Sonntag, 24. Juli 2016

Section 4 The Neurofeedback Book komplett übersetzt ins Deutsche

Kapitel IV  
EEG Messung:
Instrumente und Elektroden




Wenn wir das EEG mittels einer Elektroenzephalographie beobachten, messen wir die Potentialdifferenz zwischen Paaren kleiner Messelektroden. Die gemessene Spannungsdifferenz bewegt sich im Bereich von einem millionenstel Volt. Wir sind in der Lage sehr hohe, womöglich tausende Volt betragende Spannungen selbst zu erzeugen, indem wir die Füße auf einem Teppich hin- und herbewegen und eine andere Person berühren. Das Dilemma und die entscheidende Frage ist also, wie ist das EEG Instrument in der Lage, minimale elektrische Spannungen, die eine Gruppe von Neuronen im Gehirn erzeugt, zu messen und dabei den Einfluss erheblicher elektrischer Spannungen, die in der Umgebung ständig erzeugt werden, zu eliminieren? Um das zu klären, müssen wir erst erläutern, was eine Potential Differenz, was Strom und was elektrischer Widerstand überhaupt ist.

Vielleicht erinnern sie sich aus dem Physikunterricht an den Gleichstrom, den wir bei Taschenlampen benötigen und den die Batterien liefern. Tatsächlich gibt es eine Beziehung zwischen Potential Differenzen, die man in Volt misst, Stromstärke, in Ampere und Widerstand gemessen in Ohm. Diese Beziehung wurde 1826 vom deutschen Physiker Georg Ohm als Potential Differenz (V) = Stromstärke (i) x Widerstand (R ) postuliert. Die gleiche Formel beschreibt diese Beziehung beim Wechselstrom. (AC).  AC oder Wechselstrom ist der Strom aus der Steckdose, aber auch das, was wir im EEG messen. Die Formel lautet: Volt (V oder E) = Strom (I) x Widerstand (z). Impedanz ist ein komplexeres Konstrukt als der elektrische Widerstand, weil in seine Berechnung nicht nur der Widerstand der Transistoren sondern auch andere Faktoren wie Kapazität, Induktivität und die Frequenz des Wechselstroms einfließt. Diese Begriffe und   Impedanzmessungen, werden in diesem Kapitel noch genauer beschrieben.
In diesen Formeln bedeutet Strom die Rate der Elektronen die durch einen Leiter fließen. Diese werden in Ampere gemessen. Potential Differenzen kann man sich als gerichtete Kraft vorstellen, die dafür sorgt, dass der Strom in eine Richtung fließt. Der Strom fließt abhängig von der Potential Differenz zwischen der Quelle (Minuspol) zum Ziel (Plus Pol). Der Widerstand (oder die Impedanz beim Wechselstrom) ist dasjenige im durchflossenen Material, das sich dem freien Fluss der Elektronen entgegenstellt. R und z meinen beide diese Kraft. Dieser Widerstand gegen den Fluss der Elektronen ist sehr hoch in Substanzen wie Gummi, bei denen die meisten äußeren Elektronenbahnen gut gefüllt sind.  Das erschwert das Herauslösen einzelner Elektronen aus den äußeren Bahnen. Solche Substanzen sind gute Isolatoren, aber sehr schlechte Leiter.

Stromstärke meint die Größe des Transports einer elektrischen Ladung von einem Punkt zum anderen. (Ihr Stromversorger misst die Anzahl der Elektronen die einen Meter in jeder Sekunde passieren. Sie messen dabei in Ampere, wobei ein Ampere = 6.28 x 1018 Elektronen [Reihen) sind. Elektrische Ladung bezieht sich auf die negative Ladung, die von den Elektronen transportiert wird. Elektronen umkreisen den Atomkern auf verschiedenen Bahnen. Die Bahnen haben unterschiedliche Distanzen zum Kern, die man sich als unterschiedliche Energie Level vorstellt. Jede Bahn beinhaltet eine genaue Anzahl von Elektronen. Ganz Nahe am Kern befinden sich zwei Elektronen. Auf der nächsten Bahn sind es acht Elektronen, auf der nächsten 16. Es sind die Elektronen auf den äußeren Bahnen, die den Strom erzeugen. Diese Elektronenbahn kann unvollständig gefüllt sein. Wenn dass der Fall ist, werden Elektronenkollisionen möglich, die das Elektron zur Verlassung seiner Bahn anregen. Stellen sie sich vor, dass ein solches Elektron wie eine Billiardkugel agiert. Es kollidiert mit anderen Elektronen und wird von dem Atom, mit dem es kollidierte eingefangen, aber dessen angeregtes Elektron löst sich aus seiner Bahn und trifft das nächste Atom usw. usw. in einer Kettenreaktion. Es ist dieser Ablauf, der das erzeugt, was wir einen elektrischen Strom nennen.
In unserer Arbeit als Neurofeedbacktherapeuten benutzen wir die Potentialdifferenz zwischen einer Plus und einer Minus Elektrode um die Amplitude einen EEG Signals zu messen. Bei Hirnwellen wird der gemessene Strom in Microvolt (mV) ausgedrückt, wobei ein Microvolt ein millionenstel Volt ist.
Eine vielgenutzte Analogie zur Erläuterung von Strom ist der Wasserdruck in einem System, zu dem ein Wasserturm gehört. Die Höhe des Wasserturms bestimmt den Druck des Wassers in den Leitungen. Dabei ist der Druck ähnlich der Potentialdifferenz (Volt) in einem Stromkreis. Die fließende Wassermenge entspricht dem Strom, der Durchmesser der Röhren ähnelt dem Widerstand im Stromkreislauf. Ein schmaler Durchmesser wird den Stromfluss begrenzen. Dieser kann nur angehoben werden durch Erhöhung des Drucks (durch einen höheren Wasserturm) oder durch ein Absenken des Widerstands (durch größere Leitungen).
Das Gehirn produziert Wechselstrom. Dieser Strom kann als eine Sinuswelle dargestellt werden. Um die Amplitude dieser Welle zu messen, messen wir gewöhnlicherweise von der Spitze der positiven Welle zur Spitze der negativen Welle und wir nennen das Peak to Peak Messung.


Das EEG Instrument
Wie liest mein EEG Gerät das Signal und filtert unerwünschte elektrische Aktivität heraus?

Die Kopfelelektroden, die wir beim Neurofeedback benutzen sind Makroelektroden (>5mm), die in der Lage sind Mikrovolt Differenzen zwischen den Elektroden an zwei unterschiedlichen Positionen zu erfassen. Wenn man sich dem Klienten nähert kann das zu veränderten Stromstärken in den Kabeln führen. Fast in jedem Raum, den man zum Neurofeedbacktraining benutzt, wird man andere elektrische Quellen haben, die die Messung beeinflussen. Das einfachste, aber auch dramatischste Beispiel ist die statische Aufladung. Wenn man die Füße auf dem Teppich reibt und seine Hand zu einem Menschen bewegt, der vor einem sitzt, wird ein elektrischer Funke überspringen Die Potential Differenz zwischen beiden Menschen kann 10,000 Volt betragen. Der Strom ist trotzdem extrem schwach. Die Potential Differenz liegt im Voltbereich, aber wir messen Microvolt. Es wird den anderen Menschen nicht umbringen, aber es wird einen großen Einfluss auf die EEG Messung haben.
 [L1] Der erste Schritt zur EEG Messung benötigt somit einen Präamplifier. Also einen Vorverstärker.  Dieser verstärkt die minimale Microvolt Differenz um das 100000 fache und verstärkt keiensfalls irgendein anderes elektrisches Signal.  Der zweite Schritt besteht darin, dass man den analogen Wechselstrom in digitale Signale umwandelt, mit denen der Computer arbeiten kann. Dieser Prozess nennt sich Sampling.  Der dritte Schritt besteht darin, dass man das digitale Signal leichter lesbar und auswertbar macht, indem man es filtert, das bedeutet, indem man die Anteile des EEG zeigt, die interessant für die Auswertung sind, während man den Rest heraus filtert. Das nächste Kapitel wird diese Vorgänge genauer beschreiben.


Verstärker
Was ist ein Vorverstärker? 
Der Vorverstärker verstärkt den EEG Strom um ein Vielfaches damit andere Einflüsse aus der Umgebung klein und unbedeutend im Vergleich zum verstärkten EEG Signal bleiben. Er verstärkt nur die Voltdifferenzen zwischen den Inputs. Die Elektrode misst winzige elektrische Spannungen. Wir messen Millionenstel eines Volts (Microvolt). Wie bereits beschrieben kann bereits die Annäherung an einen Klienten durch induzierten Strom, erzeugt durch die Reibung des Fußes am Teppich z.B., eine Voltdifferenz zwischen Therapeut und Klient von tausenden Volt schaffen. Das wird den elektrischen Strom, der durch das Kabel vom Patienten zum Verstärker läuft, erheblich beeinflussen. Lange Kabel sind problematisch, können sie doch mehr Induktionsstrom erfassen. Kurze Kabel zu einem Vorverstärker, der an der Schulter des Klienten befestigt ist, oder an einem Stirnband, sollte dieses Problem verhindern. (Es gibt dann weniger Kabel, das wie eine Antenne funktioniert!) Andere EEG Instrumente haben den Vorverstärker im gleichen Gehäuse wie den Enkoder, das bedeutet immer längere Kabel und damit eine größere Gefahr andere elektrische Einflüsse aus der Umgebung aufzunehmen. Ein gut abgeschirmtes Kabel ist eine Möglichkeit dieses Problem anzugehen. Die Kabel des Focused Technology F1000 Equipment besitzen beispielsweise eine zweite Kabelschicht, die von außen kommende elektrische Einflüsse abschirmt, so dass diese keinen Einfluss auf das Kabel haben, das das EEG Signal des Klienten zum Vorverstärker leitet. Andere EEG Instrumente, so z.B. Thought Technologies ProComp+ und Infiniti, besitzen einen Vorverstärker, der am Kragen des Klienten befestigt werden kann. Dadurch können die Kabel zum Enkoder kurz bleiben.
Entweder hat das Instrument einen Vorverstärker in der Nähe der Elektroden, gut abgeschirmte Kabel oder beides, das Ziel ist es den Anteil von elektrischer Spannung, die das System beeinträchtigt, zu reduzieren.
Der Vorverstärker ist eine kleine Einheit, die im Idealfall so nahe an der Elektrodenposition befestigt wird, wie möglich, weil andere elektrische Einflüsse, nach der Verstärkung des Signals nur noch einen geringen Einfluss auf das gemessene EEG haben können. In Stermans Studie mit Top Gun U.S. Navy Piloten wurde der Vorverstärker in den vom Piloten getragenen Helm eingebaut und zwar an jeder Elektrodenposition. Das ist eine elegante aber sehr teure Lösung des Kabelproblems zwischen den Elektroden und dem Vorverstärker, um unerwünschte elektrische Einflüsse auszuschalten.

Kalibrierung eines Full Cap EEG Instruments wird hergestellt durch das Erstellen einer Standardspannung an allen Input Kanälen. Das garantiert, dass die gelesene Spannung in Ordnung ist und dass alle Inputs das Signal auf gleiche Art und Weise verstärken und filtern. Die meisten Neurofeedbackgeräte verlangen nicht nach einer Kalibrierung vor jeder Benutzung. Man wird nur dann Kalibrieren, wenn es Probleme gibt. Wir vermuten, dass Anwender in der Regel zwei EEG Instrumente besitzen. Wenn ein Problem vermutet wird, kann der Trainer die Elektrode am zweiten Gerät anschließen, um die Werte zu überprüfen.
Aber wie arbeitet der Verstärker?
Der Verstärker entdeckt und verstärkt Unterschiede zwischen zwei Inputs. Er verstärkt Veränderungen der Signale von jedem Input um denselben Wert aber in unterschiedliche Richtungen, in Bezug auf eine elektrische Referenz innerhalb des Verstärkers. Das tut er indem er die Polarität des zweiten Inputs umdreht, so dass beide Messungen voneinander subtrahiert werden können. Der Verstärker verstärkt nur die Differenz zwischen beiden Inputs, deshalb wird er auch Differential Verstärker genannt.

Um es bildhafter zu machen stellen sie sich bitte vor, dass sie einen Klienten an ein EEG angeschlossen haben, wobei eine Elektrode an Cz liegt und das andere an einem Ohrläppchen. Eine starke elektrische Störungen beeinträchtigt beide EEG Kabel mit der gleichen Amplitude und der gleichen Frequenz, Phase und exakt gleichzeitig. Idealerweise wäre nun nach der Subtraktion beider Störeinflüsse an den Inputs, die einzige Differenz zwischen beiden Ableitungen die winzige Mikrovoltspannung von der Elektrodenposition Cz, die von der Aktivität von Pyramidenzellen des Gehirns stammt. Wenn der Verstärker die Polarität des Inputs von einem Kabel wechselt, wird jede interferrierende Störaktivität ausgeschlossen und es wird nur die winzige Mikrovoltaktivität der Hirnzellen übrigbleiben, die dann vom Vorverstärker um ein Vielfaches erhöht wird.
Das meint man, wenn man sagt, der Verstärker unterdrückt Signale, die auf beiden Seiten des Inputs gleich sind. Das ist die so genannte Common Mode Rejection. Die Maschine ist so verdrahtet, dass bei größerer Negativität an Input 1 gegenüber Input 2 eine aufwärtsgerichtete Ablenkung des Signals erfolgt.

(Bemerken Sie: Das dritte Kabel, der Grund, am anderen Ohr des Klienten, hat keine Verbindung zum Boden oder Grund in dem Sinne wie wir das dritte Kabel einer elektrischen Leitung Grund nennen. Stellen Sie sich den Begriff “Grund“ vor als ein elektrisches Wächterkabel. Der echte Grund ist nicht mehr der Referenz Punkt für Messungen (Frank Diets, der Ingenieur, der das F1000 biofeedback/neurofeedback Instrument schuf)

Die Common Mode Rejection Ratio ist das Verhältnis des Common Mode Input Spannung dividiert durch die Volt Spannung des Outputs (Fisch, p43). Dieses Verhältnis sollt größer als 100,000 sein. Fehler in diesem System zur Eliminierung externer Common Mode Artefakte stammen entweder von zu großen Impedanzunterschieden zwischen zwei Elektroden oder einer schlechten „Ground“ Verbindung.

Eine zweite Verstärkung erfolgt nach der Filterung des Signals. Das wir eine Single-Ended Amplification genannt, weil es nur einen einzigen Input mit dem “Ground” vergleicht und dieses Signal verstärkt.


Filter
Ihr Verstärker besitzt zwei Filter, die dabei helfen, Störungen zu minimieren, die es schwierig machen würden, das EEG zu lesen. Es gibt den High-Pass Filter und den Low-Pass Filter. In einigen Instrumen wird diese Filterung bereits im Vorverstärker vorgenommen, der den Input von drei Elektroden erhält (Positiv, Negativ und Grund) In diesem Fall liegt er zwischen den Kabeln und dem Enkoder, der auf dem Tisch steht. Bei anderen Instrumenten befindet er sich im gleichen Gehäuse. Das Filtern erfolgt nach der Differentialverstärkung und vor der Single ended Verstärkung. Eine dritte Art der Filterung erfolgt durch den so genannten Notch Filter, der dazu dient, bestimmte Frequenzen wie 60 oder 50 Hz (Netzstrom in den USA/Europa) herauszufiltern. Diese Filter filtern nicht nur Frequenzen oberhalb oder unterhalb. Es ist ein komplexer Prozess um unerwünschte Frequenzen auszublenden, das bedeutet, deren Amplitude um einen gesetzten prozentualen Anteil zu mindern. Nähere Erläuterungen können sie in einem Lehrbuch über EEGs wie etwa das von Fisch (p46-54) entnehmen. Ein unvermeidbarer, unerwünschter Effekt des Low-Pass-Filters ist, dass er störende Artefakte wie Muskel Artefakte durch das Absenken der Amplitude und das Verlangsamen der beobachteten Frequenz dahingehend ändert, dass sie wie Bestandteile des beobachteten EEG erscheinen.

High-Pass Filter
Der High-Pass Filter hat die Aufgabe, die Ampitude der Wellen zu mindern, die in einer Frequenz unterhalb des Cut Offs gemessen werden. Er lässt nur Wellen passieren, die oberhalb der Cut off Frequenz liegen. Es handelt sich nicht um einen Alles Oder Nichts Filter, er sorgt eher für eine graduelle Eliminierung der Frequenzen. Die meisten Instrumente besitzen High Pass Filter bei 1 oder 2 Hz weil wir normalerweise nur nach Wellen sehen, die oberhalb von 3 Hz liegen, wenn wir klassisches Neurofeedbacktraining betreiben. In Krankenhäusern werden aber auch niedrigere Frequenzen zur EEG Beurteilung heran gezogen. Instruments wie der ProComp+ oder auch der Infiniti haben den High-Pass Filter bei 0.5 Hz. Delta Wellen können mit diesem Verstärker gut erkannt werden, obwohl man sorgfältig unterscheiden muss zwischen Delta Aktivität und Artefakten, die durch Augenbewegungen erzeugt werden.

Einige EEG Instrumente wie Lexicor, ermöglichen es, den High Pass Filter während des EEG ein oder auszuschalten. Während des Feedback wird man ihn aber eingeschaltet lassen. Ein niedriger Cut Off ergibt ein EEG, das Delta Aktivität anzeigt, was sinnvoll sein kann. Trotzdem können Interferenzen dafür sorgen, dass der High Pass Filter überfordert ist, wie etwa durch das Anlaufen eines Klimageräts oder einer Pumpe, die ein falsches Signal erzeugen, das der Amplifier zu spät entdeckt. Das daraus resultierende EEG könnte eine vereinzelte hohe Welle zeigen, die längere Zeit andauert, mit eingestreuten Harmonien oberhalb von Beta. Es gibt für jedes Design der High Pass Filter Argumente pro und kontra. Wenn wir über die EEG Instrumente sprechen, werden wir sehen, dass die Ingenieure Entscheidungen auf Grund von Abwägungen treffen mussten. Merken sie sich bitte, dass ein High Pass Filter eine Schwelle bei 0,5 bis 2 Hz setzt. Er wird deshalb auch Low-Frequenzy Filter genannt.




Low-Pass Filter
Der Low-Pass Filter hat die Aufgabe alle für uns relevanten Frequenzen unterhalb eines Cut Off Wertes durchzulassen. Viele ältere Biofeedback Instrumente besaßen einen Low-Pass Filter mit einer Cut Off Frequenz von 32 Hz. Die heute gebräuchlichen Instrumente besitzen in der Regel die Möglichkeit, den Cut Off Punkt bei 62 Hz zu setzen mit der Möglichkeit, ihn tiefer einzustellen, etwa bei 40 Hz, um das EEG sauberer (weniger elektrische oder Muskelartefakte) und damit leichter lesbar zu machen. Dadurch werden Frequenzen, die oberhalb der gesetzten Schwelle liegen nicht mehr registriert. Der F1000 besitzt einen digital einstellbaren Low Pass Filter. Er ist eingestellt auf 61 Hz für ein Online FFT Display, das bis 63 Hz reicht. Während des Feedbacks wird das Gerät aber auf 45 Hz eingestellt, um den Einfluss der Störungen aus dem Stromnetz 50/60 Hz zu unterbinden. Der ProComp+ und Infiniti von Thought Technology besitzen Low Pass Filter, die auch über 61 Hz liegen. Dieser höhere Cutoff Punkt erlaubt die Beobachtung der höheren Frequenzen des EEG. Das ist wichtig, wenn wir versuchen kortikale Aktivität zu unterscheiden; zum Beispiel Rumination, also Gedankenrasen, bei 30 Hz, oder kognitive Bindungsaktivität bei ca. 40 Hz (Sheer Rhythm), von Muskelaktivität der gleichen Frequenz (EMG Artefakt). Elektrische Aktivität von Beleuchtung, Computern, Verlängerungskabeln, etc. ist gewöhnlicherweise sehr regelmäßig und völlig anders als das EEG und wird in den USA und Kanada bei 60 Hz, in Europa, Asien und Australien bei 50 Hz zu sehen sein.
Andere Störquellen sind eher ein Problem bei sehr hochauflösenden Geräten, weniger bei den älteren Instrumenten mit sehr niedriger Rauschtoleranz. Der Verstärker, den Trucker zur Funkkommunikation benutzen, verursacht beispielsweise einen Anstieg bei hohen Frequenzen, die absinken zu niedrigeren Frequenzen, wie Meereswellen am Strand.

Band Pass Filters
Ein Band Pass ist die Frequenzbreite (beispielsweise 4 bis 8 Hz) die vom Anwender gewählt wird zum statistischen Vergleich oder während des Neurofeedback. Während des Neurofeedback wählt der Anwender Frequenzbänder die begrenzen oder verstärken. Wie diese gewählt werden, wird im Kapitel über Interventionen näher erläutert. Einige Neurofeedbacksoftwares erlauben es dem Anwender die Art des Filters (IIR, FIR, FFT) und die Weite des gewählten Frequenzbandes zur Erhebung statistischer Daten oder zum Neurofeedback einzustellen. In anderen Systemen ist die Art des Filters vorgegeben und kann nicht gewählt werden.

Sampling Rate
Das Original EEG kann als analog oder kontinuierlich beschrieben werden. Diese Welle muss in kleine Pakete oder Samples aufgesplittet werden, um vom Computer verarbeitet werden zu können. Dieses Aufbrechen der kontinuierlichen Welle in kleine Bestandteile nennt man Sampling. Dieses Sampling wird von einem analog zu digital (A/D) Konverter vorgenommen. Moderne Inputs zum Enkoder benutzen immer die weiblichen Stecker. Diese werden benutzt, weil sie nicht versehentlich mit einer Stromquelle verbunden werden können, ein Fehler, der Schäden am Equipment, aber auch bei der damit verbundenen Person auslösen könnte.
Eine schnelle Sampling Rate ist von erheblicher Bedeutung zur Erlangung präziser Informationen. Die maximale Frequenz, die im Filter rekonstruiert werden kann, basiert auf dem Nyquist Prinzip, das bedeutet, dass, zur Erstellung akkurater digitaler Resultate, die Sampling Rate mindestens das Doppelte der maximalen Frequenz des analogen Signals besitzen muss. Technisch betrachtet erlauben 128 Samples in der Sekunde also die Beobachtung von Frequenzen bis 64 Hz, obwohl in der Praxis Geräte mit dieser Sampling Rate eben Frequenzen bis 32 Hz abbilden. Das ist die Basis des F1000 Online Spectral Display und annähernd die Rate, die von Lexicor gelesen wird. Andere Instrumente wie ProComp+ und Neuronavigator haben eine Sampling Rate von 256 Samples pro Sekunde, manchmal mehr. Thought Technology’s Infiniti besitzt eine Sampling Rate bis zu 2500[M2]  Samples pro Sekunde. Schnellere Sampling Rates erlauben es dem Anwender hohe EEG Frequenzen mit größerer Genauigkeit zu beobachten. Beispielsweise kann eine Sampling Rate von 256 Cycles in der Sekunde (cps) sehr präzise Frequenzen darstellen, bis zu einem Viertel der Sampling Rate, also 64 Hz. Auch eine Division durch 2 ist akzepabel, aber als Daumenregel gilt, die meisten Hersteller teilen die Sampling Rate durch vier, um eine annähernd optimale Genauigkeit der EEG Auswertung zu erlauben. Wir halten fest: um ein EEG Spektrum zu erhalten, das genau bis 64 Hz reicht, benötigen wir ein Instrument mit einer Sampling Rate von 256 Samples in der Sekunde. Um 32 Hz darzustellen genügen 128 Samples pro Sekunde. Hohe Sampling Raten sind wichtig zur analytischen Auswertung einzelner Wellenformen. Das wird auch als Oversampling bezeichnet und 8x bis 16x [L3] die maximale Frequenz ist heute eher der Standard.

Die Sampling Rate von  64 Cycles pro Sekunde, die von einigen älteren Instrumenten benutzt wird, erlaubt eine schnellere FFT Kalkulation. Das war wichtig für ältere, langsamere Computermodelle. Das bedeutet also, dass in Anbetracht der Sampling Rate in Relation zur Weite des Frequenz Bandes eine höhere Sampling Rate mehr Zeit zur Berechnung benötigt und dass dadurch das Feedback verzögert werden kann. Durch die hohe Leistungsfähigkeit moderner Computer ist das aber kein großes Problem mehr.

Eine zu niedrige Sampling Rate lässt das umgewandelte Signal langsamer erscheinen, als es in Wirklichkeit vor der digitalen Umwandlung war. Dieser Effekt wird aliasing genannt.


Im oben dargestellten Diagramm ist die aktuelle Welle die fett gezeichnete Linie und die inkorrekte Darstellung ist die unterbrochene Linie. Tatsächlich ist die Welle eine Theta Welle bei 6 Hz. Das kann man sehen, wenn 13 Samples (oder x Punkte auf der Zeichnung) genommen werden. Wenn man nur 5 Samples nimmt, und die Punkte verbindet, erscheint die EEG Welle digital als Delta Welle bei 2 Hz.
Wenn Sie sich selber eine Welle malen, die mit 42 Samples in der Sekunde gesampelt wird und wenn sie dann eine zweite Welle zeichnen, bei der sie nur jeden dritten Sampling Punkt nehmen, also insgesamt 14, werden sie sehen, dass die erste Welle 21 Hz hat, während die zweite gerade noch 7 Hz.
Zusätzlich zu einer ordentlichen Sampling Rate besitzt der analog zu digital Konverter (ADC) eine voltage range und eine bit number. Die Zahl der “bits” bezieht sich auf die Zahl der Amplituden Level, die aufgelöst werden können. Ein 8-bit ADC wird 28 oder 256 Amplituden Level besitzen. Das würde ±128 Discrete Voltage Levels in der Voltage Range die der ADC erlaubt, bedeuten. Zu wenige Bits bedeutet, dass kleine Anstiege in der Spannung überbetont werden. Außerdem bedeutet ein zu enger Spannungsbereich, dass eine große Spannung nicht angezeigt wird.


Filter
Drei Arten er digitalen Filterung sind: finite impulse response (FIR), infinite impulse response (IIR) und fast Fourier transform (FFT). Der FFT Filter kann einen erheblich schärferen Cut Off darstellen als der FIR Filter.  Beide Filter sind gut, um eine hinreichend akkurate Phase Relationship zu erzeugen. Der FIR Filter computed einen veränderlichen Durchschnitt digitaler Samples. Die Anzahl der Punkte, die gemittelt werden, wird Order andere Filter genannt. Einige Programme der Neurofeedbackinstrumente so das originale ProComp+/Biograph Programm, erlauben es sowohl die order als auch den Typ des Filters zu wählen. Jeder Filter schwächt die gleiche Frequenz in einer leicht unterschiedlichen Art; beispielsweise besitzt ein IIR Filter eine erheblich schärfere Steigung als ein FIR Filter. 

Die Bedeutung für die Ausübung des Neurofeedback liegt in der Erkenntnis, dass, wenn wir ein bestimmtes Frequenzband, sagen wir 4-8 Hz sampeln alle Frequenzen außerhalb dieses Bandes abgeschwächt, aber nicht vollständig eliminiert werden. Teilweise werden die Frequenzen an beiden Rändern des gewählten Frequenzbereichs in einem geringen Umfang, durch Anstieg oder Absenkung, Einfluss haben.
Die folgenden zwei Diagramme sind Illustrationen eines alten Instruments. Sie vergleichen einen FIR Blackburn Filter im ersten Diagramm mit einem IIR Butterworth Filter für die gleiche Bandbreite 13-15 Hz.

 FIR Blackburn Filter for 13-15 Hz

 IIR Butterworth filter for 13-15 Hz

Wir benutzen den IIR Filter zur Erstellung von statistischen Auswertungen, weil wir der Meinung sind, dadurch konstantere Resultate zu erhalten. Dieser Filter wird inzwischen auch von Thought Technology Instrumenten benutzt. Wenn eine präzise Analyse gemacht wird, zeigt sich, dass der IIR Filter so eng und präzise ist, das angezeigte 13-15 Hz  in der Abweichung höchstens bei echten 14 Hz liegen. Die exakte Range ist auch von der Order des IIR Filters abhängig. Um es nicht zu detailliert zu machen, merken Sie sich bitte eine simple Daumenregel: egal welchen Filter sie benützen, sie müssen immer den gleichen Filtern nehmen, wenn sie statistische Daten erheben, weil unterschiedliche Filter zu unterschiedlichen statistischen Werten in jedem EEG Band führen.

Dieses Diagramm zeigt ein Referential Ableitung an drei Punkten. Die aktive Elektrode ist an Fz, und die Referenz ist am linken Ohr, der Grund am rechten Ohr.




Darstellung eines NFB Systems
Dieses Diagramm zeigt die Basis Funktionen die gewöhnlicherweise vom Software Programm in Enkoder und Computer ausgewertet werden.
Filterung digital (hexagon) oder FFT (oval).
[L4] 

Ein Fast Fourier Transform (FFT) Filter, ist ein Programm im Innern des Computers, das die Informationen des EEG nehmen kann, um sie mathematisch umzuformen, um eine durchschnittliche Amplitudenhöhe für eine spezifische Frequenz in einer bestimmten Zeit zu ermöglichen. In der Folge entsteht ein Histogramm, in dem die X Achse Frequenz in Hz und die Y Achse Amplitude in Mikrovolt oder Power in Mikrowatt ist. Diese Art der graphischen Darstellung kann Klienten und Eltern verständlich machen, wie sich unterschiedliche mentale Zustände aus dem EEG ableiten lassen. Beispielsweise können Sie den Schüler bitten, mathematische Aufgaben im Kopf zu lösen. Stoppen Sie die Aufnahme unmittelbar nach der Antwort. Nun zeigen sie die Aufzeichnung und wie die Hirnaktivität sich veränderte. Sie könnten eine Sequenz wie die Folgenden beschrieben erwarten: Theta steigt an in linken frontalen Arealen, während der Schüler die Frage aus dem Gedächtnis abruft. Während er geistig arbeitet, kommt es zu einem Beta Anstieg. Theta fällt rasch wieder, aber Beta bleibt hoch, während der Klient rechnet und später die Antwort gibt.
Computer waren lange zu langsam für FFT Filterung. Inzwischen arbeiten aber alle Computer über 700 Megahertz. Das hat die Berechnungszeit verkürzt, so dass es heute möglich ist, FFT Displays auch zum Training zu benutzen.

Montage
Montage [L5]  ist ein Prozess bei dem man unterschiedliche Blicke auf die gleichen Daten erhalten kann, indem man eine Elektrode mit einer anderen Elektrodenposition oder Anordnung vergleicht. Jede Montage ist eine andere Kombination, eine Referenz für die aktive Elektrode zu nehmen. Bei 19 Kanal Ableitungen nimmt man gewöhnlicherweise die Linked Ear Montage um Daten zu sammeln. Die Montagewahl wird nach der Sammlung der Daten vorgenommen.

Beim Ein Kanal- Assessment und -Training, die wir beim NFB häufig benutzen, nehmen wir normalerweise das Ohrläppchen oder die Haut über dem Mastoid Knochen als Referenz. Durch diese Anordnung vermeiden wir größere Muskel Artefakte. Wir dürfen deswegen schließen, dass alle Veränderungen, die wir im EEG beobachten, an der aktiven Elektrode aufgezeichnet wurden. Bei einem Full Cap Assessment werden Linked Ear Montagen oft benutzt bei Common Electrode Reference Montagen. Wenn wir eine sequentielle oder bipolare Aufnahme machen, vergleichen wir zwei aktive Elektroden miteinander. Bei einem Full Cap Assessment werden sequentiale (bipolare) Montagen erstellt, indem man verschiedene Paare von Elektroden im 10-20 System miteinander vergleicht. Bei einer 19 Kanal Ableitung kann der Computer eine ganze Reihe verschiedener Montagen ermöglichen. Beispielsweise kann er eine aktive Elektrode zu einem Durchschnitt aller anderen Elektroden in Referenz bringen (average reference montage). Er kann die aktive Elektrode auch mit allen unmittelbar benachbarten Elektroden in Referenz bringen, Laplacian montage. Zur Diskussion der Laplacian Mathematik die Bezug zur EEG Analyse besitzt, sehen Sie Hjorth’s Artikel von 1980. Jede Montage ist nur eine andere mathematische Aufarbeitung der Daten, die von der Computer Software vorgenommen wird. Beispiele der Aufarbeitung gleichen Daten in unterschiedlicher Montage wie der sequentiellen und der Laplacian Montage werden im letzten Kapitel dieses Buches gezeigt, in dem Beispiele für Messungen gegeben werden.
Jede dieser unterschiedlichen Arten, die Daten auszuwerten, hat Vorteile und Nachteile. Die sequentielle (bipolare) und Laplacian Montage sind gut, um hohe, lokale Aktivität zu beobachten, die mehr in das Aufgabengebiet des Neurologen gehören. Die common reference Montage, ist sehr gut dazu geeignet, weit verteilte Aktivität im EEG zu entdecken und Asymmetrien zu analysieren. Man kann mit dieser Montage auch Artefakte erkennen. Sie ist aber ungeeignet, wenn man lokale Aktivität betrachten will. Eine sequentielle (bipolare) Aufnahme, kann ein geringes Theta und ein höheres Beta anzeigen als eine referentielle Aufnahme, weil Theta eine generalisiertere Aktivität als Beta ist und vom Differential Verstärker bei der sequentiellen Montage ausgesondert, weil auf beiden Seiten ähnlich gefunden wird.


Ausdrücke für elektronische Vorgänge
Elektrische Begriffe
Elektrische Kabel sind farblich gekennzeichnet. Normalerweise ist der Leiter schwarz und das bedeutet, diese Leitung ist gefährlich. Weiß bedeutet normalerweise neutral. Diese Leitung transportiert die elektrische Spannung, die vom Instrument stammt. Grün wäre dann die Farbe des Grundes. Wie auch immer, trauen sie niemals einer scheinbaren Selbstverständlichkeit. Lesen sie immer nach, wie ein Gerät, das sie benutzen möchten, elektrisch verkabelt ist und rufen sie einen Elektriker, wenn es gilt, elektrische Leitungen in ihren Praxisräumen zu verlegen. Farben können verwirren. Die EEG Kabel, die wir benutzen, sind farblich gekennzeichnet und benutzen einen anderen Farbkode als ihn der Elektriker kennt.

Kondensatoren
Kondensatoren werden von zwei elektrischen Leitern gebildet, die durch einen Isolator (z.B. Luft) getrennt sind. Ein Kondensator speichert eine Ladung. Dieses Konzept erklärt, warum es gut ist, keine Verlängerungskabel für das EEG Instrument zu nutzen. Wenn es eine Lücke gibt zwischen dem Verlängerungskabel und dem Stecker, haben sie bereits einen Kondensator gebastelt. Strom kann zwischen den Kabeln fließen von schwarz zu grün.


Optischer Isolator
In unserer Arbeit tun wir alles, unsere Klienten zu schützen. Optische Isolation gehört zu diesen Schritten. Damit ist gemeint, dass wir den Computer und den Enkoder durch ein Glasfieberkabel als optischen Isolator trennen. Ein optischer Isolator dient dazu, elektrische Signale zwischen zwei isolierten Stromkreisen per Lichtsignalen zu transportieren. Dadurch verhindert der Opto-Isolator hohe elektrische Spannungen und schützt den Patienten, den Computer und die Instrumente vor jeder unerwarteten Fehlfunktion im Stromkreislauf.
Die digitale Information aus dem Enkoder wird in ein optisches Signal verwandelt, das zum Computer gelangt. Der Computer wandelt es wieder in ein digitales Signal um, das er analysiert. Abgesehen vom sehr schnellen Datentransport über das optische Kabel, hat das System den Vorteil, den Klienten vom elektrischen Kontakt mit dem Computer abzuschirmen und damit vom Stromnetz. Gewöhnlicher Strom kann über das Glaskabel nicht transportiert werden. Der Enkoder muss seine eigene elektrische Quelle besitzen. Das ist bei Thought Technology ein Batteriepack, der nur sehr geringe elektrische Spannung erzeugt.


Elektrische Artefakte
Der Hersteller Ihres EEG Instrumentes hat sich sicher darum bemüht, Artefakte in der EEG Aufnahme zu minimieren. Es gibt aber trotzdem Vorsichtsmaßnahmen, die sie ergreifen können, wenn sie Elektroden anlegen. Trotz aller Bemühungen wird man aber elektrische Artefakte niemals ganz vermeiden können. Man sollte in der Lage sein, Wellen, die nicht  zum EEG gehören können, zu erkennen. Dieses Kapitel widmet sich nur den elektrischen Artefakten. Andere Arten von Artefakten, etwa solchen, die durch Eye Blinks oder EMG verursacht werden, werden in einem anderen Kapitel behandelt.  


Was kann Interferenzen erzeugen?
Elektrische Kabel arbeiten wie Antennen. Sie nehmen 60 Hz Aktivität oder 50 Hz Aktivität in Europa auf, die in ihrem Büro immer vorhanden ist. 

Einer unserer Biofeedbacktrainer mochte keine fluoriszierende Beleuchtung im Büro. Er brachte eine alte Stehlampe mit. Wir brauchten einige Tage, ehe wir begriffen, warum wir auf einmal nicht mehr in der Lage waren, in diesem Büro ein sauberes EEG aufzuzeichnen. Eine schlecht abgeschirmte Verkabelung in einer alten Lampe kann ihr EEG ruinieren.!

Die Elektroden Kabel können auch Radio Frequenzen aufnehmen. LKW mit CB Funkgeräten können negative Effekte auslösen. Diese Verstärker können den High Pass Filter überlagern und für hochamplitudige Störungen in vielen Frequenzen sorgen.
Aber selbst Bewegungen von Menschen im Zimmer können das EEG beeinflussen. Potential Differenzen zwischen Objekten der Umgebung und den Elektrodenkabeln, die am Kopf des Klienten befestigt sind, können in den Kabeln elektrische Störungen erzeugen. Das einfachste Beispiel wurde bereits erwähnt. Es ist der Schuh, der am Teppichboden reibt. Die Berührung eines anderen Menschen kann einen Funkenflug verursachen. Was wir als Kinder, die das lustig fanden, nicht wussten, war, dass 3,000 bis 10,000 Volt Spannungsdifferenz entstehen können. Stellen sie sich sich selber als einen Behälter vor, der im Gegensatz zu ihrem Klienten mit negativ geladenen Ionen überfüllt ist. Wie wir wissen, stößt negative Ladung negative Ladung ab. Wenn sie sich dem Klienten nähern, erzeugen sie kurzfristig eine elektrische Spannung in den Kabeln. Ohms Gesetz sagt, dass die Stromstärke umgekehrt proportional zum Widerstand ist Strom=Spannung:Widerstand I=U/R. Sie verändern den Strom (I). Deshalb verändert sich die Spannung. Sie wird sich bei ihrer Annäherung verändern. Elektrische Verkabelung, Licht und andere Instrumente können unerwünschte Ladungen erzeugen. Sie werden Ladungen in den Frequenzen beeinflussen, die die Quelle besitzt. Das ist in Europa 50 Hz, dieses Artefakt wird als sehr hohe Amplitude auftauchen, bis sie die Quelle finden und abstellen.



































Was kann man unternehmen, um diese Probleme zu minimieren?
Problemlösungsstrategien für das Therapiezimmer

Viele elektrische Artefakte stammen von Quellen, die alle Kabelverbindungen gleichmäßig beeinflussen. Ihr Biofeedback Instrument besitzt einen Differentialverstärker. Dieser wird nur Wellen verstärken, die sich in Phase und Magnitude zwischen beiden Seiten unterscheiden. Er wird alles, was gleich ist, effektiv aussondern. (Die Common mode rejection wird noch detalliert erklärt werden). Wie auch immer, eine 50 Hz Quelle, etwa das elektrische Licht, kann an beiden Elektroden gleich aufgenommen werden, aber am Verstärker verschieden ankommen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Verbindung zur Kopfelektrode und dem Verstärker anders ist, als die zwischen den beiden anderen Elektroden und dem Verstärker. Der Verstärker vergleicht dann die elektrische Aktivität der beiden Elektroden Inputs und wird, weil beide unterschiedlich zu sein scheinen, die Volt Differenz zwischen beiden Elektroden verstärken. Die Common mode rejection des Verstärkers wird damit umgangen. Das verstärkte Rückkoppelungssignal wird die EEG Aufnahme unbrauchbar machen.
Wenn man die Differenz zwischen beiden Seiten und dem Verstärker so weit wie möglich minimieren will, helfen einem dabei mehrere Schritte. Zuerst einmal ist es wichtig, dass alle Elektroden aus dem gleichen Material bestehen. Gewöhnlicherweise Gold- oder Zinnlegierungen. Man sollte nicht zwei Metalllegierungen benutzen, wie es vorkommen kann, wenn die Goldschicht abgenutzt ist. Elektroden müssen nach jedem Gebrauch vorsichtig gereinigt werden. Zusätzlich besitzt totes Hautgewebe einen sehr hohen Widerstand. Wenn wir Potential Differenzen (Spannungen) messen, ist diese proportional zum Strom (I) und zum Widerstand gegen den Gleichstrom (DC). Sie erinnern sich sicher daran, dass dieser Zusammenhang bei der Erklärung zum Ohmschen Gesetz U=R.I oder I=U/R beschrieben wurde. Impedanz (Z) ist der Term, der das R ersetzt, wenn wir über den Widerstand beim Wechselstrom sprechen (AC). Die Hirnwellen, mit denen wir arbeiten, sind Wechselstrom, AC, ´kein Gleichstrom, DC. Für uns lautet die relevante Formel: V= I Z. Daraus folgt, dass wir, wenn wir eine Elektrodenseite exzellent vorbereiten, das gleiche aber an Position B vernachlässigen, der Strom, der den Verstärker erreicht, unterschiedlich stark erscheint, obwohl er von der gleichen Quellen stammt. Deshalb wird der Input nicht unterdrückt sondern verstärkt.

 Wenn wir sorgfältig bei der Präparation der Messpunkte sind, was sich in guten Impedanzen ausdrückt, und wenn wir unsere Elektroden nach jedem Gebrauch reinigen, sollten wir die meisten Interferenzen damit minimieren.
Andere Tipps, diesen Effekt der Induktion zu minimieren sind die Folgenden:
·       Lassen sie die Elektrodenkabel während der Messung keine Schleifen bilden
·       Benutzen sie speziell abgeschirmte Kabel (etwa die des F1000) ,positionieren sie den Vorverstärker so nah wie möglich zur Elektrode und halten sie die Verbindungskabel so kurz wie möglich.
·       Benutzen sie ein Stirnband, wie es Tennisspieler benutzen. Das hält die Kabel still und reduziert Bewegungen der Kabel.
·       Flechten sie lose Kabel. Das hilft den Effekt der Kabel auzugleichen, aber speziell abgeschirmte Kabel sind am Besten. In solch gut abgeschirmten Kabeln wie beispielsweise in denen des F1000, fließt induzierter Strom harmlos zum Verstärker durch die spezielle Bedeckung und zum Grund. Mit nicht abgeschirmten Kabeln fließt der Strom, wenn der Widerstand des Verstärkers hoch ist, zu ihrem Klienten.
·         Beseitigen sie Tisch oder Stehlampen, elektrische Spitzer und alles, was Interferenzen erzeugen kann.
Wir besitzen ein Lerninstitut. Die Lehrkräfte benutzen normalerweise Bleistifte. Ein engagierter Trainer brachte einen elektrischen Spitzer mit ins Arbeitszimmer, was zur Folge hatte, dass wir mehrere Tage sorgfältig das Equipment untersuchen mussten, wiederholt Elektrodenpositionen präparierten, die Elektroden austauschten und alle möglichen Lichtquellen abschalteten, alles ohne Erfolg. Man konnte das EEG Signal lesen, aber die hohen Frequenzen waren zu stark vertreten. Zufälligerweise steckte einer von uns den elektrischen Spitzer aus und alle Interferenzen waren verschwunden. Es genügte, dass der Spitzer ans Stromnetz angeschlossen, aber nicht eingeschaltet war, um diese Interferenzen zu erzeugen.

Auch Verlängerungskabel können das EEG Signal beeinflussen.

Der Autor war bei einem Meeting als Dozent geladen. Ein Mensch aus dem Auditorium wurde an das EEG angeschlossen. Das EEG Signal war unlesbar. Die Verbindung zu Enkoder und Verstärker wurde ausgetauscht, das hatte aber keine Verbesserung zur Folge. Der Autor hatte nun den Verdacht, es müsse etwas mit der Verkabelung des Hotels zu tun haben. Der erste Schritt bestand darin, das Verlängerungskabel zu entfernen und auf Batteriebetrieb umzuschalten. Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich das Verlängerungskabel gewesen war, das das Artefakt verursacht hatte.

Die Verkabelung eines Gebäudes kann elektrische Artefakte im System erzeugen.

Der Autor war eingeladen worden, mit dem Senior Vize Präsident einer großen Firma zu arbeiten. Das EEG System, das zu Hause perfekt funktioniert hatte, wurde von sehr starken elektrischen Störfeldern mit sehr hohen Amplituden und Frequenzen zwischen 56 und 63 Hz beeinflusst. Die Amplituden anderer Frequenzbänder variierten von Tag zu Tag. Der einzige Weg, Neurofeedback Sitzungen zustande zu bringen, bestand darin, den Laptop auf Akkubetrieb laufen zu lassen.

Wir raten Ihnen dazu, das EEG Equipment an jedem neuen Standort, den sie anmieten wollen, zu erproben. Eine Möglichkeit, in einem sehr alten Gebäude mit alten Stromleitungen zu arbeiten, besteht darin, Kupferkabel aus dem Fenster zum Boden zu verlegen, um einen guten Grund zu haben und dadurch Interferenzen zu minimieren. Ein anderes Problem hatte ein Kollege, der sein Equipment in einem alten Gebäude nicht zum Laufen brachte, weil ein elektrisches Gerät im Gebäude eine Interferenz erzeugte. Immer, wenn dieses Gerät ansprang, wurde der EEG Verstärker überlagert und das EEG schwachte mehrere Sekunden ab. Er wechselte das Büro.

In einem Büro, das wir anmieten wollten, fand ich eine Interferenz im EEG. Ich testete mehrere Male am Tag, bis ich entdeckte, dass immer um 17.30 Uhr eine Interferenz auftrat, die es unmöglich machte, dass ich das EEG lesen konnte. Das war genau der Zeitpunkt an dem die Reinigungskräfte, mehrere Stockwerke weiter unten, mit ihrer Arbeit begannen. Wir arbeiten oft abends, um zu verhindern, dass Kinder aus der Schule bleiben müssen, es war also für unsere Arbeit eine wichtige Entdeckung. Ich demonstrierte das Ereignis dem Hausbesitzer, bevor ich den Mietvertrag unterschrieb. Der Vermieter war damit einverstanden, spezielle Kabelverbindungen in unser Büro legen zu lassen. Diese Kabel waren mit keinen anderen Verbrauchern verbunden. Das verhindert zuverlässig, dass Interferenzen entstehen, wenn andere elektrische Verbraucher eingeschaltet werden Wenn sie ein neues Büro testen, tun sie das zu verschiedenen Uhrzeiten.


Einfache Problemlösungsstrategien bezüglich des Equipments
In der bisherigen Diskussion haben wir festgestellt, dass wir gut daran tun, die Zahl der Quellen elektrischer Aktivität, die mit dem Equipment interferrieren könnten, zu minimieren. Wir stecken alle unnützen elektrischen Geräte aus und schalten auch Handys ab. Man sollte auch versuchen, die Distanz zwischen EEG Verstärker und Computer zu vergrößern. Wenn wir all das getan haben und wir finden immer noch 50 Hz Aktivität oder unerwartete EEG Aktivität oder auch Inaktivität, dann müssen wir in nacheinander Stück für Stück das Equipment checken.

Beginnen wir bei den Impedanzen, den Offsets und den Elektroden.

Die EEG Amplitude fällt ab Die Amplituden sind erheblich niedriger als bei diesem Klienten gewohnt. Die Verhältnisse zwischen den Frequenzen wirken aber unverändert. Die Theta/Beta Ratio ähnelt der, die bei diesem Klienten in den letzten beiden Sitzungen auch zu beobachten war. Das EEG wirkt auf den Trainer, der erst mehrere hundert Stunden mit EEG Lesen verbrachte, unauffällig. Trotzdem hat er intuitiv das Gefühl, etwas stimmt nicht und ruft nach einem erfahreneren Trainer. Sie checken die Impedanzen, wechseln die Kabel, aber ohne Erfolg. Da wird das EEG plötzlich flach. Der Klient wird an ein anderes EEG Gerät angeschlossen, um die Session zum Ende zu bringen.

Am nächsten Tag wirkt der Verstärker wieder intakt. Dann, nach ein paar Stunden, sinken auf einmal wieder die Amplituden und das EEG wird kurz darauf ganz flach. Feuchtigkeit und Überhitzung sind möglich, aber das erklärt nicht das plötzliche Auftreten des Problems. Die EEG Paste wurde gegen eine andere ausgetauscht aus einem Zimmer, in dem das EEG Gerät problemlos arbeitete. Zum guten Schluss wurde der Autor dieses Buches gerufen. Dessen erste Frage war: “Wie sind die Offsets?“ Diese waren vom erfahreneren Trainer gecheckt worden. Er antwortete, dass sie an den Kopfelektrode etwas hoch erschienen. Er merkte an, dass die hohe Impedanz an dieser Position hartnäckig blieb, auch wenn er die Elektrode gegen andere, ganz neue, austauschte. Er hatte das Kind eben mit den gleichen Elektroden an einen anderen Verstärker gesetzt, an dem alle Verbindungen tadellos funktionierten. 

Der Autor testete eine Elektrode mit kurzem Kabel aus einem anderen Elektrodenset. Der Offset fiel von 85 auf 5 und das EEG an dem scheinbar defekten Gerät ist seither wieder problemlos lesbar.

Ein weiteres Phänomen wurde mit dem gleichen Verstärker beobachtet, nachdem das eine Problem gelöst war. Der Trainer entdeckte, dass anstelle einer Nulllinie, wenn er eines der Kabel entfernte, plötzlich Wellen zu sehen waren. Es sah aus, als erhielt er ein EEG mit nur zwei Kabeln. Wir achten stets darauf, dass wir hochfrequente Artefakte im Auge behalten. In diesem Fall konnte der Trainer eine spiky hochamplitudige reguläre hochfrequenz Störung beobachten. Er erkannte, dass diese nichts mit dem EEG zu tun hatte, sondern dass es sich um ein komplexes elektrisches Artefakt handeln musste.

Es gibt viele Beispiele, die ähnlich sind. Zuerst einmal, auch wenn sie EEG Instrumente verschiedener Hersteller besitzen und dadurch das EEG vergleichen können, kann Ihnen ein inkorrektes EEG oder ein Artefakt einen Streich spielen und ihnen vorgaukeln, ein normales EEG zu sehen. Zweitens, es ist schon vorgekommen, dass man eine Lieferung neuer, trotzdem defekter Elektroden erhält. Drittens, es ist sinnvoll, den Offset ebenso zu checken wie die Impedanz. Ein hoher Offset gibt einen guten Hinweis auf Probleme mit der Verkabelung. Diese mag außen intakt wirken, ist aber im Innern vielleicht beschädigt. (Wie auch immer, wir stellen fest, dass die Möglichkeit den Offset zu messen nicht mehr bei jedem Instrument gegeben ist. Viertens, komplexe Artefakte können einer unerfahrenen Person ein EEG vorgaukeln. Es ist hilfreich einen erfahrenen Trainer im Hintergrund zu haben, wenn Dinge seltsam wirken. Ein wichtiger Hinweis: Unterschätzen sie niemals die Bedeutung des technischen Supports ihres Herstellers.

Versichern sie sich, dass die Computer zum Enkoder Verbindung gut funktioniert.
Wenn kein EEG auf dem Monitor erscheint, gibt es eine Reihe von Schritten, die man unternehmen kann, um das Problem zu identifizieren und zu lösen. Zuerst müssen sie sich versichern, dass ihr Verstärker und der Enkoder vom Computer entdeckt werden. Führen Sie eine Hand an die Stelle, wo die Elektroden eingesteckt werden. Das kann beispielsweise ein Kabelende sein, wie beim A620 oder ein Vorverstärker wie beim Procomp+ oder Infinity. Bewegen sie nun die Hand und bewegen das Kabel. Es zeigen sich vielleicht Wellen auf dem Monitor, die einen Hinweis geben, dass es eine Verbindung zum Computer gibt. Einige Instrumente wie das Biograph Infinity Programm von Thought Technology geben ein Bildschirmsignal, dass uns mitteilt, ob der Enkoder vom Computer erkannt wird. 

Bei Mehrkanalverstärkern kann man, wenn der Computer den Enkoder oder Amplifiier für das EEG nicht erkennt, testen, ob die anderen Kanäle des Encoder/Amplifier entdeckt werden, etwa ein zweiter EEG Kanal oder ein EMG, Temperatur oder EDR Kanal. Wenn weiterhin nichts entdeckt wird, ist es an der Zeit, die Verbindung zu testen (ein optisches Kabel, bei modernen Geräten) sowie die Batterien im Enkoder zu wechseln. Man kann das optische Kabel vom Enkoder/Amplifier aus- und wieder einstecken oder wechseln. Wenn der Wechsel der Verbindung nicht zum Erfolg führt, kann man versuchen, das optisches Kabel in den Port des USB Enkoders an einem anderen Computer zu stecken und zu beobachten, ob dieser Computer den Enkoder entdeckt. Wenn das der Fall ist, muss man das Programm erneut aufspielen oder den Computer reparieren lassen. Es kann sich um einen Hardwarefehler im ersten Computer handeln. Bevor sie aber zu dramatischen Maßnahmen greifen, versuchen sie, den Computer an eine andere Steckdose anzuschließen, ihn erneut hochzufahren oder ähnliches. (Wir hatten schon beides, eine defekte Steckdose und ein defektes verlängerungskabel.)

Wenn alle Maßnahmen scheitern, versuchen sie den kompletten Enkoder gegen einen anderen zu tauschen, der an einem anderen Compter funktioniert. In 99% der Fälle haben sie bis zu diesem Zeitpunkt das Problem erkannt und gelöst. Wenn das nicht der Fall sein sollte, wird es Zeit, den Technical Support Ihres Herstellers einzuschalten.
Das EEG zeigte eine Flat Line. “Dr. R” versuchte jeden der eben beschriebenen Schritte, es wurde aber kein Enkoder vom Computer gefunden. Sie telefonierte mit dem Hersteller und hatte am nächsten Tag ein Ersatzgerät, das tadellos funktionierte.

Es ist äußerst wichtig, einen guten Kontakt zum Hersteller oder Vertreiber zu besitzen. Einige Firmen reagieren sofort. Es sollte aber selbstverständlich sein, dass sie alle Fehlermöglichkeiten getestet haben, ehe sie um Hilfe rufen. Es ist sehr hilfreich, mehr als ein Gerät jedes Herstellers zu besitzen, wenn man im professionellen Rahmen Neurofeedbacktherapien durchführt. Sowhl Autos, Herde, Kühlschränke und andere elektrische Geräte gehen kaputt, das kann selbstverständlich auch bei Computern oder EEG Verstärkern passieren.

Wenn der Enkoder entdeckt wird, aber kein EEG aufgezeichnet wird, überprüfen Sie die Kabelverbindungen zwischen Enkoder und Kopfoberfläche.

 Wenn der Enkoder entdeckt, aber kein EEG aufgezeichnet wird, suchen wir den Fehler vom Kopf des Klienten an abwärts. In der klinischen Medizin sagt man: „Was passieren kann, passiert auch“. Schauen sie zuerst nach den nahe liegendsten Fehlern. Vielleicht ist es nur ein Kabel, das defekt ist. Versuchen sie die Elektrodenpositionen zu tauschen. Wenn das EEG flat oder von schlechter Qualität bleibt, dann wechseln sie das Kabel, das den Verstärker mit dem Enkoder verbindet. Das zweithäufigste Problem: Kabel brechen. Wenn das Problem bleibt, dann versuchen sie die Kabel vom Vorverstärker zu den dünnen Elektrodenleitungen auszutauschen. Wenn auch das nichts nützt, dann tauschen sie als nächstes den Verstärker. Bei Workshops haben wir stets das gesamte Equipment in doppelter Ausführung dabei.

Alle oben aufgeführten Schwierigkeiten werden irgendwann auftreten. Es ist vernünftig, einen zweiten Satz Elektroden und Kabel im Hintergrund zu haben. Idealerweise sollte man auch ein zweites EEG Instrument und einen weiteren Computer besitzen um die Therapieunterbrechung zu vermeiden, die durch den Ausfall der Technik entstehen kann. Im ADD Center besitzen wir EEG Instrumente von 14 verschiedenen Herstellern, obwohl nur das Equipment von 4 Herstellern regelmäßig benutzt wird. Jedes von diesen Geräten wird ab und an für Kopfzerbrechen sorgen.
 

Was die Hersteller unternommen haben, um Artefakte zu minimieren – der Differential Verstärker

Der Verstärker verstärkt die eingehenden elektrischen Signale differenziert. Das bedeutet, dass Signale der gleichen Frequenz, die unterschiedlich sind in Magnitude und Phase verstärkt werden, während gleiche Signale nicht verstärkt werden.

Beispiel: Unterschiedliche Signale können vom Verstärker um einen Faktor von mehr als dem 100000 fachen dessen, was in Magnitude und Phase zwischen zwei Elektroden gleich ist, verstärkt werden. Viele der gebräuchlichen Instrumente haben eine Common Mode Rejection Ratio, die größer als 100000 zu 1 ist. Alle 20 Dezibel wird die Ratio um den Faktor zehn erhöht.  Das bedeutet, dass eine Spannungsverstärkung von 10/1 20 Dezibel und von 100/1 40 Dezibel ist. Moderne Instrumente liegen bei 120 Dezibel, das ist 1000000/1. Das unterdrückt effektiv unerwünschte Artefaktspannungen.

Beispiele für solche Artefakte, die an beiden Elektroden gleich erscheinen, sind Gähnen oder Nackenmuskulaturanspannungen, Herzmuskelaktivität oder vorübergehende elektrische Schwankungen in der Umgebung. Diese können durch Menschen verursacht sein, die sich im Zimmer bewegen, elektrisches Licht, Steckdosen, elektrische Bleistiftspitzer, ein Elektrorasierer, ein Kassettenrekorder, ein CD Player, ein Fön, ein Verlängerungskabel usw..




Elektrische Artefakte, die nur eine Seite beeinträchtigen.
Unglücklicherweise gelangen nicht alle elektrischen Artefakte gleichförmig zu den Elektroden. Ein bedeutsames Beispiel ist das der Elektrodenbewegung. Diese verursacht eine Wellenform mit eigener Frequenz, aber nur an der betroffenen Elektrodenposition. Es ist ein Gleichstrompotential, ausgelöst von galvanischer Aktivität zwischen Elektrode, Haut und Kontaktpaste. Durch die Bewegung kommt es zu einer Veränderung in der Geometrie der galvanischen Zelle. Sie wird sich verändern, was man durch die Formel Voffset [L6] .ausdrücken kann. Veranlassen sie ihren Klienten, seinen Kopf zu bewegen oder eines seiner Ohrläppchen zu berühren, sie werden neben einem hochfrequenten Artefakt ein ausgeprägte Slow Wave Artefakt erhalten. Eine sehr gute Impedanz ist einer der Wege, das zu verhindern. Hilfreich ist es auch, das Elektrodenkabel mit einem Stirnband zu fixieren, so dass kleine Kopfbewegungen nicht zu solchen Artefakten führen.

Wenn die Elektrodenpaste zu lange Kontakt zur Luft hatte oder die Paste während eines winterlichen Transports gefroren sein sollte kann es zu Veränderungen der adhäsiven und konduktiven Eigenschaften der Paste kommen. Auch das führt zu Problemen, die Paste muss ausgetauscht werden.


Differential Verstärker

Anmerkung: Dieser Abschnitt ist wahrscheinlich beides: zu kurz und zu stark vereinfachend vom Standpunkt eines Menschen aus betrachtet, der sich gut mit Elektronik auskennt. Trotzdem, so hoffen wir, kann er dem Menschen, der einen medizinischen oder pädagogischen Hintergrund besitzt, und der sich mit Elektronik nicht auskennt, nützlich sein.


Was messen wir?
Zusammengefasst, der Verstärker erhält Input von der positiven, aktiven Elektrode und der negativen Referenzelektrode. Er misst die Differenz zwischen beiden Inputs: Das EEG, das wir beobachten ist: Vgemessen (+ve) von Seite #1 – Vgemessen (‑ve) von Seite #2 bei spezifizierten Frequenzen. (V = voltage, +ve = positiv, ‑ve = negativ.) Also die Potential Differenz (V in Mikrovolt) zwischen zwei Elektroden. Warum nennen wir die eine Seite positiv und die andere negativ? Lassen sie uns das etwas näher betrachten.



Der Differentialverstärker
Generelle Beschreibung
Das Konzept des Differentialvertärkers entstammt der Arbeit von Thomas Edison. Unsere Art der Verstärker wurde aber erst nach den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Am einfachsten ist, sie stellen sich das Kabel der positiven Kopfelektrode vor, das den Verstärker erreicht. Es besteht eine Potential Differenz zwischen der Kopfelektrode und einem Vergleichswert im Verstärker, der die dritte Elektrode, die von uns Grund genannte, einbezieht. Vor Jahren wurde wirklich als Vergleichswert der Grund genommen. Wie aber bereits erwähnt, gibt es bei modernen Verstärkern keine direkte Verbindung zwischen Klient und Grund. Die Messungen und Berechnungen werden im Verstärker vorgenommen. Stellen sie sich nun das zweite Kabel vor, das an einem anderen Punkt im Verstärker anlangt. Stellen sie sich die erste Seite als positiv und die zweite als negativ vor. Oftmals ist die aktive Elektrode als +ve gekennzeichnet und die Referenzelektrode als–ve. Tatsächlich wird die Polarität der zweiten Elektrodenverbinung im Verstärker vertauscht, so dass der zweite Input umgedreht wird und –ve in Bezug zur ersten Elektrode +ve ist. 

Wie bereits erklärt werden die Potential Differenzen – die aktive Seite (+ve) zur Referenz Seite (‑ve) –verglichen. Jede Spannung, die an beiden gleich ankommt, wird aussortiert. Jeder induzierte Strom aus anderen Quellen, etwa einer Lampe (50Hz), wird die gleiche Frequenz und Amplitude besitzen und in Phase auf beiden Kabeln sein. Das +ve Kabel, der aktiven Elektrode wird in diesem Fall sozusagen das Spiegelbild des ‑ve Kabel der Referenz Seite sein, bei beiden werden die 50Hz also eliminiert und dadurch NICHT verstärkt. Andererseits wird das EEG an beiden Seiten unterschiedlich sein und wird sich deshalb nicht aufheben. Es wird verstärkt. Die Differenz zwischen beiden EEG Spannungen die am Verstärker gleichzeitig eintreffen, ist es also, die verstärkt wird. Das ist die Aufgabe des Differential Verstärkers. Dieses Konzept wird in den unten aufgeführten Diagrammen dargestellt. Die aktive (+ve) Elektrode und die Referenz (‑ve) Elektrode erreichen den Verstärker auf der linken Seite, der Output ist auf der rechten Seite zu sehen. Der Grund wird durch paralelle horizontale Linien dargestellt.




Schematische Darstellung eines Differentialverstärkers

Im nächsten Diagramm, erreicht das 60Hz Interferenz Signal den Differential Verstärker an beiden Inputs gleich. Diese Common-Mode Signale heben sich also auf und erscheinen nicht im Output Die Alpha Welle ist hochamplitudig an der Spitze, aktive (+ve) Elektrode, und von erheblich niedrigerer Elektrode an der referential (‑ve) Elektrode. Wenn beide voneinander abgezogen werden und die Differenz verstärkt wird, erscheint ein sauberes Alpha am Output.


[L7] 


Zusammengefasst: Der Verstärker entdeckt und verstärkt Differenzen zwischen zwei Inputs. Er verstärkt Veränderungen des Signals in Bezug auf den Grund einer Kalkulation im Verstärker. Er vollbringt das, indem er die Polarität des zweiten Inputs tauscht, so dass beide elektrische Inputs effektiv voneinander subtrahiert werden können. Der Verstärker verstärkt nur die Differenz zwischen zwei Inputs, deswegen wird er Differentialverstärker genannt. Das ist gemeint, wenn man sagt, der Verstärker unterdrückt Signale, die an beiden Inputs gleich erscheinen. Der so genannten Common-Mode Rejection. 
[M8] 
Common-Mode Rejection Ratio
Die Common-Mode Rejection Ratio beschreibt das Verhältnis der Common Mode Input Spannung geteilt durch die Output Spannung. Diese Ratio sollte bei neuen Geräten >100,000 sein. Fehler dieses Systems, das dazu dient, externe Common Mode Artefakte zu unterdrücken, sind oft die Folge von Impedanzdifferenzen zwischen zwei Elektroden oder einem schlechten Grund.

Die Bedeutung ungefähr gleicher Impedanzen zwischen den Elektrodenseiten ist nun deutlicher. Wenn die Impedanzen sehr unterschiedlich sind, ist der induzierte Strom einer elektrischen Quelle bei Erreichen des Verstärkers nicht an beiden Inputs gleich, er wird deshalb nicht aufgehoben sondern verstärkt. Das würde zu starken Artefakten in der Aufnahme führen. Damit ist der Zeitpunkt günstig, Impedanz etwas detaillierter zu beschreiben.


Wie man ein qualitativ hochwertiges EEG erhält.

Impedanz:  
Wir haben eben beschrieben, wie wichtig gute Impedanzen an allen Elektroden sind. Das stärkste Argument für eine gute Impedanz ist, dass man sich dadurch versichert, dass alle Artefakte den Verstärker in gleicher Stärke erreichen. Ein zweiter Grund ist der, dass die gute Impedanz die Vergleichbarkeit der aufgezeichneten EEGs verschiedener Sitzungen ermöglicht. Eine hohe Impedanz wird die Amplitude des EEG abschwächen. Ein dritter, seltener genannter Grund ist, dass eine gute Verbindung dazu führt, dass es weniger Artefakte durch Elektrodenbewegungen gibt (wie bereits diskutiert) Das sind verschiedene Begründungen. Unten werden wir das erste Problem noch einmal näher erläutern.
Impedanzen sollten ungefähr gleich groß an allen Elektroden sein. Wie bereits erwähnt, führen unterschiedliche Impedanzen dazu, dass Inteferenzen, durch elektrische Geräte, wie beispielsweise eine Lampe, an den Verstärkereingängen ungleich erscheinen und dass die Common Mode Rejection diese Signale nicht zuverlässig aussortiert. Die erste Reaktion beim Auftauchen von 50 Hz Aktivität muss es sein, das Feedback zu stoppen und die Impedanz zu prüfen. In den meisten Fällen wird man entdecken, dass eine Elektrode „verloren gegangen“ ist. Das hat die “z” Impedanz an der Elektrodenseite verändert. Sie müssen die Kopfhaut neu präparieren und die Impedanzen erneut prüfen. Lassen sie uns den Vorgang etwas näher betrachten.


Was ist eigentlich Impedanz?
Definition
Elektroden Impedanz kann definiert werden als der Widerstand bei Wechselstrom. Man sollte das nicht mit dem Begriff Widerstand verwechseln. Wie bereits erwähnt bedeutet der Terminus Widerstand, dass ein Teil eines elektrischen Kreislaufs die Passage eines Gleichstroms behindert. (Fisch p44). Weil das EEG Wechselstrom ist, müssen wir mit Impedanzmessungen arbeiten. Wir sollten immer die Impedanz jeder Elektrode mit einem speziellen Impedanzmessgerät messen, das einen schwachen Wechselstrom erzeugt, der eine EEG Frequenz simuliert. Dieser Strom fließt von der ausgewählten Elektrode über die Kopfhaut zu allen anderen Elektroden, die mit dem Messgerät verbunden sind. Der Strom fließt bei 10Hz und erreicht eine normale EEG Frequenz. Das Ohmsche Gesetz für Gleichstrom ist V=IR. Beim Wechselstrom wird daraus V = IZ, wobei Z die Impedanz des Stromkreislaufes ist.  Das ist das, was uns angeht, weil der Strom, den wir messen Wechselstrom und kein Gleichstrom ist. Sowhl Widerstand (R) als auch Impedanz (Z) werden in Ohm gemessen. In einem Gleichstromkreislauf wird der Strom immer weiter fließen, solange eine Potentialdifferenz besteht. In einem Wechselstromkreislauf wird der Strom fließen, aber er wird nicht immer weiter fließen.

Mathematisch ausgedrückt (wenn Induktion keine große Rolle spielt):

Impedanze (Z) = Ö([ R2 + (106/2pfC)2]  wobei [L9]  f die Frequenz des Wechselstroms in Hz ist und C die Kapazität.

Kapazität
Sie müssen kein Elektronikexperte sein. Trotzdem kann man beim Betrachten dieser Formel einiges lernen. Zuerst C (Kapazität), die gemessen wird, in Microfarads (mF), bedeutet die Speicherung von Elektronen.

 Halten wir fest, dass Kapazität die Speicherung elektrischer Energie zwischen zwei paralellen Schichten konduktivem Materials, die durch einen Isolator getrennt werden, meint. Kondensatoren blockieren den Fluss des Direktstroms, während ein Induktor (unten näher beschrieben), den Fluss des Wechselstroms behindert. Die Elektronen fließen in den Kondensator und dann wieder von diesem fort, wenn der Strom wechselt. Kondensatoren sind ein wichtiger Baustein in Biofeedback Kreisläufen. Kapazität ist aus diesem Grund zu beachten, bei der Berechnung der Impedanz.

Ein Kondensator besteht aus zwei Leitern, die durch einen Widerstand getrennt werden. Sie bilden einen Zeitfaktor weil der Kondensator, wenn der Strom konstant steigt, Elektronen speichert, mit dem Effekt, dass der Strom nach und nach abnimmt. Der Direktstrom wird dadurch unterbrochen und nur der Wechselstrom fließt. Zellwände handeln wie Kondensatoren. Ebenso verhält es sich mit den elektrischen Kabeln, die vom Klienten zum Verstärker führen.

Wenn C und F konstant bleiben (wie sie es in einem Kreislauf von Direktstrom tun) würde das ‘Z’ direkt mit R variieren. Das ist im Kreislauf von Wechselstrom nicht so. Die Formel zeigt, dass ‘Z’ steigt, wenn C kleiner wird. “Z[L10] ” variiert invers mit der Frequenz. Wenn die Frequenz steigt, wird die gemessene Impedanz schnell sinken. Aus diesem Grund muss eine Standardmessung erfolgen, damit wir alle die gleiche Sprache sprechen. International üblich ist es, eine 10 Hz Frequenz (AC) zu benutzen, wenn man die Impedanz einer Elektrodenseite prüft.

Induktion
Note: Diese wird nur der Vollständigkeit halber erwähnt, aber ist für den Neurofeedbacktherapeuten ohne größere Bedeutung.

Wir haben diesen Faktor in unserer Gleichung zur Impedanz nicht erwähnt. Wenn in einem Instrument Wechselstrom durch ein Kabel fließt, das in einer Kabelschleife liegt, dann wird der wechselnde magnetische Fluss, der rings um das erste Kabel entsteht, eine Spannung im zweiten Kabel erzeugen. Diese induzierte Spannung in dem aufgerollten Kabel fließt entgegengesetzt zum Strom im Origialkabel. Es wird eine Veränderung im Stromfluss erzielt. Diese Gegenspannung wird Induktion genannt, die Einheit, in der sie gemessen wird ist Henry (L). Es handelt sich um eine andere Art von Widerstand, aber in diesem Falle steht er für einen alternierenden Stromfluss der induktiver Widerstand genannt wird (XL ). Er wird wie folgt berechnet:

XL  = 2 pfL

In dieser Gleichung ist f die Frequenz (Hz), L ist die Induktion des zu berücksichtigenden Elements und die Maßeinheit ist“Henry.”  (Cohen, 1989, p 323-335).

Wenn Induktion ein Faktor des Kreislaufs wäre, würde sich die Formel für Impedanz ändern (erweitert werden) um Kapazität und Induktion zu umfassen. Die Formel für Impedanz lautet unter dieser Bedingung:

Z = ÖWurzel aus)[ R2 + (2pfL – 106 / 2pfC)2]

Anmerkung: Für die meisten Leser sind elektrische Formeln nicht wichtig. Wir erwähnen sie nur dann, wenn wir denken, dass sie hilfreich sein könnten, dem Leser einen Überblick zu ermöglichen. Ein Elektronikexperte kann das, was wir hier anfügen, sehr vereinfacht finden. Experten sollten die Textbücher über das Design von EEG Instrumenten zur Hand nehmen und dieses Lehrbuch nur für klinische Erläuterungen benutzen.

Kann der Klient etwas von der Impedanzmessung merken?

Durchaus, einige kleine Kinder und sehr sensible Erwachsene verspürten ein leichtes Kribbeln beim Messen der Impedanz. Der Hersteller Ihres Messgerätes sollte elektronische Standards eingehalten haben, die garantieren, dass der Strom ungefährlich ist. Wenn ihr Gerät mit Batterien betrieben wird, ist garantiert, dass es keinen Kontakt zu hohen Spannungen oder zu starkem Strom gibt. Der Vergleich zu einer Katze, die einen am Ohr kitzelt, kann hilfreich sein. Die Messgeräte benutzen Sinuswellen oder Square Wellen. Wenn ein Messgerät vom Klienten gespürt wird, kann man einfach ein anderes Messgerät benutzen. Manche Hersteller haben eingebaute Impedanzmessgeräte im Verstärker. Man sollte deren Kriterien prüfen, um zu sehen, ob diese Messungen ausreichend sind.

Was sind akzeptable Impedanzwerte?
Die Impedanz (Widerstand zum Fluss von Wechselstrom) sollte an den Elektroden so niedrig wie möglich sein. Eine Impedanz von weniger als 5 kohm an allen Elektroden und zwischen allen Verbindungen sowie eine Differenz die geringer als <1 kohm beträgt, wäre exzellent. Wenn Ihnen das gelingt, sind die Beeinflussungen durch Widerstand bei der Messung von “V” an unterschiedlichen Elektrodenpositionen vernachlässigbar gering im Vergleich zu den Werten, des aktuell gemessenen Wertes an der Quelle.

Der Widerstand des Verstärkers ist eine Konstante. Sie ist von Instrument zu Instrument verschieden. Anhand der Voltage-Divider Formel, die unten aufgeführt ist, wird man sehen, dass immer dann, wenn der Widerstand des Verstärkers hoch ist, der Widerstand (oder besser die Impedanz, weil das EEG Wechselstrom ist) der Elektrode nur einen geringen Einfluss auf die gemessene Spannung hat im Vergleich zu Verstärkern mit geringem Widerstand am Eingang. 


Was geschehen kann, wenn man die Impedanz nicht misst.
Ohne durchgehend gute Ableitung (geringe Impedanz) ist das dem Klienten gegebene Feedback auf die abgelesenen Amplituden ungenau und deshalb werden dessen Threshold Einstellung von Sitzung zu Sitzung schwanken. Wenn die Impedanzen zwischen verschiedenen Elektrodenpaaren differieren, kann jede Bewegung verschobene Messergebnisse verursachen. Das häufigste Problem besteht darin, dass der Trainer unter Zeitdruck stehend die Impedanzmessung vergisst, oder dass sich irgendetwas während der Sitzung an den Ableitungen verändert. Unter Umständen waren die Impedanzen beim ersten Anlegen der Elektroden gut, aber kurz darauf wurde die Ableitung erschwert (Der Klient rieb sein Ohr, kratzte sich am Kopf, zog an einem Kabel, usw.) Wenn nun die Impedanzmessung wiederholt wird, ist die Impedanz plötzlich zu hoch oder zu unterschiedlich zwischen den Elektrodenpaaren. Nach der Korrektur ist das EEG wieder gut und deutlich ablesbar.

John[L11] ,ein Neurofeedback Trainer, trainierte ein hyperaktives Kind, das dazu neigte, sich am Ohr zu kratzen. Während des Trainings erschien auf dem Monitor eine exzessive schnelle Aktivität. Die Werte für Beta und SMR waren oberhalb der bei diesem Klienten gewohnten Werte. Die Impedanz wurde noch einmal geprüft und war nun zwischen den Elektroden sehr unterschiedlich.

Als die Impedanz verbessert war fiel die Messung der High Beta Werte (24-32 Hz) von 10-15 mv auf 4 mv. Die 45-58 Hz Aktivität sank bis <2 mv. SMR und Beta Amplitude bewegten sich von ungewöhnlich hohen Werten zu Werten, die denen der letzten Sessions ähnelten. John übte mit dem Jungen ein: „Halte die Hände still!“ Spiel ein. Dazu wurde das Kind aufgefordert auf dem Handrücken jeder Hand einen Token während des Feedbacks zu balancieren. John belohnte ihn nach jeder Trainingsepisode von 2 Minuten Dauer, wenn die Token noch an ihrem Platz waren. Das Kind hatte Spaß und erhielt Belohnungen.Von da an blieben die Elektroden an ihrem Platz und die Qualität der Messung wurde gehalten.

Wenn Sie eine Potential Differenz berechnen, möchten sie gewiss, dass Ihre Messungen wirklich die neuronale Aktivität reflektieren, die an den Messpunkten zu verzeichnen ist (oder das Fehlen dieser Aktivität an der Referenzelektrode). Das oben angeführte Beispiel zeigt einen Fall, bei dem der Klient kein korrektes Feedback erhielt, bis das EEG mit mehr Sorgfalt erstellt wurde und das über die Dauer der gesamten Sitzung hindurch. 


Der Grund, warum moderne Verstärker mehr verzeihen- das Voltage Divider Modell
Sie werden gehört haben, dass gesagt wird, mit hoher Input Impedanz innerhalb des Verstärkers sei das Messen der Elektrodenimpedanz nicht mehr so wichtig. Tatsächlich ist es sehr viel weniger kritisch als bei älterer Ausrüstung. Trotzdem, das oben genannte Beispiel war eines, bei dem ein solcher Verstärker mit hoher Input Impedanz benutzt wurde. Sicher, die alten Low Impedanz Verstärker verlangten eine Menge Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei der Präparierung der Elektroden. Warum das heute leichter ist, kann nach einer kurzen Erläuterung, was das Voltage-Divider Modell ist, besser verstanden werden.

Anmerkung: Die meisten Leser können den kursiv geschriebenen Text überspringen, weil er nicht unbedingt notwendig ist, diese Feinheiten zu verstehen, wenn man Neurofeedback betreiben will. Der Text ist für Interessierte, die eine ein wenig tiefer gehende Information wünschen.

Woher stammt der Begriff “Voltage Divider”?
Dieser Begriff wird normalerweise benutzt wenn darüber gesprochen wird, wie man die Sensitivität eines Aufnahmeinstruments verändern kann. Sie sind sich sicher alle bewusst darüber, dass ein Erwachsenen EEG aus Amplituden sehr niedriger Amplitude im Vergleich zum EEG des Kindes besteht. Um das EEG auf dem Display zu lesen, muss man eventuell die Sensitivität und damit die Größe des abgelesenen EEG verändern. Um es dem Anwender zu erlauben, die Sensitivität des Instruments zu verändern, wird eine Reihe von 3 Widerständen am Ausgang des Differential Verstärkers gebraucht. Der Strom, der die Widerstände passiert ist (R1 + R2 + R3). Dann, nach Anwendung des Ohmschen Gesetzes V = (R1 + R2 + R3) I. oder: I = V ¸ (R1 + R2 + R3 )). Wenn alle drei Widerstände gleich sind, und der Schalter hinter dem ersten platziert ist, wird der Output 1/3 V und wenn er nach dem zweiten Widerstand platziert wird, 2/3 V sein. Die hintereinander geschalteten Widerstände, die mit einem Schalter verbunden sind, nennt man einen  Voltage Divider. Die totale Spannung wird sich über die drei Widerstände verteilen in Abhängigkeit von ihrer Größe.

Das gleiche Voltage Divider Konzept beeinflusst die Messungen des Verstärkers. Einleitend sollte man sich vorstellen, der Verstärker bestünde aus zwei Verstärkern. In unserem Beispiel sind es für jede Elektrode schlussendlich zwei Widerstände, die wir in Betracht ziehen müssen. Weil wir einen Wechselstrom messen, muss der Ausdruck Widerstand durch das Wort Impedanz ersetzt werden. Sie können sich die Spannung als von den Widerständen gegen den Stromdurchfluss verändert denken. Das bedeutet, dass die Spannung am Ausgang proportional zu jeder der Impedanzen ist, gemäß der Formel: 

Voutput+ = V+  x  Zamplifier ¸ (Zsite+ + Zamplifier )für +ve Elektroden Seite und

Voutput- = V-  x  Zamplifier ¸ (Zsite- + Zamplifier ) für
 –ve Elektroden Seite.

Weil die ersten Impedanzen (Zsite+ und Zsite-[L12] ) sich an der Kopfoberfläche befinden,  die aktive(+) sowie die Referenzelektrode(-). Wir wollen diese Impedanzen sehr klein. Die zweite Impedanz (Zamplifier ) befindet sich am Imput des Verstärkers und diese wünschen wir uns möglichst hoch. Wenn dem so ist, ist die gemessene Spannung wesentlich mehr vom Input Widerstand des Verstärkers abhängig und verzeihender gegenüber unterschiedlichen Impedanzen an der Elektrodenseite, weil die Spannung sich selber auf drei Widerstände verteilt in Abhängigkeit von ihrer Magnitude. Wenn die Impedanz am Verstärker sehr groß ist, wird die Spannung die der Verstärker erfasst, sehr dicht an der tatsächlichen EEG Spannung liegen.

Lassen sie und nun den ganzen Kreislauf betrachten, nicht nur die zum Verstärker leitenden Elektroden.

Wenn man über die Verbindung zwischen Kopfoberfläche und Verstärker nachdenkt, wird man unschwer erkennen, dass erst wenn die Verbindung geschlossen ist, Strom fließen kann. In diesem hypothetischen Beispiel fließt der Strom im Kreis. Der Strom wird im Gehirn produziert und fließt über eine Ableitung zum Verstärker, durch diesen hindurch und über die andere Leitung zum Gehirn zurück. Aus schematischen Gründen stellen sie sich drei Impedanzen gegen den Fluss dieses Stromes vor. Diese Impedanzen stehen in Serie. Es sind: die erste Elektrodenseite(Zsite+), der Verstärker und die zweite Elektrodenseite (Zsite-). Sie werden dann die Spannung (Potentialdifferenz) messen, entlang des größeren Widerstandes (Impedanz gegenüber dem Stromfluss )im Verstärker.

Nach Ohmschem Gesetz ist I = V/R.  Wieder tauschen wir R gegen Z (Impedanz,) weil wir es mit Wechselstrom zu tun haben. Dann haben wir für die aktive Elektrode:

I= V+(input)/(Zsite+ + Zamplifier)

Und für die Referenz:
 I = V-(input)/(Zsite- + Zamplifier)

(Um es genau zu machen, müssten wir kleine Buchstaben für V (oderE) und für I und Z wählen wenn wir Wechselstrom anstelle des Gleichstroms diskutieren. Um es Ihnen etwas leichter zu machen, dieser Diskussion zu folgen, haben wir diese übliche Übereinkunft nicht eingehalten.)

Zum Spannung am Ausgang des Differential Verstärkers, ersetzen wir das I des Ohmschen Gesetzes (V = ZxI) für unseren hypothetischen Stromkreis:

Voutput+ = Zamplifier x [V(input to amplifier)  ¸ (Zsite- + Zsite+ + Zamplifier )]

Wenn die Impedanzen an beiden Seiten sehr klein sind, und die Impedanz am Verstärker sehr groß ist, wird die Spannung am Ausgang relativ unabhängig von der Impedanz an der Elektrodenseite sein. Sie wird abhängen von der EEG Input Spannung, die dann verstärkt wird. 


Kurze Zusammenfassung
Im Rückblick muss festgehalten werden, das Potential Differenzen zwischen Objekten der Umgebung und den Kabeln zur Elektrode am Kopf des Klienten Induktionsstrom in den Kabeln erzeugen können. Auch wenn wir uns dem Klienten nähern, induzieren wir Strom in den Kabeln. Aber V= IZ (Spannung = Strom x Impedanz). Wir verändern i.’ Dadurch verändert sich die Spannung. Sie wird die Frequenzen in Abhängigkeit vom Grade der Annäherung an den Klienten ändern. Elektrische Leitungen im Therapiezimmer, Beleuchtung und andere elektrische Geräte können ebenso unerwünschte Spannungen induzieren. Sie werden in Frequenzen erscheinen, die mit der Quelle in Verbindung stehen. Elektrische Leitungen sind in Europa bei 50 Hz und in den USA bei 60 Hz. Diese Störungen erscheinen in sehr hoher Amplitude im gemessenen Spektrum, bis man sich um abgesenkte Impedanzen an den Elektroden bemüht hat. Wenn wir diesen Job gut erledigen, wird die Common Mode Rejection des Verstärkers das Artefakt beseitigen. Sie sollten dafür sorgen, dass möglichst alle interferierenden induzierten Ströme am Verstärker gleich ankommen und dass sie deshalb vom Verstärker ausgesondert, nicht in der Messung erscheinen. Man sollte dafür sorgen, dass alle Impedanzen zwischen den Elektrodenpaaren dicht beieinander liegen.

In anspruchsvolleren Kabeln wie den speziell abgeschirmten Kabeln des F1000, der nicht mehr verkauft wird, fließt der induzierte Strom völlig unschädlich durch die Kabel zum Verstärker und dann zum Grund. Mit nicht abgeschirmten Kabeln ist der Widerstand des Verstärkers eventuell so hoch, dass der Strom zum Klienten fließt.

Wir können den Einfluss unerwünschter elektrischer Interferenzen verhindern, indem wir abgeschirmte Kabel oder zumindest kurze Kabel benutzen, was dadurch möglich wird, wenn man den Vorverstärker dicht zur Elektrodenseite hin platziert.  Sie können Differenzen zwischen den Elektroden vermeiden, wenn sie die Seiten sorgfältig präparieren (tote Haut hat einen hohen Widerstand und Haar Spray ist ein Isolator, der vor Sitzungen tunlichst nicht benutzt werden sollte. Messen sie die Impedanzen und reinigen sie die Elektroden nach jedem Gebrauch. Entfernen sie jedes elektrische Gerät aus dem Zimmer, das interferierende Signale erzeugt.

Nun wissen sie ein ganz klein wenig darüber, was der Hersteller ihres EEG Gerätes unternommen hat, um Artefakte zu minimieren. Trotz alledem, alle diese Mechanismen können überlagert oder umgangen werden. Der Neurofeedback Trainer muss in der Lage sein, Aktivität, die nicht vom Gehirn stammt, zu erkennen.









 [L1]This is repeated in the next paragraph, and it works better there.
 [M2]Note change to 2500
 [L3]We’ve been talking about 2x and 4x, I’m not understanding where 8x and 16x came from?
 [L4]fuzzy
 [L5]suggesting unbolding because it’s immediately following the bold heading
 [L6]Should this be Vos   ? or Vos   ?
 [L7]Graphic is fuzzy I cannot do anythng
 [M8]space
 [L9]Pi is always 3.14, unless you extend to more decimal points.
 [L10]Unless the capitalization changes the meaning? If not (and the formula in the next column implies not, then shouldn’t the Z always be capitalized, for consistency with the rest? YES
 [L11]Who is John? We should be introduced to him, or perhaps it should be changed to “An NFB practitioner” or something similar.
 [L12]Should the plus and minus signs Not be subscripted? Same question where this appears also more than once in the next column. I havelong since not looked at this electronic material. I had anengineer lookat it years ago and just left it alone scince. it is not basic material for practitioners but it should be acknowledgedin the  book

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