Freitag, 29. Juli 2016

Die Brodman Areale und die kortikalen Strukturen in der Bedeutung für NFB

Insula

BA 13

C3-T7; C4-T8



Schlüssel Areale des affektiven  Netzwerks beinhalten den Cingulate Gyrus und die Brodman Areale 24, 25, 33 plus den anterioren Teil der Insula, Brodman Areal (BA 13). Diese Regionen haben eine Verbindung zur Amygdala, zum Septum, zum medialen und orbifrontalen Kortex, zur anterioren Insula, dem ventralen Striatum ( Nucleus accumbens), zum periäquaduktalen Grau und zum Motor Nukleus im autonomen Hirnstamms. BA 25 besitzt eine direkte Verbindung mit dem Nukleus der solitären Trakts in der Medulla, wie bereits im Abschnitt über Stress-Reaktionen und Herz Raten Variabilitätstraining an anderer Stelle dieses Buches berichtet.





BA 13 Insula


Die Insula ist eine Einfaltung des Kortex zwischen dem inferioren frontalen Kortex und den Temporalen Polen. Sie ist ein Teil des cerebralen Kortex, der tief im lateralen Sulcus eingefaltet liegt. Der laterale Sulcus kann auch als ein Spalt beschrieben werden. Er trennt den Temporal Lappen vom Parietallappen und dem Frontallappen. Das ist in den Diagrammen des Buches nicht sichtbar. Deshalb werden wir es hier an dieser Stelle durch eine Illustration verdeutlichen.


Figürliche Darstellung zur Illustration der relativen Position der Insula unter Berücksichtigung des oberen Frontallappens (frontal (superior) lobe), des unteren Temporallappens (temporal (inferior) lobe), und der medialen Basalganglien (the basal ganglia (medial ). In dieser Grafik ist der Cingulate Kortex superior/medial mit dem Cingulum (nur das Label “...LUM” ist sichtbare) gezeigt, der zum zentralen Kern führt. Unterhalb des Cingulate Kortex markieren gestrichelte Linien das Corpus Callosum.
Insula (BA 13 un nahe BA 43)
Wenn man das menschliche Gehirn seziert, ist der insuläre Kortex meist sichtbar, wenn man beide Hände auf den lateralen Sulcus legt und dann Frontallappen und Temporallappen auseinander schiebt, um zwischen diese beiden zu schauen. Der insuläre Kortex verläuft entlang beider Lappen, wird aber zur Einfaltung anstatt sich lateral auszubreiten wie in der frühen Entwicklung. Es ist möglich, dass an diesen wichtigen Teilbereich des Kortex mit einer Elektrodenposition zwischen C3/T7 oder C4/T8 rechtslateral bestimmte Symptome durch NFB beeinflusst werden können. Alternativ kann aber das LORETA NFB einen noch direkteren Einfluss haben. Nach der Sammlung der Daten aus seiner 19 Kanal Ableitung und bevor man LORETA NFB benutzt, beobachtet man, welche Frequenz oder welche Frequenzen beim Klienten außerhalb der vergleichenden Normwerte aus der jeweiligen Datenbank an Brodman Areal 13, der Insula, liegen, das wird durch eine LORETA Messung verifiziert. Wenn die gleiche Frequenz, gemessen zwischen C3 und T7, außerhalb der Normdaten liegt, müssen wir zuerst das Oberflächen NFB dazu benutzen, diese Frequenz zu normalisieren, und das tun wir, indem wir dem Patienten während des NFB Aufgaben stellen, die einen Bezug zu seinen Symptomen haben.
In Anbetracht der Bedeutung der Insula für die Aufrechterhaltung des Balance zwischen sympathischem Nervensystem (rechte Insula) und parasympathischen Nervensystem (linke Insula), kombinieren wir Neurofeedbacktraining IMMER mit Herz-Raten-Variabilitätstraining (HRV) Weil wir nicht in der Lage sind, die kleine Gruppe von Neuronen die für ein spezielles Netzwerk verantwortlich sind, gezielt anzusprechen, benutzen wir kognitive Strategien und Aufgabenstellungen um die anvisierten Netzwerke des Klienten während des Trainings zu aktivieren. Symptome beim Klienten, deren Verbesserung das Ziel des jeweiligen NFB sind, werden als Aspekte der gestörten Funktion von Insula oder der mit dieser verbundenen Netzwerke zu betrachten sein. Das Training eines Klienten mit Beeinträchtigungen der insulären Funktionen, eventuell durch eine traumatische Hirn Verletzung, ist ein kompliziertes Unterfangen. Diese Patienten zeigen eine Abnahme der Herz-Raten- Variabilität (HRV), also macht es Sinn, NFB mit einem Training der HRV zu kombinieren.

Die Insula hat auch Bedeutung für das affektive Netzwerk und ist eine Schlüsselkomponente in vielen exekutiven Funktionen. Sie kann ebenso im Default Netzwerk eine Funktion haben. Beide Insulae spielen eine Rolle bei diversen Funktionen, die mit Emotionen und der Aufrechterhaltung der Homöostase des Körpers zu tun haben. Diese beinhalten höherrangige Emotionen wie Liebe, Freude, Humor, ausdrückbare Furcht oder Abneigung und die entwickelte sexuelle Wahrnehmung. Sie spielen eine Rolle in der bewussten Wahrnehmung von Hitze, Tönen, Berührung, Vibrationen, Tastsinn und Geruch. Ihre Aktivität steigt gleichförmig mit der Aktivität der Amygdala und dem anterioren cingulären Regionen bei der Lösung emotionaler Aufgaben. Diese Regionen sind nachweisbar verbunden mit Reaktionen des Herzschlags und der emotionalen Reaktion auf die Präsentation von Bildern mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken von Empfindungen. (Yang, 2007).

Die Insula ist beteiligt am exekutiven Netzwerk und in der Wahrnehmung und sowie der Kontrolle der Motorik. Sie ist beteiligt an Netzwerken für logisches Begreifen, dem Verstehen von Wortbedeutungen und dem verbalen Gedächtnis. Sie spielt eine Rolle in kognitiven Funktionen des Planens, Kategorisierens der Fehlererkennung und des verbalen Gedächtnisse. Die Insula ist ebenfalls wichtig für die Selbstreflexion. Man kann aus alle dem erkennen, dass sie im Affektiven, im Exekutiven, im Salience sowie dem Default Netzwerk eine wichtige Rolle spielt. Als Bestandteil des Salience Netzwerks ist sie mit verantwortlich für das Ein- und Ausschalten des Default Netzwerkes (Gotman, 2005). Die rechte Insula hat eine Scvhalterfunktion beim Wechsel zwischen exekutiven und default Funktionen während Aufgaben, die die Aufmerksamkeit beanspruchen. (Sridharan, 2008). 

Die Insulae sind ebenso bedeutsam zur Kontrolle des autonomen Nervensystems und des Affektes. Wie bereits erwähnt beeinflusst die linke Insula das parasympathische System und die rechte Insula das sympathische Nervensystem.  Die rechte Insula ist beteiligt an bewusster, emotionaler und physischer Selbstwahrnehmung. Die Aktivität von Amygdala und rechter Insula nimmt immer dann ab, wenn es zum Anstieg der Aktivität präfrontaler Regionen kommt, die Reaktionen auf negative emotionale Stiumuli steuern.Das bedeutet, das kognitive Neubewertung negativer emotionaler Stiumuli die Aktivität von Insula und Amygdala verringern können. (Lutz et al., 2009).  Hingegen ist der rechte insuläre Kortex aktiviert bei Ekelgefühlen, die zu Vermeidungsverhalten führen. Sie werden sich sicher daran erinnern, dass der Mensch gemäß der Arbeit von Davidson (1990), wird dazu neigt, Vermeidungsverhalten mit Aktivierung frontaler, rechter Regionen zu assoziieren, was aber dem Eben Festgestellten zuwiderläuft, das eher eine Aktivierung linker frontaler Regionen vermuten lässt. Aktivierung der Insula kann auch mit Angst in Verbindung gebracht werden.


Der insuläre Kortex spielt eine Rolle in der körperlichen Selbstwahrnehmung. Es gibt Verbindungen zu Spiegelneuronen der inneren und äußerer Erfahrung, die eine Verbindung zu Funktionen der  Insula besitzen. Sie spielt eine Rolle in der gefühlsmäßigen Komponente bei Schmerz, Angst und Gefühlen von Hoffungslosigkeit (Sheline et al., 2009). Man vermutet, dass die Insula konvergente Informationen zusammenführt, um sie in einen emotional relevanten Kontext der sensorischen Erfahrung zu bringen. Die Insulae senden Output zu einer ganzen Anzahl mit dem limbischen System verbundenen Strukturen wie der Amygdala, dem ventralen Striatum, dem Nucleus Accumbens und dem orbifrontalen Kortex, ebenso wie zu motorischen Anteilen. Der insuläre Kortex spielt eine Rolle bei Angststörungen und emotionaler Dysregulation. Während die Amygdala mehr in soziale Ängste involviert zu sein scheint, ist die Aktivierung der Insula mehr mit Angst und  Gefahreinschätzung verbunden (Shah et al., 2009).

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