle Gedächtnis.

In beiden Hemissphären ist der superiore Parietallappen an der Rhythmuserkennung, semantischen Kategorisierungen, der Lokalisation von Berührungen und dem Erkennen von zeitlichen Zusammenhängen beteiligt, während der inferiore Parietallappen eher an der Wahrnehmung und Einordnung taktiler Reize beteiligt ist. In beiden Hemissphären sind Spiegelfunktionen vorhanden, die wichtig sind, um das Bewegen und Benutzen von Objekten und Werkzeugen zu erlernen. Läsionen können zu einer ideomotorischen Apraxie führen (Unfähigkeit gesteuerte, zielgerichtete Bewegungen durchzuführen - unabhängig von Schwäche, Paralyse, einer Koordinationsschwäche oder einem Verlust sensorischer Fähigkeiten -) Läsionen können auch zu  einer Astereognosie führen. Das ist eine taktile Agnosie, bei der die Person unfähig wird, gewöhnliche Objekte durch Betasten zu erkennen – wenn das Objekt also nicht sichtbar ist. Wie viele der bisher besprochenen Regionen ist auch diese Region Teil der Netzwerke des Arbeitsgedächtnisses für motorische, verbale, visuelle, auditive und auch für emotionale Funktionen und ist beteiligt an der bewussten Erinnerung an gemachte Erfahrungen. Diese Region ist ebenso ein Bestandteil der Netzwerke (die den anterioren cingulate Kortex beinhalten) die für die Schmerzerkennung zuständig sind.

Wichtig für Neurofeedbacktherapeuten ist, dass dieses Areal in der NICHT DOMINANTEN Hemissphäre am Aufmerksamkeitsnetzwerk beteiligt ist, insbesondere an dem Teil, der visuelle und motorische Aufmerksamkeit verlangt.

Syndrome, die mit Funktionen des Parietallappens zusammen hängen

Die im Folgenden aufgeführten Syndrome sollen dem NFB Therapeuten helfen, die durch das NFB Training über parietalen Regionen beinflussbaren Funktionen besser zu verstehen. Das ist der einzige Grund, warum diese oft sehr seltenen Syndrome hier aufgeführt werden. Der Neurofeedbacktherapeut muss sie nicht unbedingt kennen. Bitte achten sie aber auf die Symptome, die mit Schäden an den geschädigten Arealen einhergehen.

BAs 40 und 39 DH: 

Gerstmann Syndrome

Ein Gerstman Syndrom wird mit Läsionen im dominanten (gewöhnlicherweise linken) Parietallappen in Verbindung gebracht. Dieses Syndrom wird durch 4 primäre Symptome charakterisiert:
Dyspraphie/Agraphia: Unfähigkeit zu schreiben.
Dyskalkulie/Akalkulie: Schwierigkeit Mathematik zu erlernen oder zu verstehen
Finger Agnosie: Unfähigkeit, die Finger der Hand zu unterscheiden.
Links-Rechts Unterscheidungsprobleme

Die Läsionen, die eines oder mehrere dieser Symptom verursachen, liegen im angularen oder supramarginalen Gyri in der Nähe der Verbindung zwischen Temporal- und Parietallappen. Dysfunktionen können nach einem Schlaganfall oder einer TBI auftreten. Zusätzlich zu den oben aufgeführten Symptomen zeigen manche Erwachsene auch noch eine Aphasie, also ein Problem sich sprachlich auszudrücken und Sprache oder Geschriebenes zu verstehen. Oftmals sind Schreiben und Lesen betroffen.
Bei Kindern könnten die mit dem Syndrom zusammen hängenden Symptome entwicklungsbedingt sein, sie bleiben aber in den meisten Fällen bis zum Schulbeginn und dem einsetzenden Lese- und Mathematik Unterricht unentdeckt. Wie zu erwarten zeigen die Kinder Probleme der Handschrift und bei Buchstabieraufgaben und sie haben Probleme beim Rechnen, sowohl in der Addition, Subtraktion, Multiplikation als auch bei der Division. Sie zeigen Unterscheidungsprobleme zwischen rechts und links und haben außerdem Schwierigkeiten einzelne Finger zu unterscheiden. Zusätzlich zu den vier Hauptsymptomen des beschriebenen Syndroms leiden diese Kinder an konstruktiver Apraxie und sind unfähig einfache Zeichnungen zu kopieren. Dazu kommen noch erhebliche Leseschwierigkeiten. Sowohl Kinder mit guten oder sogar sehr guten intellektuellen Fähigkeiten als auch Kinder mit Hirnschädigung können solche Symptome zeigen.

BA 7, Lateraler Aspekt

Bálint Syndrome
Das  Balint Syndrom wurde 1909 nach dem Österrreich-Ungarischen Neurologen Rezső Bálint benannt. Es wird mit bilateralen parietal – occipitalen Läsionen in Verbindung gebracht. (Ropper, Allan, Brown, Robert, 2005). Menschen, die an diesem Syndrom leiden, haben Schwierigkeiten, das visuelle Feld als Ganzes zu erfassen. (Simultanagnosia)). Die Fixation der Augen fällt ihnen schwer (okulare Apraxie), und sind nicht in der Lage, ihre Hand, rein visuell gesteuert, zu einem spezifischen Objekt zu bewegen. (optische Ataxie). Die optische Ataxie betrifft das Greifen nach Objekten in dem visuellen Feld, das der Schädigung des Parietallappens gegenüber liegt.
Weil Simultanagnosie die Unfähigkeit ist simultane Ereignisse oder Objekte in einem visuellen Feld zu erkennen, erfassen Menschen mit Balint Syndrom die Welt als eine Abfolge von Einzelobjekten und nicht als ein Ganzes oder als eine („Gestalt“) einer Situation. Es handelt sich um ein spezielles Defizit der Aufmerksamkeit. Eine Besserung der Simultanagnosie besteht darin, die Bedeutung einer umfassenden Szene zu verstehen, also darin, das sehr begrenzte Aufmerksamkeitsfeld zu erweitern. Die Simultanagnosie ist ein visuelles Defizit, das die Erfassung verschiedener Aspekte der visuellen Wahrnehmung beeinträchtigt, um die Fähigkeit, einzelne Objekte erkennen zu können, zu bewahren. Es wird einer betroffenen Person schwer fallen, ein Objekt geistig loszulassen, das sie einmal erfasst hat, um zur Erfassung anderer Objekte zu schwenken oder es fällt ihr schwer, die Bedeutung des ersten Objekts im Sinn zu behalten, während das zweite Objekt erkannt werden soll. Der Patient sieht seine Welt somit in einer gestückelten, punktuellen Art und Weise.

Okulare Apraxie
Apraxie ist gekennzeichnet durch die Unfähigkeit, vertraute Bewegungen auf Aufforderungen hin auszuführen. Wie bereits beschrieben, verstehen Menschen mit Apraxie, was man von ihnen will und sie möchten das Gewünschte auch tun, sie sind aber körperlich nicht dazu in der Lage. Bei der optischen Apraxie besteht die Schwierigkeit darin, willentlich Augenbewegungen zu steuern und einen bestimmten Punkt anzuvisieren. Das häufigste und einschränkendste Defizit ist der unilaterale räumliche Neglect. Dieser Neglect stellt sich als Verzerrung der räumlichen Repäsentationen und der Aufmerksamkeit auf der Läsionsseite dar, wobei die gegenüberliegende Seite ignoriert wird. Das wurde bereits bei Dysfunktionen des rechten Parietallappens beschrieben. Zusätzlich gibt es Störungen der Raum Repräsentationen nach traumatischer Schädigung des rechtsseitigen Parietallappens.
Optische Ataxie ist die Unfähigkeit, die eigene Hand visuell gesteuert zu einem Objekt zu lenken. Die Problematik darf dabei nicht durch motorische oder somatosensorische Störungen oder Störungen des visuellen Feldes oder der Sehschärfe erklärbar sein. Die optische Ataxie ist eines der Phänomene, die beim Balint Syndrom zu beobachten sind, wobei sie charakterisiert wird durch eine beeinträchtigte visuelle Kontrolle der  Armbewegung zu einem visuell erfassten Ziel, begleitet von einer fehlerhaften Handwahrnehmung und Greifhaltung. Es handelt sich um eine spezifisch visuomotorische Störung, die unabhängig von fehlerhafter Raumwahrnehmung ist. Die optische Ataxie ist auch bekannt als Dysmetrie. Sie zeichnet sich aus durch die mangelhafte Koordination von Bewegungen, typischerweise durch ein Übersteuern oder Untersteuern zu einer beabsichtigten Position der Hand, des Arms, des Beins oder des Auges. Sie wird manchmal als Unfähigkeit ,Distanzen zu beurteilen oder zu messen, beschrieben. Bálint erzählt von einem Patienten, der ein Stück Fleisch, das er mit einer Gabel in der linken Hand auf dem Teller hielt, schneiden wollte, dabei aber außerhalb des Tellers mit dem in der rechten Hand gehaltenen Messer nach dem Fleisch  suchte. Die Fähigkeit ein Objekt zu ergreifen ist ebenfalls beeinträchtigt.
Anatomische Läsionen die diese Symptome des Balint Sydroms verursachen
Die visuellen Probleme beim Balint Syndrom sind normalerweise eine Folge der Beschädigung des obersten Teils der temporal-occipital Lappens auf beiden Seiten des Gehirns. Die temporalen-occipitalen Areale gehören zu den lateralen und posterioren Teilen des Gehirns. Beim Bálint Syndrom, ist der superiore oder dorsale Teil der Parietallappen beider Seiten affiziert. Die Parietallappen sind die mittleren Teile der dorsalen Hirnaspekte. Normalerweise besteht eine bilaterlae Beschädigung des posterioren parietalen Kortex. Die Beschädigung und damit das Syndrom sind oft die Folge einzelner oder multipler Schlaganfälle, von Alzheimer Erkrankungen, intracranialen Tumoren oder Hirnerkrankungen; kurzum, von allem, was Schäden an den posterior-superioren Arealen des Parietallappens (BA7) verursacht.



Neues Produkt von Bob Thatchers Neuroguide

PRODUCT HIGHLIGHT
ACR - Automatic Clinical Report Writer
The Automatic Clinical Report Writer (ACR) analyzes a properly edited QEEG and prepares all the necessary summaries, descriptions, treatment recommendations with supporting outputs automatically in report form that is in a format which meets professional society and third party standards. 
The first page of the report summarizes the patient information and the findings of the report.  You are able to customize the header to use your clinic's logo and letterhead.
The second page includes a detailed narrative with neurofeedback recommendations.
Depending on which networks are selected the ACR provides a written summary of deviations in each network with neurofeedback training recommendations which can be easily converted into a training protocol.  These findings are also summarized into easy-to-interpret radial plots.
The ACR summarizes the surface electrical activity in the form of z-score brain maps which summarize the deviation of the patient's surface activity from ANI's FDA registered normative database.  A sample EEG with the FFT plot (showing both the raw and z-score values) are also provided.
The ACR also summarizes Electrical Neuroimaging findings showing the Broadmann area deviations from ANI's LORETA database, in the form of radial plots and LORETA images.
The z-score maps for each 1Hz band are provided for both Linked Ears and Laplacian derivations.
The z-score maps for connectivity measures are also provided.
If selected (in cases where a Traumatic Brain Injury is present) the report automatically provides the Traumatic Brain Injury Discriminant analysis indicating the severity of the TBI (based on electrophysiological data which needs to be confirmed with the clinical findings).  Other possible comparisons are the Learning Disability Discriminant and the Brain Performance Index.  These 3 options are only available if these options have been purchased seperately.
Finally, the reliability of the recording and all the technical and scientific parameters used by NeuroGuide™ including references to the scientific publications supporting each of the outputs provided is included in the last 4 pages of the report.
Thatcher's Thoughts

 
The growth of the field of qEEG depends on flattening the learning curve and making qEEG report writing not only accurate but also easy to do.  Most QEEG systems, and especially NeuroGuide™ generate numerous outputs in the form of tables, graphs, brain maps and LORETA outputs.  From all these outputs the pertinent ones have to be selected and integrated into a report.  A proper and valid report needs to meet certain criteria:

It should summarize how and with what settings the recording was done (technical information), summarize the findings with support from selected tables and maps, how the patient compares against age matched norms with supporting outputs. Broadmann areas that deviate from norm, or may explain the symptoms, should include supporting LORETA outputs, and finally treatment recommendations should be included based on all of the abovementioned information.  The report should meet the criteria of good practices of the governing professional organization(s) as well as being acceptable for third parties for reimbursement.

In the past, those that were trained and/or had experience in EEG and QEEG would spend a fair amount of time preparing a report.  Those clinicians who did not have the experience or time to write a QEEG report would send the results to outside services to write the report whose turn-around time could include days of delays. These services were often inadequate with unknown and untrained individuals that produced low quality analyses using back yard special databases that had no scientific validity, etc.  Also, by sending data to a 3rd party the clinician was not empowered to tailor the data to fit the symptoms of their patients.  Also, courts often reject reports produced  by outside  companies because there is no line of custody of the EEG data and because of the unknown and/or unscientific normative databases and analyses that are used.

As Applied Neuroscience, Inc. grew, clinicians often complained that they did not have the time or expertise to prepare reports.  Also, the learning curve was steep  and intimidating and it turned off clinicians that did not have the time to learn how to analyze the EEG, save the bitmaps, and write a clinical report. Initially, word processing templates helped but the cutting and pasting of the appropriate outputs still took up too much time.  Finally, I consulted the ANI team to see if we could come up with a way to empower the clinician to create a report that was of high quality and could be run  on their own computers in a few minutes so that they did not need to send their  data to a 3rd party.    It was not easy but  after a number of products and revisions we were able to come up with an automatic report writer that met professional standards and legal standards which produced a complete report with images and narratives in less than one minute on the clinician's own computer. The end result of all these efforts is the Automatic Clinical Report writer (ACR) that is highlighted in this newsletter.  The ACR automatically takes an edited EEG and within 1 minute prepares a multi page well documented QEEG report.  The ACR is an invaluable tool to the trained clinician, and will empower the less experienced clinician by preparing the pertinent details of the patient's QEEG findings in a well documented, standardized report.  Most important, it significantly flattens  the learning curve for clinicians new to QEEG.

May a healthy brain guide all your endeavours.

Best wishes,

Robert Thatcher, PhD
ACR is a per use product so you can purchase as many as you need and conveniently buy on-line from our website.
For more information on the ACR or to order ACR units, CLICK HERE
To view an instructional video explaining the ACR, or other videos for learning how to use NeuroGuide™ CLICK HERE

Warum ein 1 Kanal Training