Samstag, 6. August 2016

Brodmann Areale 31 und 23, Michael und Lynda Thompson deutsch

Die Caudale Division des Cingulate Cortex – Posteriorer Cingulate Cortex

BAs 31, 23

Pz
Posteriorer Cingulate Gyrus

                                                                                
             





Pz liegt oberhalb des posterioren cingulären Gyrus, Brodmann Areal 31 und darunter Brodmann Areal 23.

BA 31

Brodmann Areal 31 ist ein Areal des Assozialtionskortex in der posterioren Region des Cingulate Gyrus. Wie bei anderen Teilen des posterioren Cingulate liegt ein Teil von BA 31 im mittleren Parietallappen. Es ist eine Region, die von entscheidender Bedeutung für die Evaluation von Stimuli ist. Sie ist wichtig für das Gedächtnis und spielt eine Rolle in der Schmerzwahrnehmung. Sie ist wichtig für Aufmerksamkeit, Verstehen und visuelle Verarbeitung (Choo et al., 2012; Choo et al., 2009). Dieses Areal spielt eine Schlüsselrolle bei der Integration und Synthese fast des gesamten sensorischen Inputs. Bei unserer Arbeit mit Studenten, deren Hauptproblem die Unfähigkeit war, während des Lesens neue Informationen aufzunehmen, entdeckten wir eine Hypokohärenz (oder einer Verbindungsunterbrechung) zwischen Pz (oberhalb des posterioren Cingulate) und zentralen, temporalen und frontalen Arealen. Mit einem gezielten NFB Training der Kohärenzen verbesserte sich diese Problematik und die Studenten hatten mehr Erfolge beim Lernen. Ohne eine wissenschaftliche Studie, bleibt das aber eine rein klinische Beobachtung. BA 31 ist auch beteiligt an Urteilsfähigkeit und Begründungen. Im Zusammenhang mit der Lage dieser Region im mittleren Parietallappen, hat sie einen Anteil an parietaler Integration von sensorischem Input. Der cinguläre Teil dieses Areals ist eine kortikale Komponente des limbischen Systems. Es ist eine Schlüsselregion des Default Netzwerks und ist bedeutsam in der Selbstbewertung. Es ist eine der Regionen, in denen das „Selbst“ vom „Anderen“ differenziert wird.

Der posteriore Cingulate ist ebenfalls von Bedeutung für die Erinnerung episodischer Informationen, und es ist eine der Regionen, die bei Beschädigungen zu einer anterograden Amnesie beiträgt. Eine solche trat bei einer 52 Jahre alten Frau mit einem leichten Schädel Hirn Trauma auf, deren Fall weiter unten beschrieben wird. Weitere Funktionen beinhalten räumlich visuelle Verarbeitung und Gedächtnis. Es ist ein Teil des Netzwerks, das an der Identifizierung von Schmerz beteiligt ist. Dieser Teil des Cingulate besitzt Verbindungen zum Hippocampus, zum posterioren parietalen Kortex, zum posterioren parahippocampalen Gyrus und zum dorsalen Striatum.
Der Anteil dieses Brodman Areals im Cingulate Gyrus ist eine kortikale Komponente des limbischen Systems und ist deshalb neben seiner Bedeutung für das Exekutive- und das Default Netzwerk ebenfalls bedeutsam für das affektive Netzwerk.

BA 23



Brodmann Areal 23 ist am Default Netzwerk beteiligt, das immer dann aktiviert ist, wenn das Gehirn keine aktiven Aufgaben bewältigt. Diese Region ist wichtig bei Aspekten des Nachdenkens über das Selbst im Verhältnis zu anderen und das Bewusstsein des „Selbst in der Welt Seins“. Wie BA 31 ist es ein Teil des Netzwerks das für die Integration und Synthese sensorischer Inputs zuständig ist. Es ist bedeutsam für das Erlernen komplexer Handlungen, Erinnerungsfunktionen, der visuellen Diskrimination, lexikalischer Kategoriserung und anspuchsvolleren Aufgaben wie der Beurteilung und Bewertung. Diese Region hat einen Anteil an der klassischen Konditionierung und speziell bei der Konditionierung von Angst. Sie ist verbunden mit den Emotionen, die von Wörtern ausgelöst werden.
Das im Folgenden beschriebene Fallbeispiel zeigt Probleme, die mit vielen der oben beschriebenen Hirnregionen zusammenhängen, temporalen, parietalen und zum Cingulate gehörenden.21 Jahre vor unserem ersten Zusammentreffen im ADD Center wurde die 52 jährige Frau am Kiefer getroffen, sie stürzte rückwärts und schlug mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf. Sie verlor das Bewusstsein. Als sie wieder aufwachte, erzählte man ihr, dass sie nach dem Unfall noch wach genug gewesen sei, ihre Freundin, die ihr zur Hilfe kam, um sie zum Krankenhaus zu bringen, zu würgen. Sie erinnerte sich vage an ein “Out of Body“ Erlebnis und daran, dass sie Teile Ihres Körpers (Unterarm und Hand) losgelöst von sich im Raum schweben sah. Sie war eine brilliante Studentin mit Hochbegabung gewesen, die in der Lage war mit Leichtigkeit einen Buchhalterjob neben dem Studium zu bewältigen.Nach dem Unfall hatte sie selbst bei simplen Zählaufgaben Probleme und sie war immer noch nicht in der Lage, Geschriebenes in ordentlichen Spalten oder Reihen zu ordnen. Zahlen den Tabellen zuzuordnen und Dinge zu organisieren – Einzelheiten zu einem Gesamtbild zusammen zu bringen- war noch ebenso schwierig für sie, wie 21 Jahre zuvor, nach dem Unfall. Sie hatte ebenfalls erhebliche Gedächtnisprobleme. Sie wollte die Telefonrechnung 3 mal bezahlen, ohne zu bemerken, dass sie längst bezahlt hatte, sie kaufte Orangen, obwohl sie bereits jede Menge Orangen zu Hause gelagert hatte, manchmal griff sie nach dem Telefonhörer und fragte sich: Was macht man eigentlich damit? Sie hatte Schwierigkeiten, eine kontinuierliche Erinnerung an die Ereignisse ihres Lebens seit dem Unfall herzustellen. An die Zeit vor dem Unfall hatte sie hingegen ein exzellentes Erinnerungsvermögen.

Weiter unten sehen wir einige EEG Bilder der Klientin, die Auffälligkeiten zeigen, die wahrscheinlich mit den Problemen der Frau zusammen hingen.








X Achse zeigt ein Frequenzspektrum von 2 to 30 Hz
Die Y Achse ist die Amplitude in Standardabweichungen -2 bis +8
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EC 24 Hz 2.5 sd, posterior cingulate BAs 29, 31, 23

LORETA Messungen zeigen hochamplitudige Beta Spindeln bei 24 Hz, und damit 2,5 Standarabweichungen über den Normwerten der Datenbank. Die Quelle lag im posterioren Cingulate bei den BAs 29, 31, 23. Wir denken, dass die Probleme der Klientin bei der Synthese und der Integarration neuer Informationen damit zusammen hingen. Das war ihr Schlüsselproblem. Ihre partielle Schwäche bei der Zusammenstellung von Reihen und Spalten von Zahlen könnte mit der Verletzung des DH links, dem angular Gyrus zusammenhängen. Ihre Gedächntnisprobleme könnten mit den weit außerhalb der Normwerte liegenden EEG Aktivität in den BAs 31, 29, dem linken angular Gyrus, dem supramarginal Gyrus, dem linken entorhinal Gyrus, parahippocampalen Arealen und dem inferioren frontalen Gyrus inklusive des rostralen ventralen Cingulate BA 25 zusammen hängen. Die Beteiligung von BA 25 und dem anterioren Cingulate inklusive BA 24 sowie der rechten Insula könnten mit der extremen Angst zusammen hängen, die sie oft ergriff. Die Beta Spindeln in der parientalen Regionen könnte mit ihren Problemen, ihre Schreckhaftigkeit  sowohl auditiv als auch visuell, zu bändigen, zusammen hängen. Abseits voin all den Problemen ist die Frau eine sehr freundliche, hart arbeitende Frau, die viele Wege gefunden hat, mit ihren Problemen umzugehen.




 

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